Mit gerötetem linken Auge und breitem Grinsen stand Andreas Wolff nach dem 30:27-Auftaktsieg gegen Österreich im Rampenlicht. Der Torhüter des THW Kiel hatte geliefert – sportlich wie mental. Ein harter Treffer von Sebastian Frimmel ins Gesicht konnte ihn nicht stoppen, im Gegenteil: Wolff wuchs über sich hinaus, entschärfte mehr als jeden dritten Wurf und wurde zum Rückhalt der deutschen Mannschaft.
Schon vor dem Turnier hatte Wolff mit deutlichen Worten das Sieben-gegen-Sechs-Spiel der Österreicher kritisiert. Nun folgten Taten. Die deutsche Defensive stand kompakt, Wolff dirigierte lautstark – und genoss es sichtbar, nach dem Spiel Rede und Antwort zu stehen. Teammanager Benjamin Chatton brachte es auf den Punkt: Wer Sprüche klopft, muss liefern. Wolff lieferte.
Die Mannschaft von Alfred Gislason verdiente sich die ersten Punkte mit Abwehrarbeit, Disziplin und Tiefe im Kader. Im Angriff blieb Luft nach oben, doch der Auftaktsieg bringt Ruhe – und Selbstvertrauen. Am Samstag wartet Serbien, ein Gegner, der emotional wie physisch alles abverlangen wird.
OZD-Kommentar
Andreas Wolff hat verstanden, was ein Turnierstart braucht – Haltung.
Während andere beschwichtigen, geht Wolff voran, verbal wie sportlich.
Das ist riskant, aber genau diese Reibung erzeugt Spannung, Fokus und
Führung. Deutschland braucht solche Typen. Bleibt Wolff gesund und heiß,
kann diese EM kippen – zugunsten des DHB. Wer jetzt zurückrudert, hat
den Kern des Spitzensports nicht verstanden.
Historischer Hintergrund
Deutschlands große Turniere waren stets von prägenden Torhütern
begleitet – von Heiner Brand bis Henning Fritz, von Silvio Heinevetter
bis Andreas Wolff. Bei EM-Titeln und Medaillenläufen war die
Torwartleistung oft der entscheidende Faktor. Wolff selbst wurde 2016
Europameister und steht erneut an einem Punkt, an dem individuelle
Klasse kollektive Wirkung entfalten kann.

Zukunftsprognose
Setzt Wolff seine Form fort und steigert das Team die Effizienz im
Angriff, ist mindestens die Hauptrunde realistisch – mit
Außenseiterchancen auf das Halbfinale. Entscheidend wird, ob die
Defensive konstant bleibt und die Belastung auf mehrere Schultern
verteilt werden kann. Die Torhüterposition ist aktuell ein klarer
Wettbewerbsvorteil.
Erklärungen
Wer ist Andreas Wolff?
Andreas Wolff ist deutscher Handball-Nationaltorhüter und spielt auf Vereinsebene für den THW Kiel. Er wurde 2016 Europameister und gilt als emotionaler Führungsspieler mit ausgeprägter Präsenz in Drucksituationen.
Was ist das Sieben-gegen-Sechs?
Dabei ersetzt eine Mannschaft den Torhüter durch einen zusätzlichen
Feldspieler, um Überzahl im Angriff zu erzeugen. Das System erhöht den
Druck, ist aber risikoreich, da Ballverluste zu schnellen Gegentoren
führen können.
Lernbox
– Fangquote von 36 Prozent ist internationaler Topwert
– Torhüter beeinflussen Spieltempo und Gegnerentscheidungen
– Emotionale Führung kann taktische Vorteile verstärken

Quizfrage & Gewinnspiel
Quizfrage:
Mit welcher Fangquote beendete Andreas Wolff das EM-Auftaktspiel gegen Österreich?
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
OZD-Extras
Fun Fact: Andreas Wolff wird von Mitspielern oft als „Emotionsmotor“
bezeichnet – Studien zeigen, dass Torhüter mit hoher verbaler Aktivität
die Fehlerquote der Gegner messbar erhöhen können.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.