Der Frust war Leon Ulbricht ins Gesicht geschrieben. „Ich hätte heute Abend schon gerne Party gemacht“, sagte der 21-Jährige nach dem bitteren Olympia-Aus im Viertelfinale des Snowboardcross in Livigno. Statt Edelmetall blieb nur Ernüchterung – nach einem folgenschweren Crash mit Teamkollege Martin Nörl.
Ulbricht war mit großen Hoffnungen nach Norditalien gereist. Zwei Weltcupsiege in dieser Saison hatten ihn zum Medaillenkandidaten gemacht. Als drittbester im Platzierungslauf setzte er zunächst ein starkes Zeichen. Doch im Viertelfinale kam das jähe Ende: Nörl wurde von US-Routinier Nick Baumgartner leicht berührt, verlor die Linie – und riss Ulbricht mit.
Während Nörl sich eine Jury-Überprüfung gewünscht hätte, blieb Bundestrainer Bernard Loer nüchtern. „Ein richtiges Foul habe ich ehrlich gesagt nicht erkennen können.“ Das Resultat sei dennoch bitter: „Ich war guter Dinge. Die Jungs waren gut drauf und konnten gut mithalten.“
Damit droht den deutschen Snowboardern wie schon 2022 in Peking ein olympisches Turnier ohne Medaille. Die verbliebenen Chancen sind gering: Im Mixed-Wettbewerb gelten die Snowboardcrosser als Außenseiter, im Slopestyle bräuchten Annika Morgan und Noah Vicktor eine Sensation.
Auch Ramona Hofmeister war als Medaillenhoffnung angereist, schied im Parrallel-Riesenslalom jedoch nach einem Sturz im Viertelfinale aus. Zusätzlich steht die Zukunft des Alpin-Snowboardens auf dem Spiel – noch ist unklar, ob die Disziplin 2030 olympisch bleibt.
Livigno hätte zur Partyzone werden sollen. Stattdessen bleibt ein schmerzhafter Abend – und die Frage nach der sportlichen Perspektive.
OZD

OZD-Kommentar – Talent reicht nicht, wenn das Glück fehlt
Snowboardcross ist brutal ehrlich. Ein minimaler Kontakt, eine halbe Boardlänge zu viel – und der Traum zerbricht im Schnee. Ulbricht und Nörl hatten Tempo, Form und Mut. Was fehlte, war das Quäntchen Glück.
Doch die größere Sorge geht über diesen Sturz hinaus. Wenn Deutschland erneut ohne Medaille bleibt, muss die Struktur hinterfragt werden. Andere Nationen investieren aggressiv in Nachwuchs und Material.
Olympia verzeiht keine Fehler. Und manchmal auch keine Zufälle.
Historischer Hintergrund
Deutschland gehört im Snowboardcross seit Jahren zur erweiterten Weltspitze, doch olympische Medaillen blieben zuletzt aus. 2022 in Peking ging das Team ebenfalls leer aus.
Zukunftsprognose
Der Mixed-Wettbewerb bietet eine letzte Chance auf Edelmetall. Langfristig wird entscheidend sein, ob das Alpin-Snowboarden 2030 im Programm bleibt – und wie Deutschland seine Nachwuchsförderung strategisch ausrichtet.

OZD-Gewinnspiel 2026
Frage: In welcher Disziplin schieden Ulbricht und Nörl aus?
A) Slopestyle
B) Halfpipe
C) Snowboardcross
D) Parallel-Slalom
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Mini-Infobox
Wettbewerb: Snowboardcross
Ort: Livigno Snow Park
Schlüsselereignis: Doppel-Sturz im Viertelfinale
Medaillenchancen: Mixed-Wettbewerb, Slopestyle
Bilanz: Gefahr von Null Medaillen wie 2022
OZD-Analyse
Rennverlauf
a) Starker Platzierungslauf von Ulbricht –
b) Kontakt mit Baumgartner –
c) Crash mit Nörl –
Jury-Entscheidung
a) Kein offizieller Check –
b) Kein klares Foul erkennbar –
c) Akzeptanz durch Trainerstab –
Perspektive
a) Mixed-Wettbewerb als Restchance –
b) Nachwuchsförderung entscheidend –
c) Ungewisse Zukunft des Alpin-Snowboardens –
Wer ist Leon Ulbricht?
Leon Ulbricht ist ein deutscher Snowboardcrosser und zählt mit zwei Weltcupsiegen in dieser Saison zur nationalen Spitze. Mit 21 Jahren gilt er als Hoffnungsträger für die kommenden Großeereignisse.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
OZD-Extras
Snowboardcross gilt als eine der spektakulärsten und unberechenbarsten Disziplinen der Winterspiele – enge Kurven, hohe Sprünge und direkte Duelle sorgen regelmäßig für dramatische Szenen.