„Grundsätzlich ist wichtig, dass es absolut klar ist, dass er am Wochenende auf der Bank sitzt“, erklärte Mislintat bei seiner ausführlichen Vorstellung. Damit wird Anfang das Heimspiel gegen Abstiegskonkurrent SpVgg Greuther Fürth am Samstag bestreiten – und steht gleichzeitig unter dem größtmöglichen Erwartungsdruck.
Für alles Weitere wollte sich Mislintat bewusst Zeit nehmen. Ein langfristiges Bekenntnis vermied er und deutete an, dass nun Gespräche und eine schonungslose Analyse folgen sollen. Er wolle mit Anfang etwas entwickeln, „für dieses Spiel und gegebenenfalls auch darüber hinaus“. Zwischen den Zeilen bleibt klar: Wer gegen Fürth nicht liefert, könnte schon wieder Geschichte sein.
Der neue Sportvorstand betonte zudem, er habe noch nicht mit der Mannschaft sprechen wollen, bevor sich sein Vorgänger Klaus Allofs und Sportdirektor Christian Weber verabschiedet haben. Beide wurden von Mislintat und Aufsichtsratschef Björn Borgerding ausdrücklich gewürdigt. Die Trennung von Weber hatte Mislintat bereits vor seinem ersten großen Auftritt entschieden. Ob die Position langfristig nachbesetzt wird, ließ er offen und verwies darauf, dass er diesen Arbeitsbereich aus eigener Erfahrung kenne.
Für Fortuna wirkt das Ganze wie ein Verein im Stresstest: neuer Mann an der Spitze, entlassener Sportdirektor, eine Mannschaft im Abstiegskampf – und ein Trainer, der erst seit dem 6. Oktober im Amt ist, aber schon wieder um seine Zukunft spielt. Samstag gegen Fürth ist damit nicht nur ein Heimspiel, sondern ein mögliches Wendespiel für die gesamte Düsseldorfer Saison. OZD / ©AFP.
OZD-Kommentar – Jobgarantie bis zum Anpfiff: Fortuna spielt mit dem Feuer
Diese „Garantie“ ist in Wahrheit ein Ultimatum mit freundlicher
Verpackung. Mislintat macht klug, was viele Funktionäre zu spät machen:
Er schafft erst einmal Ruhe für 90 Minuten. Doch die Botschaft ist klar:
Ergebnis zuerst, Perspektive später. Fortuna wirkt wie ein Klub, der
sich im Abstiegskampf selbst zusätzlich destabilisiert – erst die Spitze
umbauen, dann hoffen, dass auf dem Platz plötzlich Stabilität entsteht.
Wenn Düsseldorf gegen Fürth stolpert, droht der nächste Schnitt. Und
dann wird aus Analyse schnell Aktionismus.
Mini-Infobox
– Markus Anfang sitzt gegen Fürth auf der Bank
– Mislintat vermeidet ein langfristiges Bekenntnis
– Sportdirektor Christian Weber wurde entlassen
– Fortuna spielt gegen einen direkten Konkurrenten
– Samstag kann zur Schicksalspartie werden

OZD-Analyse
Mislintats Startsignal
– a) Kurzfristige Stabilität durch eine klare Ansage
– b) Gleichzeitig maximale Erwartungshaltung
– c) Zeitgewinn für interne Bestandsaufnahme
Anfangs Lage als Trainer
– a) Noch jung im Amt, aber schon unter Dauerbeobachtung
– b) Ergebnisdruck statt Aufbauarbeit
– c) Fürth-Spiel als Bewertungsmaßstab
Düsseldorfs Risiko im Abstiegskampf
– a) Führungswechsel kann Kräfte freisetzen oder lähmen
– b) Unruhe im Umfeld wirkt direkt auf die Mannschaft
– c) Ein Fehltritt könnte eine Trainerdiskussion sofort wieder anheizen
Wer ist Sven Mislintat?
Sven Mislintat ist Sportvorstand von Fortuna Düsseldorf und gilt als
erfahrener Kaderplaner und Entscheider im Profifußball. In Düsseldorf
soll er sportliche Stabilität schaffen und den Klub strategisch neu
ausrichten.
Wer ist Markus Anfang?
Markus Anfang ist Cheftrainer von Fortuna Düsseldorf. Er übernahm das
Team am 6. Oktober und steht nun früh unter Druck, weil Fortuna im
Tabellenkeller um jeden Punkt kämpfen muss.
Was ist Fortuna Düsseldorf?
Fortuna Düsseldorf ist ein Traditionsklub aus Nordrhein-Westfalen, der
in der 2. Bundesliga spielt. Der Verein pendelte in den vergangenen
Jahren zwischen Aufstiegsambitionen und Krisenphasen und kämpft aktuell
um sportliche Sicherheit.

OZD-Extras
In der 2. Bundesliga entscheiden oft wenige Spiele über monatelange Ruhe
oder einen kompletten Kurswechsel – und genau so ein Spiel könnte
Fortuna gegen Fürth bevorstehen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.