Bei einer intensiven, hochattraktiven Partie gegen Australien verliert die deutsche Herren-Nationalmannschaft zum Abschluss der FIH Pro League in Australien unglücklich 2:3.
Torschützen:
0:1 Jack Welch (8. Minute)
1:1 Jakob Brilla (10.)
2:1 Jakob Brilla (16.)
2:2 Blake Govers (18.)
3:2 Tim Brand (47.)
Die erste Hälfte:
Australien begann die Partie direkt mit einem Angriffslauf auf das deutsche Tor und es war auffällig wie tief Deutschland in der Folge sich in der Folge gegen den Ball im australischen Spielaufbau postierte. Deutschland verteidigte im Umschaltspiel konzentriert, war in der 8. Minute aber einmal nicht aufmerksam und wurde direkt eiskalt bestraft. Australien erzielte den 0:1-Führungstreffer durch Jack Welch nach einem schnell ausgeführten Freischlag am Kreis, den Tim Howard ausführte und Welch in der Box fand. Die deutsche Antwort brachte aber umgehend Jakob Brilla nach einer Strafecke, die neben dem australischen Torhüter und einem Verteidiger im australischen Tor flach einschlug und den 1:1-Ausgleichstreffer markierte (10.). Australien besaß im ersten Viertel die flüssigere Spielanlage und wirkte auch gefährlicher im Umschaltspiel nach deutschen Ballverlusten.
Den nächsten Treffer erzielte dennoch Deutschland durch eine erneute Strafecke kurz nach Beginn des zweiten Viertels (16.). Bei Brillas Abschluss sah der australische Keeper Cooper Burns nicht gut aus, trat über den Ball und musste den Ball zur 2:1-Führung für Deutschland passieren lassen. Gerade als Deutschland das Momentum auf seine Seite gezogen zu haben schien, ging Tom Grambusch bei einem Tempogegenstoß etwas unsanft zu Werke im Defensivzweikampf und in der Folge wurde Australien ein Siebenmeter zugesprochen, den Blake Govers zum 2:2-Ausgleichstreffer verwandelte (18.). Im Laufe des zweiten Viertels begannen bereits hitzige Diskussionen beider Mannschaften mit den Schiedsrichtern. Offensichtlich wurde, dass es beiden Mannschaften heute um sehr viel ging. Für Deutschland ging es um die Revanche für die deutliche 0:3-Niederlage aus dem ersten Spiel gegen Australien, für die Australier um den perfekten Start mit maximaler Punktzahl aus den ersten vier Spielen der neuen Pro League-Saison. Deutschland fehlte im zweiten Viertel aus dem Spiel heraus die Durchschlagskraft und der letzte entscheidende Pass auf dem Weg zum Tor kam meist nicht an. Australien stellte die deutschen Passwege klug zu und erwies sich weiterhin als unangenehmer Gegner.
Die zweite Hälfte:
Stürmer Henrik Mertgens hatte in der 36. Minute die erste gute Schusschance der zweiten Hälfte, sein Abschluss verfehlte das australische Gehäuse jedoch knapp. Ansonsten blieb das dritte Viertel ereignisarm. Das zweite Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und Australien blieb auch in der zweiten Hälfte sehr physisch und beide Teams rieben sich auf.
Nach einem Freischlag, der gegen Deutschland gepfiffen wurde und ein Großteil des deutschen Teams sich im Vorwärtsgang befand, schaltete Australien blitzschnell um und die deutsche Defensive konnte den erneuten australischen Führungstreffer nicht verhindern. Der Australier Tim Brand erzielte mit einem Rückhandschlenzer das 3:2 für Australien in der 47. Minute nach Vorlage von Lachlan Sharp. Darauffolgend bekam Deutschland eine Reihe von Strafecken zugesprochen. Aus diesen, ebenso wie aus einer Überzahl nach einer gelben Karte und fünf Minuten Zeitstrafe für Australien, konnte Deutschland kein Kapital schlagen. Mertgens hatte kurz danach zwei weitere gefährliche Torannäherungen, weitere hochkarätige Chancen verhinderte jedoch eine unnötige Unterzahl für Deutschland. Dieser vorausgegangen war, dass Keeper Alexander Stadler zugunsten eines weiteren Feldspielers einige Minuten vor Schluss ausgewechselt wurde, Deutschland in der Folge jedoch ein Wechselfehler unterlief und ein Feldspieler zu viel auf dem Feld stand. Daraufhin bekam repräsentativ Kapitän Tom Grambusch eine gelbe Karte. Malte Hellwig hatte noch einen guten Abschluss in der 59. Minute, der australische Keeper Magnus McCausland konnte den Schuss jedoch abwehren und es blieb bei dem 2:3-Endstand aus deutscher Sicht.
Die Szene des Spiels:
Der Treffer zum 1:1 durch Jakob Brilla, der bei seinen beiden Treffern eine klinische Präzision in seinen Abschlüssen zeigte und den Ball perfekt in die Lücke zwischen Verteidiger und Torhüter vollstreckte. Der gesamte Eckenablauf stimmte und Standardspezialist Brilla konnte in Abwesenheit von Gonzalo Peillat seine Qualitäten als Eckenschütze unterstreichen.
Der Ausblick:
Nach dem Pro League-Stopp in Hobart warten die nächsten Pro League-Spiele erst im Juni (13. bis 20.06.) auf die deutsche Nationalmannschaft. Dann treffen die HONAMAS in Rotterdam auf die Niederlande und Indien.
Die Stimmen zum Spiel:
Bundestrainer André Henning: „Das war zunächst einmal ein fantastisches Hockeyspiel mit wahnsinnig unglücklichem Ausgang. Die Jungs hätten heute einen Sieg sicher verdient gehabt. Wir hatten mehr Chancen, mehr Ecken, mehr Kreiseintritte. Ich bin extrem begeistert darüber, wie früh im Jahr wir uns schon auf so ein hohes Niveau entwickeln. Im Vergleich zum ersten Duell waren wir heute ja mindestens zwei Klassen besser. Es gab heute wahrscheinlich so vier oder fünf Schlüsselmomente, in denen wir noch nicht maximal clever waren oder auch einfach Pech mit Schiedsrichter-Entscheidungen hatten. Dass wir hier eines der besten Teams der Welt im letzten Viertel dominieren, in deren Bestbesetzung und bei uns ohne Sieben, ist ein starkes Signal!“
Mittelfeldspieler Paul Kaufmann: „Das war heute ein wahnsinnig intensives Spiel gegen die Australier, gegen die es sehr physisch und auch sehr emotional wurde. Phasenweise konnten wir zeigen, dass wir die auch ordentlich bespielen und teilweise dominieren können. In einigen entscheidenden Situationen waren wir allerdings nicht so clever, wie wir es sein müssen, wenn wir gegen so eine Topmannschaft gewinnen wollen. Das ist auf jeden Fall eine Leistung, auf der wir aufbauen können.“
15. February 2026
Der Deutsche Hockey-Bund e. V. (DHB) / Text und Bild