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Krieg eskaliert im Persischen Golf: Flughafen-Treibstofflager in Kuwait getroffen

Iran greift mehrere Golfstaaten mit Raketen und Drohnen an. In Kuwait werden Treibstofflager am Flughafen getroffen, in Bahrain eine Entsalzungsanlage beschädigt.

Der Iran hat seine Angriffe auf mehrere Staaten am Persischen Golf ausgeweitet. Behörden in Bahrain, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten meldeten Raketen- und Drohnenattacken auf ihr Staatsgebiet.

In Kuwait wurden nach Angaben der Armee Treibstofflager am internationalen Flughafen der Hauptstadt Kuwait-Stadt getroffen. Die kuwaitische Armee erklärte, sie habe "auf feindliche Drohnen reagiert, die in den Luftraum des Landes eingedrungen waren". Der Angriff auf die Treibstoffdepots stelle einen "direkten Angriff auf unverzichtbare Infrastruktur" dar. Der dadurch ausgelöste Brand sei inzwischen unter Kontrolle gebracht worden.

Beim Abfangen der Drohnen seien "einige zivile Einrichtungen durch herabfallende Trümmer und Bruchstücke" beschädigt worden. Die nationale Ölgesellschaft des Landes reduzierte nach eigenen Angaben vorsorglich die Fördermenge.

Auch Bahrain meldete Schäden. Das Innenministerium erklärte im Onlinedienst X: "Der iranische Angriff traf wahllos zivile Ziele". Eine Drohne habe eine Wasserentsalzungsanlage beschädigt.

Der Iran hatte bereits am Vortag mitgeteilt, den US-Luftwaffenstützpunkt Dschuffair in Bahrain angegriffen zu haben. Teheran begründete dies damit, dass von dort zuvor ein Angriff auf eine Entsalzungsanlage im Iran gestartet worden sei.

In der bahrainischen Hauptstadt Manama brach nach Behördenangaben infolge iranischer Angriffe ein Brand aus. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten zuvor von mindestens fünf Explosionen in der Stadt.

Auch Katar meldete Beschuss. Das Verteidigungsministerium erklärte, Iran habe das Land mit zehn ballistischen Raketen und zwei Marschflugkörpern angegriffen. Die meisten Geschosse seien jedoch abgefangen worden, Opfer habe es nicht gegeben.

Saudi-Arabien teilte mit, seine Luftabwehr habe 15 Drohnen zerstört, die in den Luftraum des Königreichs eingedrungen waren. In der Hauptstadt Riad sei das Diplomatenviertel angegriffen worden.

Auch die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten neue Angriffe. Die Luftabwehr des Landes reagierte nach Behördenangaben auf Raketen- und Drohnenbeschuss. In Dubai kam ein Mann ums Leben, als Trümmer eines abgefangenen Geschosses auf sein Fahrzeug stürzten.

Die neuen Attacken erfolgten, obwohl Irans Präsident Massud Peseschkian am Samstag eine Einschränkung der Angriffe auf Nachbarländer angekündigt und sich für frühere Attacken entschuldigt hatte. Irans Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei erklärte jedoch kurz darauf, der Iran werde weiterhin Staaten angreifen, die aus Sicht Teherans die USA oder Israel unterstützen.

Peseschkian selbst sagte am Sonntag, sein Land werde "zu einer Reaktion" gezwungen sein, wenn "die Feinde des Iran irgendein Land benutzen, um unser Land anzugreifen oder in es einzudringen".

Die militärische Eskalation folgt auf massive Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran vor rund einer Woche. Dabei wurden nach iranischen Angaben das geistliche Oberhaupt der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Chamenei, sowie mehrere führende Vertreter der iranischen Führung getötet. Seitdem richtet der Iran seine Vergeltungsangriffe nicht nur gegen Israel, sondern auch gegen Staaten am Persischen Golf.

OZD / ©AFP

OZD-Kommentar – Der Krieg greift nach der gesamten Golfregion

Die jüngsten Angriffe zeigen, dass der Konflikt längst nicht mehr nur zwischen Iran und Israel geführt wird. Der Persische Golf entwickelt sich immer stärker zum neuen militärischen Brennpunkt. Wenn kritische Infrastruktur wie Flughäfen, Ölterminals oder Entsalzungsanlagen ins Visier geraten, wird aus einem regionalen Konflikt schnell ein globales Problem. Denn genau dort liegen die Lebensadern der Weltwirtschaft – Energie, Wasser und Transport. Sollte die Eskalation weitergehen, drohen massive Auswirkungen auf Ölpreise, Handel und Stabilität der gesamten Region. Die Gefahr einer offenen regionalen Großkonfrontation ist real – und wächst mit jedem neuen Angriff.

