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Werder taumelt weiter Richtung Abgrund

Werder Bremen kommt auch gegen Gladbach nicht aus der Krise. Das späte 1:1 verhindert die Niederlage, offenbart aber erneut gravierende Probleme – sportlich wie mental.

Der SV Werder Bremen kommt in der Fußball-Bundesliga einfach nicht mehr vom Fleck. Beim 1:1 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach rettete ein später Treffer von Keke Topp in der Nachspielzeit zumindest einen Punkt, doch von einem Befreiungsschlag kann keine Rede sein. Die Mannschaft von Trainer Horst Steffen wartet nun seit zehn Spielen auf einen Sieg – so lange wie nie seit dem Wiederaufstieg 2022.

Dabei sah lange alles nach der nächsten Enttäuschung aus. Gladbach ging durch Haris Tabakovic nach einem Konter fast aus dem Nichts in Führung (61.). Werder wirkte erneut ideenlos, verunsichert und offensiv erschreckend harmlos. Erst in der Schlussphase, als nichts mehr zu verlieren war, rannten die Bremer mit dem Mut der Verzweiflung an – und wurden spät belohnt. Keke Topp drückte den Ball nach einer Ecke zum verdienten Ausgleich über die Linie (90.+4).

Doch der Treffer kaschierte nur oberflächlich die tieferliegenden Probleme. Werder fehlt es weiterhin an Struktur im Spiel nach vorne, an Klarheit im letzten Drittel und vor allem an Selbstvertrauen. Der Klub ist seit dem zwölften Spieltag von Rang neun Schritt für Schritt in Richtung Abstiegszone gerutscht – eine Entwicklung, die den Druck auf Trainer Horst Steffen weiter massiv erhöht.

Die Partie gegen Gladbach galt intern bereits als eine Art Endspiel für den Coach. Dass es erneut nicht zu drei Punkten reichte, dürfte die Diskussionen nicht beruhigen. Zwar vermied Werder eine weitere Niederlage, doch der Auftritt nährte kaum Hoffnung auf eine baldige Trendwende. Die Borussia hingegen konnte mit dem Remis besser leben, auch wenn die Mannschaft von Eugen Polanski spielerisch ebenfalls wenig überzeugte.

Schon vor dem Anpfiff war die Nervosität spürbar. Beide Teams agierten gehemmt, Fehler schlichen sich ein, echte Torchancen blieben Mangelware. Werder hatte mehr Ballbesitz, wusste damit aber wenig anzufangen. Ein harmloser Abschluss von Justin Njinmah (20.) blieb lange Zeit die einzige nennenswerte Offensivaktion der Gastgeber.

Erst nach der Pause zeigte Bremen mehr Mut, ging höhere Risiken ein – und lief prompt in den entscheidenden Konter. Danach entwickelte sich ein einseitiges Spiel Richtung Gladbacher Strafraum, doch die Bremer Angriffe versandeten immer wieder. Erst ein Standard brachte schließlich Erlösung. Mehr als ein Punkt war es jedoch nicht – und dieser fühlt sich eher wie ein Aufschub als wie Rettung an.

OZD

OZD-Kommentar – Werder verliert Zeit, Punkte und Vertrauen

Dieses 1:1 ist kein Zeichen der Stabilisierung, sondern ein weiteres Alarmsignal. Werder Bremen lebt derzeit von Zufällen, nicht von Lösungen. Zehn Spiele ohne Sieg sind kein Ausrutscher mehr, sondern ein klares Muster. Horst Steffen wirkt zunehmend gefangen zwischen Durchhalteparolen und Realität. Die Mannschaft folgt ihm nur noch phasenweise. Bleibt eine klare sportliche Reaktion aus, droht Bremen endgültig in den Abstiegskampf gezogen zu werden – mit allen Konsequenzen.

Historischer Hintergrund

Nach dem Wiederaufstieg 2022 galt Werder Bremen als stabilisierter Bundesligist mit Perspektive. Zwischenzeitlich spielte der Klub sogar um die internationalen Plätze. Doch fehlende Weiterentwicklung, personelle Brüche und ausbleibende Erfolgserlebnisse haben diese Entwicklung in der laufenden Saison nahezu vollständig zum Erliegen gebracht.

Zukunftsprognose

Die Partie beim SC Freiburg wird zur nächsten Bewährungsprobe – sportlich und mental. Bleibt Werder erneut sieglos, könnte der Druck auf Trainer und Mannschaft eskalieren. Ohne klare offensive Ideen droht Bremen in den kommenden Wochen tiefer in den Tabellenkeller zu rutschen.


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Mini-Infobox

– Wettbewerb: Bundesliga
– Spieltag: 20
– Ergebnis: Werder Bremen – Borussia Mönchengladbach 1:1
– Sieglos-Serie Werder: 10 Spiele
– Torschützen: Tabakovic, Topp

OZD-Analyse

1. Sportliche Probleme
a) Harmloser Angriff
b) Fehlende Durchschlagskraft
c) Abhängigkeit von Standards

2. Mentale Verfassung
a) Verunsicherung
b) Späte Reaktionen
c) Fehlendes Selbstvertrauen

3. Trainerfrage
a) Steigender Druck
b) Ausbleibende Entwicklung
c) Schlüsselspiel in Freiburg

Wer ist Horst Steffen?

Horst Steffen ist seit dieser Saison Trainer von Werder Bremen. Der frühere Bundesliga-Profi steht für strukturierten Fußball und Entwicklung über Stabilität. In Bremen gerät dieses Konzept jedoch zunehmend unter Druck, da Ergebnisse und Spielqualität seit Wochen hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.

OZD-Extras
Werder Bremen hat in den letzten zehn Spielen nur vier Tore erzielt – ein Wert, der die Offensivmisere schonungslos offenlegt.