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USA wollen Ölkrieg vermeiden: Washington verschont Irans Energieanlagen

Trotz steigender Ölpreise betont Washington, keine iranischen Öl- oder Gasanlagen anzugreifen. Energieminister Chris Wright sieht die Turbulenzen auf den Energiemärkten nur als kurzfristige Folge des Iran-Kriegs.

Die USA verschonen bei ihren Angriffen auf den Iran nach Angaben von Energieminister Chris Wright die Energie-Infrastruktur des Landes. Die US-Armee greife im Iran keinerlei Öl- oder Gas-Anlagen an, sagte Wright am Sonntag dem Sender CNN.

Zu einem israelischen Angriff auf Öldepots in und nahe der iranischen Hauptstadt Teheran am Samstag erklärte der Minister, dabei habe es sich lediglich um "örtliche Treibstofflager zum Auffüllen des Benzintanks" gehandelt.

Angesichts der massiv gestiegenen Ölpreise auf dem Weltmarkt versuchte Wright zu beruhigen. Die Auswirkungen des Iran-Krieges seien nur vorübergehend – "im schlimmsten Fall ein paar Wochen, aber nicht Monate".

Wegen der militärischen Eskalation im Nahen Osten war der Ölpreis zuletzt stark gestiegen. Bei Handelsschluss am Freitag lag der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent bei 92,69 Dollar und damit acht Prozent höher als am Vortag sowie rund 27,88 Prozent über dem Wert der Vorwoche. Die US-Sorte WTI legte um mehr als zwölf Prozent zu und verteuerte sich innerhalb einer Woche sogar um rund 36 Prozent.

Seit Beginn des Iran-Kriegs ist zudem die strategisch wichtige Straße von Hormus faktisch blockiert. Durch die Meerenge zwischen der arabischen Halbinsel und dem Iran verläuft rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports.

Wright zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die Preise nicht dauerhaft steigen werden. Die Welt sei "sehr gut mit Energie versorgt". Es gebe "keine Energieknappheit in der gesamten westlichen Hemisphäre", sagte der Minister im Sender CBS. Bei den Preissprüngen handele es sich eher um "emotionale Reaktionen und die Angst, dass es sich um einen lang dauernden Krieg handelt".

In den USA selbst sind die Folgen jedoch bereits spürbar: Laut Angaben des US-Autoversicherers AAA stieg der Benazinpreis innerhalb einer Woche um 16 Prozent, Diesel verteuerte sich um 22 Prozent. Die steigenden Treibstoffkosten könnten politische Auswirkungen haben – insbesondere mit Blick auf die anstehenden Zwischenwahlen im November. Bereits vor Beginn des Iran-Krieges waren die Umfragewerte von Präsident Donald Trump deutlich gesunken.

OZD


OZD-Kommentar – Die gefährliche Balance des Ölkriegs

Washington versucht offensichtlich, eine rote Linie im Iran-Krieg einzuziehen: Militärische Ziele ja, Energieanlagen nein. Der Grund ist offensichtlich – ein Angriff auf Öl- oder Gasfelder könnte eine globale Energiekrise auslösen. Dennoch bleibt die Situation extrem fragil. Schon die faktische Blockade der Straße von Hormus hat die Märkte nervös gemacht. Selbst wenn die USA ihre Angriffe begrenzen, kann der Iran jederzeit die Energie-Infrastruktur der Region ins Visier nehmen. Der Krieg wird damit auch zu einem Spiel um Ölpreise, Inflation und politische Stabilität. Und genau hier liegt die größte Gefahr für die Weltwirtschaft.

Historischer Hintergrund:
Mehrere Konflikte im Nahen Osten führten in der Vergangenheit zu Ölpreisschocks, etwa die Ölkrise von 1973 oder der Tankerkrieg zwischen Iran und Irak in den 1980er Jahren.

Zukunftsprognose:
Sollte die Straße von Hormus länger blockiert bleiben, könnten Energiepreise weltweit weiter steigen und die Inflation erneut antreiben.


Lesermeinungen:

"Der Iran-Krieg könnte schnell zu einer Energiekrise werden." Volker H. 

"Wenn Hormus blockiert bleibt, wird Benzin überall teurer." Lette Mari 

"Die USA versuchen offenbar, eine Ölkatastrophe zu vermeiden." Hugo Bohm




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Mini-Infobox

US-Position: keine Angriffe auf Öl- und Gas-Anlagen

Brent-Preis: 92,69 Dollar pro Barrel

WTI-Anstieg: +36 % in einer Woche

Benzinpreis USA: +16 % innerhalb einer Woche

strategischer Engpass: Straße von Hormus

OZD-Analyse

Strategie der USA
a) militärische Ziele statt Energieanlagen
– Vermeidung globaler Ölkrise
b) politische Kommunikation
– Märkte beruhigen
c) Risiko begrenzen
– Konflikt nicht ausweiten

Reaktion der Märkte
a) starke Preissteigerungen
– Brent und WTI steigen deutlich
b) Unsicherheit der Investoren
– Angst vor längerem Krieg
c) Energie als geopolitischer Faktor
– Märkte reagieren sofort

Politische Folgen
a) steigende Benzinpreise
– Belastung für Verbraucher
b) Einfluss auf US-Wahlen
– Energiepreise politisch sensibel
c) globaler Druck
– wirtschaftliche Auswirkungen weltweit

Wer ist Chris Wright?
Chris Wright ist Energieminister der Vereinigten Staaten. In dieser Funktion verantwortet er unter anderem die Energiepolitik sowie strategische Fragen rund um Versorgungssicherheit und Energiemärkte.

Was ist die Straße von Hormus?
Die Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie gilt als wichtigste Öltransportroute der Welt und verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean.

OZD-Extras
An manchen Tagen passieren mehr als 20 Millionen Barrel Öl die Straße von Hormus – etwa ein Fünftel des weltweiten Verbrauchs.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.