Die Enttäuschung war spürbar, doch die Zuversicht überwog. Nach der 27:34-Finalniederlage gegen Dänemark ließ Andreas Wolff keinen Zweifel daran, dass dieses deutsche Team erst am Anfang steht. „Wir kommen nächstes Jahr wieder, spielen bei uns zu Hause. Vielleicht haben wir dann die eine oder andere vorteilhafte Situation – und schlagen die Dänen im Finale“, sagte der Torhüter im ZDF.
Auch in der Führungsetage des Deutscher Handballbund herrscht Aufbruchstimmung. DHB-Sportvorstand Ingo Meckes sprach von einem „super Rückenwind“ für die Heim-WM 2027. Die Mannschaft sei gefestigt, entwicklungsfähig und könne über Jahre hinweg konkurrenzfähig bleiben. Ziel sei ein dauerhafter Konkurrenzkampf, der Medaillen zur Regel macht.
Bundestrainer Alfred Gislason ordnete den EM-Erfolg nüchtern, aber stolz ein. Siege gegen Spanien, Frankreich und Kroatien hätten gezeigt, wie weit sein Team gekommen sei. „Wir waren vor vier Jahren auf Rang sechs oder sieben. Nach diesem Turnier sind wir auf zwei“, sagte der Isländer. Die Entwicklung der Mannschaft freue ihn „extrem – noch mehr als die Silbermedaille“.
Kapitän Johannes Golla warnte jedoch vor Selbstzufriedenheit. Trotz drei Halbfinals und zwei Finals bei den letzten vier Großturnieren gebe es keine Garantien. Stabilität müsse täglich neu erarbeitet werden.
Fakt ist: Die deutsche Mannschaft ist jung. Elf Spieler sind 25 Jahre oder jünger – darunter Leistungsträger wie Juri Knorr, Julian Köster und Junioren-Weltmeister Renars Uscins. Und selbst der 34-jährige Wolff denkt nicht ans Aufhören. Seine Prognose ist klar: „In zwei, drei Jahren sind wir vielleicht die Mannschaft, die es zu schlagen gilt.“
OZD
OZD-Kommentar – Silber, das Angst machtDiese Niederlage fühlt sich nicht wie ein Scheitern an. Sie wirkt wie eine Kampfansage. Wenn selbst die Dänen von Deutschlands Entwicklung sprechen, ist das kein Zufall. Der DHB hat endlich wieder ein Team, das nicht von einzelnen Ausnahmekönnern lebt, sondern von Struktur, Tiefe und Mentalität. Die Gefahr liegt nun nicht im Gegner – sondern in der eigenen Erwartungshaltung.
Historischer HintergrundDeutschland gewann zuletzt 2016 den EM-Titel und gehörte danach jahrelang nicht zur absoluten Weltspitze. Dänemark dominierte den internationalen Handball mit WM-Titeln und Olympiagold. Die aktuelle deutsche Generation markiert erstmals seit fast einem Jahrzehnt wieder einen echten Machtwechsel-Moment.
ZukunftsprognoseMit der Heim-WM 2027 vor Augen wird Deutschland zum Titelkandidaten. Bleibt das Team gesund und entwickelt sich der Nachwuchs weiter, sind Finalduelle mit Dänemark keine Ausnahme mehr – sondern neue Normalität. Der nächste große Titel ist keine Vision, sondern ein realistisches Ziel.
Gewinnspiel
Welcher deutsche Spieler wurde gemeinsam mit Andreas Wolff ins All-Star-Team der EM gewählt?
A) Juri Knorr
B) Johannes Golla
C) Julian Köster
D) Renars Uscins
Richtige Antwort: B
Mini-InfoboxEM-Finale: Deutschland – Dänemark 27:34
Medaille: Silber
All-Star-Team: Wolff, Golla
Altersstruktur: 11 Spieler ≤ 25 Jahre
Nächstes Ziel: Heim-WM 2027
OZD-Analyse1. Sportliche Entwicklung
a) internationale Siege –
b) taktische Reife –
c) mentale Stabilität.
2. Mannschaftsstruktur
a) junge Leistungsträger –
b) erfahrene Führung –
c) Tiefe im Kader.
3. Perspektive
a) Heimvorteil –
b) langfristiger Kern –
c) Titelreife in Reichweite.
Andreas Wolff ist deutscher Handball-Nationaltorhüter, mehrfacher Medaillengewinner und Führungsspieler des DHB-Teams. Mit seiner Erfahrung und Präsenz prägt er seit Jahren die internationale Wahrnehmung des deutschen Handballs.
OZD-ExtrasFun-Fact:
Deutschland erreichte bei drei der letzten vier Großturniere mindestens
das Halbfinale – eine Konstanz, die zuletzt nur Dänemark vorweisen
konnte.
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