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Töten von Fischottern bleibt in Bayern verboten - mit OZD-Wissen

Bayerische Ausnahmeverordnungen, die das Töten von Fischottern erlaubten, sind am Dienstag für unwirksam erklärt worden.

Natur | Tiere

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Bund Naturschutz Bayern (BN) und die Aktion Fischotterschutz hatten vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München Erfolg. Die Neuregelungen aus dem vergangenen Jahr erlaubten den Abschuss der streng geschützten Otter in Niederbayern und der Oberpfalz unter bestimmten Voraussetzungen.

Das sollte die Fischereiwirtschaft unterstützen. Die Verordnungen traten im August 2023 in Kraft. Die Landesanstalt für Landwirtschaft sollte die Höchstzahl der zu tötenden Tiere festlegen und beschränkte sie zuletzt auf 32 pro Jahr. Der Verwaltungsgerichtshof beanstandete nun, dass die Verordnungen diese Höchstzahl nicht selbst regelten.

Laut Bundesnaturschutzgesetz seien zwar Ausnahmen beim Artenschutz zulässig, das bayerische Vorgehen sei aber mit den vorgesehenen Ausnahmeregelungen nicht zu vereinbaren. Bereits im November hatte der Verwaltungsgerichtshof per Eilentscheidung die Verordnungen außer Kraft gesetzt. Die Revision zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ließ er nun nicht zu. Gegen diese Nichtzulassung kann der Freistaat aber noch Beschwerde einlegen.

Die Umwelthilfe und der Bund Naturschutz Bayern zeigten sich zufrieden mit der Gerichtsentscheidung. Es sei "nicht mal nachgewiesen, dass die Tötungen die Teichwirtschaft vor ernsten Schäden bewahrt hätten", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.

BN-Landesgeschäftsführer Peter Rottner forderte die Staatsregierung auf, "die Teichwirtschaft als solche besser zu unterstützen" und eine bereits seit 2019 von Vertretern des Naturschutzes und der Teichwirtschaft gemeinsam geforderte "deutlich erhöhte Grundförderung für Fischteiche und zur Förderung der Artenvielfalt zu erarbeiten".

smb/cfm


OZD-Wissen


Was ist ein Fischotter?

Ein Fischotter, wissenschaftlich als Lutra lutra bekannt, gehört zur Familie der Marder (Mustelidae) und ist ein fleischfressendes Säugetier, das vorwiegend in Gewässernähe lebt. Fischotter sind besonders für ihre ausgezeichneten Schwimmfähigkeiten bekannt und haben sich anatomisch sowie verhaltensmäßig an ein Leben im und am Wasser angepasst. Hier sind einige charakteristische Merkmale und Verhaltensweisen des Fischotters:

Körperbau: Fischotter haben einen stromlinienförmigen Körper, kurze Beine, einen langen, kegelförmigen Schwanz und eine dichte, wasserabweisende Pelzschicht, die ihnen hilft, warm zu bleiben, während sie im kalten Wasser schwimmen. Ihre Füße sind mit Schwimmhäuten ausgestattet, was ihnen hilft, effektiv zu schwimmen.

Lebensraum: Sie sind in einer Vielzahl von Süßwasserhabitaten anzutreffen, einschließlich Flüssen, Seen, Sümpfen und Küstenmeeren. Fischotter sind über Europa, viele Teile Asiens und Teile Afrikas verbreitet. Sie bevorzugen klare Gewässer mit einem reichen Angebot an Beutetieren und genügend Deckung in Form von Vegetation oder Felsformationen.

Ernährung: Obwohl ihr Name darauf hindeutet, dass Fische ihre Hauptnahrungsquelle sind, sind Fischotter opportunistische Esser und ihre Diät kann auch Krebstiere, kleine Säugetiere und Vögel umfassen. Sie sind geschickte Jäger, die ihre Beute sowohl unter Wasser als auch an Land erbeuten.

Fortpflanzung: Fischotter sind meist Einzelgänger, außer in der Paarungszeit und wenn Weibchen mit ihren Jungen zusammen sind. Die Fortpflanzung kann das ganze Jahr über stattfinden, wobei das Weibchen in der Regel 2-3 Junge in einem gut versteckten Bau zur Welt bringt, der oft Zugang zu Wasser hat.

Verhalten: Sie sind vorwiegend nachtaktiv, können jedoch je nach Lebensraum und Störung durch Menschen auch tagsüber aktiv sein. Fischotter sind bekannt für ihre Spielfreudigkeit, sie gleiten oft spielerisch ins Wasser oder jagen sich gegenseitig.

Fischotter stehen in vielen Regionen unter Naturschutz, da ihre Populationen aufgrund von Lebensraumverlust, Wasserverschmutzung und Jagd für ihren Pelz stark zurückgegangen sind. Ihre Anwesenheit in einem Ökosystem gilt oft als Zeichen für eine gesunde Umwelt, da sie empfindlich auf ökologische Veränderungen reagieren.


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