Mini-Infobox

Angriffe mit Raketen und Drohnen auf mehrere Golfstaaten

Treibstofflager am Flughafen von Kuwait-Stadt getroffen

Entsalzungsanlage in Bahrain beschädigt

Luftabwehr in Saudi-Arabien und Katar fing zahlreiche Geschosse ab

Ein Todesopfer durch Trümmer in Dubai gemeldet

OZD-Analyse

Militärische Eskalation im Persischen Golf
a) Iran reagiert auf Angriffe der USA und Israels
b) Ausweitung der Angriffe auf mehrere Golfstaaten
c) Einsatz von Drohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen

Strategische Ziele der Angriffe
a) Energieinfrastruktur wie Treibstoffdepots und Ölproduktion
b) zivile Infrastruktur wie Entsalzungsanlagen
c) militärische Einrichtungen mit US-Bezug

Internationale Folgen
– steigende Risiken für globale Energieversorgung
– zunehmende militärische Präsenz internationaler Akteure
– Gefahr einer regionalen Kriegseskalation

Erklärungen / Wissensblock

Was ist eine Entsalzungsanlage?

Eine Entsalzungsanlage wandelt Meerwasser in Trinkwasser um. Besonders Staaten am Persischen Golf sind stark von dieser Technologie abhängig, da natürliche Süßwasserquellen dort knapp sind. In einigen Ländern stammen mehr als 70 bis 90 Prozent des Trinkwassers aus solchen Anlagen.

Wer ist Massud Peseschkian?

Massud Peseschkian ist Präsident des Iran. Er trat sein Amt nach den politischen Turbulenzen der vergangenen Jahre an und steht im Zentrum der aktuellen militärischen und diplomatischen Auseinandersetzungen mit den USA, Israel und mehreren Staaten der Golfregion.

Historischer Hintergrund

Der aktuelle Konflikt eskalierte Ende Februar, nachdem die USA und Israel gemeinsame Luftangriffe auf iranische Ziele begonnen hatten. Dabei wurden militärische Anlagen und Energieinfrastruktur getroffen. Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf israelische Ziele sowie auf militärische Einrichtungen und Infrastruktur in mehreren Golfstaaten. Seitdem hat sich der Konflikt schrittweise zu einer regionalen militärischen Konfrontation ausgeweitet.

Prognose

Sollte der Iran weiterhin Infrastruktur in den Golfstaaten angreifen, könnte eine breitere militärische Allianz gegen Teheran entstehen. Gleichzeitig wächst das Risiko, dass wichtige Energie- und Handelsrouten im Persischen Golf beeinträchtigt werden. Eine weitere Eskalation könnte erhebliche Auswirkungen auf Ölpreise, globale Lieferketten und die Stabilität des Nahen Ostens haben.

Gewinnspiel

Welche Infrastruktur wurde laut Bericht in Kuwait direkt getroffen?

A) Hafenanlagen
B) Treibstofflager am internationalen Flughafen
C) Eisenbahndepot
D) Wasserkraftwerk

Zur Teilnahme:
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

OZD-Extra

Viele Staaten am Persischen Golf gewinnen einen Großteil ihres Trinkwassers aus Meerwasser. Angriffe auf Entsalzungsanlagen könnten deshalb innerhalb weniger Tage zu ernsthaften Versorgungsproblemen führen.


Weitere Informationen aus anderen Quellen:

Internationale Medien berichten übereinstimmend, dass iranische Drohnen und Raketen mehrere kritische Infrastrukturziele in der Golfregion getroffen haben, darunter Treibstoffdepots am Flughafen von Kuwait sowie eine Wasserentsalzungsanlage in Bahrain. 

In Bahrain sollen durch herabfallende Raketentrümmer mehrere Menschen verletzt worden sein, zudem Schaden an Gebäuden, darunter auch eine Universität im Gebiet Muharraq. 

Die Angriffe stehen im Zusammenhang mit dem eskalierenden Krieg zwischen Iran auf der einen sowie den USA und Israel auf der anderen Seite. Der Konflikt begann Ende Februar nach gemeinsamen Luftangriffen auf iranische Militär- und Energieanlagen. 

Die militärische Eskalation hat inzwischen auch wirtschaftliche Folgen. Kuwait kündigte an, seine Ölproduktion vorsorglich zu reduzieren, während Analysten vor möglichen Störungen der globalen Energieversorgung warnen. 

Alle Angaben ohne Gewähr. 

Titelbild: AFP