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Raketen statt Rumpelhandball: Deutschland vor dem Halbfinal-Kracher gegen Dänemark

Deutschlands Handballer spielen gegen Dänemark um das EM-Halbfinale. Die Stärke des DHB-Teams liegt in seiner Breite – und genau die soll zum entscheidenden Faktor werden.

In den bisherigen EM-Spielen der deutschen Handball-Nationalmannschaft wechselten die Hauptdarsteller fast von Spiel zu Spiel. Mal war es Justus Fischer, mal Miro Schluroff, mal Marko Grgić – und fast immer Torhüter Andreas Wolff. Diese Unberechenbarkeit soll nun auch im ersten Matchball-Spiel um den Einzug ins EM-Halbfinale gegen Olympiasieger Dänemark am Montagabend ausgespielt werden.

Teammanager Benjamin Chatton fand dafür ein Bild, das hängen blieb. Es erinnere ihn an Silvester: Man könne alle Raketen auf einmal abschießen – oder sie nacheinander zünden, damit das Feuerwerk länger anhält. Genau diese Tiefe im Kader sei für ein Turnier von unschätzbarem Wert, weil in jedem Spiel andere Akzente gesetzt werden könnten.

Auch Bundestrainer Alfred Gislason rechnet gegen die Dänen mit einem Kraftakt für das gesamte Team. Entscheidend sei, dass die Spieler von der Bank sofort Leistung bringen. Mit einem Augenzwinkern verwies der Isländer zudem auf Wolffs überragende Leistung gegen Norwegen mit 22 Paraden – und darauf, dass die Torhüter dieses Niveau halten müssten.

Gleichzeitig machte Gislason keinen Hehl daraus, dass sich Deutschland im Angriff steigern müsse, um eine realistische Chance zu haben. In der mit 15.000 Zuschauern ausverkauften Jyske Bank Boxen in Herning werde das Team ausgepfiffen werden – eine Atmosphäre, die man annehmen und genießen müsse.

Chatton ist überzeugt, dass selbst die dänischen Weltmeister verwundbar sind. Nach ihrer Niederlage gegen Portugal stehen sie unter Druck. Dass alle deutschen Spieler bislang zu den 6:0 Punkten in der Hauptrunde beigetragen haben, bezeichnete er als eines der zentralen Erfolgsgeheimnisse. Entscheidend sei, dass das Feuer nicht ausgehe – denn dann werde es schwierig.

OZD

OZD-Kommentar – Breite schlägt Brillanz

Dieses DHB-Team lebt nicht von einem Superstar, sondern von seiner Tiefe. Genau das macht es gefährlich – und genau das ist gegen Dänemark nötig. Wer glaubt, ein einzelner Spieler könne den Olympiasieger schlagen, verkennt die Realität des modernen Handballs. Deutschlands Stärke ist die Bereitschaft, Verantwortung zu teilen. Wenn diese Mentalität trägt, ist ein Halbfinal-Coup möglich. Wenn nicht, wird Dänemark gnadenlos zuschlagen. Dieses Spiel ist weniger eine Frage der Taktik als des kollektiven Mutes.

Historischer Hintergrund

Duellen zwischen Deutschland und Dänemark haftet seit Jahren ein besonderer Reiz an. Während die Dänen sich als dominante Handball-Macht Europas etabliert haben, sucht Deutschland immer wieder nach der Rückkehr zur absoluten Spitze. In den vergangenen Turnieren war es häufig die individuelle Klasse der Skandinavier, die den Ausschlag gab. Der aktuelle DHB-Kader unterscheidet sich jedoch von vielen Vorgängerteams: weniger abhängig von Einzelspielern, dafür variabler und physisch stabiler. Diese Entwicklung prägt das Turnier bislang deutlich.

Zukunftsprognose

Gelingt Deutschland der Sieg, wäre das Halbfinale nicht nur sportlich ein Erfolg, sondern ein Signal für die Zukunft des DHB-Handballs. Das Konzept der Kaderbreite würde endgültig bestätigt. Bei einer Niederlage bliebe dennoch die Erkenntnis, dass dieses Team konkurrenzfähig ist – allerdings noch an Details arbeiten muss, um die ganz Großen dauerhaft zu schlagen. Unabhängig vom Ausgang markiert dieses Spiel einen wichtigen Standorttest.



Gewinnspiel

Welches Merkmal gilt laut Teammanager Benjamin Chatton als eines der größten Erfolgsgeheimnisse des DHB-Teams?

A) Die individuelle Klasse einzelner Stars
B) Die Tiefe und Breite des Kaders
C) Die defensive Spielweise
D) Die Heimkulisse

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Mini-Infobox

– Matchball ums EM-Halbfinale
– Gegner: Olympiasieger Dänemark
– Anwurf: 20.30 Uhr
– Spielort: Herning
– DHB bislang mit 6:0 Punkten

OZD-Analyse

1. Taktische Ausgangslage
a) Dänemark mit hoher individueller Qualität
b) Deutschland setzt auf Rotation
c) Torhüterleistung als Schlüssel

2. Mentale Komponente
a) Druck liegt bei den Dänen
b) Auswärtige Atmosphäre als Herausforderung
c) Selbstvertrauen durch bisherige Siege

3. Bedeutung für das Turnier
a) Halbfinaleinzug als Ausrufezeichen
b) Bestätigung des Kaderkonzepts
c) Richtungsweisend für kommende Turniere

Was ist die Handball-EM?

Die Handball-Europameisterschaft ist eines der wichtigsten Turniere im internationalen Handball. Sie dient nicht nur der Titelvergabe, sondern auch als Standortbestimmung für die nationale Entwicklung der teilnehmenden Teams.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.

OZD-Extras
Seit Einführung der erweiterten Kaderrotation hat Deutschland kein EM-Spiel mehr verloren.