Der große Sprung an die Spitze bleibt aus: Darmstadt 98 hat die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst. Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt kam bei Hertha BSC trotz starker Moral nicht über ein 2:2 (1:2) hinaus und liegt damit hinter Schalke 04 und der SV Elversberg auf Rang drei.
Für die Berliner ist das Remis ein weiterer bitterer Rückschlag im ohnehin stockenden Aufstiegsrennen. Zwar führte Hertha früh mit 2:0, doch am Ende stand das sechste sieglose Ligaspiel in Folge. Fünf Unentschieden hintereinander lassen die Hauptstadtklub weiter auf Rang sieben verharren.
Hertha erwischte einen Traumstart. Fabian Reese traf bereits in der zweiten Minute nach feinem Zuspiel kompromisslos zur Führung. Die Gastgeber blieben dominant und legten nach: Julian Eitschberger erhöhte nach einer Viertelstunde verdient auf 2:0. Darmstadt wirkte in dieser Phase fahrig, fand kaum Zugriff und drohte früh den Anschluss an die Spitzenplätze zu verlieren.
Doch die Lilien meldeten sich zurück. Ein von Pascal Klemens verursachter Foulelfmeter brachte Fraser Hornby zurück ins Spiel, der kurz vor der Pause verkürzte. Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie. Hertha verlor Struktur und Kontrolle, Darmstadt übernahm zunehmend das Kommando. Hornby nutzte eine der sich bietenden Chancen und traf in der 62. Minute zum Ausgleich.
Die Partie nahm weiter an Intensität zu. In der 70. Minute sah Herthas Dawid Kownacki nach einem groben Foulspiel die Rote Karte, Darmstadt war nun in Überzahl und drängte auf den Sieg. Trotz klarer Feldvorteile und zunehmendem Druck fehlte den Gästen in der Schlussphase jedoch die letzte Konsequenz.
Am Ende bleibt ein Punkt, der Mut macht – und gleichzeitig schmerzt. Denn mit einem Sieg hätte Darmstadt die Tabellenführung übernommen. So aber bleibt die Spitze eng umkämpft und das Aufstiegsrennen weiter völlig offen.
OZD
OZD-Kommentar – Moral reicht nicht für die SpitzeDarmstadt hat Charakter gezeigt, keine Frage. Doch wer ganz nach oben will, darf sich solche Startphasen nicht erlauben. Die Lilien bewiesen Comeback-Qualitäten, verpassten aber die eiskalte Konsequenz. Für Hertha ist das Remis dagegen ein weiterer Beleg für ein strukturelles Problem: Führung allein reicht nicht – Kontrolle schon gar nicht.
Mini-Infobox– Wettbewerb: 2. Bundesliga
– Spiel: Hertha BSC – Darmstadt 98
– Endstand: 2:2
– Tore: Reese, Eitschberger – Hornby (2)
– Platzverweise: Kownacki (Hertha)
1. Darmstadts Aufholjagd
a) Mentale Stärke nach frühem 0:2
b) Effektivität durch Hornby
c) Ungenutzte Überzahl
2. Herthas Dauerschwäche
a) Frühe Dominanz ohne Nachhaltigkeit
b) Kontrollverlust nach der Pause
c) Sechs Spiele ohne Sieg
3. Tabellenkonstellation
a) Darmstadt verpasst Rang eins
b) Enge Spitze bleibt bestehen
c) Aufstiegsrennen hochgradig offen
Fraser Hornby ist ein schottischer Stürmer in Diensten von Darmstadt 98. Er gilt als physisch starker Angreifer mit hoher Präsenz im Strafraum und entwickelte sich in dieser Saison zu einem der wichtigsten Offensivspieler der Lilien.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
OZD-ExtrasHertha BSC hat in den vergangenen fünf Ligaspielen jeweils eine Führung verspielt – ein Negativlauf mit Seltenheitswert.