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Arktis im Fokus der Nato: Merz, Carney und Störe senden militärisches Signal

Beim Nato-Manöver „Cold Response“ in Norwegen bekräftigen Deutschland, Norwegen und Kanada ihre Bereitschaft, die Arktis militärisch zu verteidigen.

Beim Nato-Großmanöver „Cold Response“ in Norwegen haben Deutschland, Norwegen und Kanada ihre Bereitschaft zur Verteidigung der Arktis bekräftigt. „Wir sind bereit, (...) das zu verteidigen, was wir den Hohen Norden nennen“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz am Freitag auf Englisch während eines Besuchs auf dem Militärstützpunkt Bardufoss im Norden Norwegens.

Auch der kanadische Premierminister Mark Carney unterstrich die militärische Entschlossenheit der beteiligten Staaten. „Wir sind bestens darauf vorbereitet - einzeln und gemeinsam -, die Arktis und den hohen Norden zu verteidigen“, erklärte er.

Das Ziel des Nato-Manövers sei es, die militärischen Fähigkeiten der Allianz angesichts möglicher Bedrohungen weiter zu stärken. „Diese Fähigkeiten angesichts Russlands und jeder externen Bedrohung weiter zu stärken“, sagte Carney an der Seite des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Störe und von Bundeskanzler Merz.

An der elf Tage dauernden Übung nehmen rund 25.000 Soldaten teil. Dabei wird insbesondere der Einsatz unter extremen winterlichen Bedingungen trainiert, um die Verteidigungsfähigkeit in der Arktis zu verbessern. Norwegen organisiert das Manöver alle zwei Jahre. Auch die Bundeswehr ist mit etwa 1600 Soldaten beteiligt.

Die Sicherheitslage im hohen Norden hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschärft. Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie durch geopolitische Spannungen in der Arktis wächst die Bedeutung der Region für Nato-Staaten.

Norwegens Regierungschef Störe kritisierte in diesem Zusammenhang auch geopolitische Forderungen nach territorialen Ansprüchen. „Zu sagen, ein Land könne sich Territorium eines anderen Landes nehmen, ist inakzeptabel“, erklärte er.

Die Frage, ob den USA bei der Sicherheit im hohen Norden vertraut werden könne, beantworteten Merz, Störe und Carney übereinstimmend positiv. Die Stabilität der Region liege auch im Interesse der Vereinigten Staaten, erklärte Störe.

Während der Übung zeigte auch Russland militärische Präsenz in der Region. Das norwegische Militär teilte mit, dass in dieser Woche an zwei aufeinanderfolgenden Tagen F-35-Kampfjets eingesetzt wurden, um russische Militärflugzeuge im internationalen Luftraum im Norden des Landes abzufangen. Solche Flüge seien „weder ungewöhnlich noch dramatisch“, erklärte das Militär.

Die russischen Missionen zielten vermutlich darauf ab, Informationen über das Nato-Manöver zu sammeln.

Neben militärischen Fragen stand bei dem Besuch auch die Zusammenarbeit im Weltraumsektor auf der Agenda. Auf der norwegischen Insel Andøya kündigten Merz und Störe eine engere Kooperation zwischen Deutschland und Norwegen in der Raumfahrt an.

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe soll Möglichkeiten für eine strategische Partnerschaft prüfen. Ziel sei es unter anderem, die Satellitenkommunikation zu sichern und die Aufklärungsfähigkeiten Europas zu verbessern, sagte Merz.

Die Arktis gewinnt weltweit zunehmend an Bedeutung. Durch die schnelle Erwärmung der Region schmilzt das Meereis immer schneller, wodurch neue Schifffahrtsrouten entstehen und der Zugang zu Rohstoffen wie Öl und Gas erleichtert wird.

OZD / ©AFP

OZD-Kommentar – Der Wettlauf um die Arktis hat begonnen

Die Bilder von Nato-Regierungschefs in Tarnjacken im arktischen Schnee sind mehr als nur Symbolpolitik. Sie zeigen, dass die Arktis zunehmend zu einem geopolitischen Brennpunkt wird. Während das Eis schmilzt, wachsen die wirtschaftlichen und strategischen Interessen der großen Mächte. Rohstoffe, neue Handelsrouten und militärische Kontrolle machen die Region zu einem Schlüsselgebiet der Zukunft. Die Nato reagiert mit Manövern und militärischer Präsenz, Russland mit eigenen Aktivitäten. Gleichzeitig rückt auch die Raumfahrt stärker in den Fokus, weil Satelliten für Kommunikation und Aufklärung entscheidend sind. Wenn diese Entwicklung anhält, könnte der Hohe Norden in den kommenden Jahren zu einer der wichtigsten geopolitischen Konfliktzonen der Welt werden.

Mini-Infobox

– Nato-Manöver „Cold Response“ findet in Norwegen statt
– Rund 25.000 Soldaten nehmen teil
– Etwa 1600 Soldaten der Bundeswehr beteiligt
– Übung simuliert Einsätze unter extremen Winterbedingungen

OZD-Analyse

Strategische Bedeutung der Arktis
a) neue Schifffahrtsrouten durch schmelzendes Eis
b) Zugang zu Öl, Gas und seltenen Rohstoffen
c) militärische Kontrolle über wichtige Seewege

Militärische Entwicklungen
a) Nato verstärkt Präsenz im hohen Norden
b) Russland zeigt ebenfalls militärische Aktivitäten
c) Übungen sollen Einsatzfähigkeit unter extremen Bedingungen testen

Europäische Sicherheitsstrategie
– stärkere Kooperation zwischen Nato-Staaten
– Ausbau von Aufklärung und Satellitenkommunikation
– wachsende Bedeutung der Raumfahrt für Sicherheitspolitik

Erklärungen / Wissensblock

Wer ist Friedrich Merz?
Friedrich Merz ist seit 2025 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und Vorsitzender der CDU. Als Regierungschef vertritt er Deutschland in internationalen Bündnissen wie der Nato und der Europäischen Union.

Was ist „Cold Response“?
„Cold Response“ ist ein regelmäßig stattfindendes Nato-Großmanöver in Norwegen. Dabei trainieren Soldaten aus verschiedenen Bündnisstaaten militärische Einsätze unter extremen winterlichen Bedingungen, insbesondere zur Verteidigung der Arktis.

Historischer Hintergrund

Während des Kalten Krieges spielte die Arktis bereits eine wichtige Rolle im militärischen Gleichgewicht zwischen Nato und Sowjetunion. In den vergangenen Jahren rückte die Region erneut stärker in den Fokus, da das schmelzende Eis wirtschaftliche und strategische Chancen eröffnet.

Prognose

Mit dem fortschreitenden Klimawandel dürfte die Arktis weiter an geopolitischer Bedeutung gewinnen. Neue Handelsrouten und Rohstoffvorkommen werden den Wettbewerb zwischen Nato-Staaten, Russland und anderen Mächten weiter verschärfen. Militärische Präsenz und internationale Kooperationen könnten deshalb in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut werden.

Gewinnspiel

Wie viele Soldaten nehmen ungefähr am Nato-Manöver „Cold Response“ teil?

A) 5.000
B) 10.000
C) 25.000
D) 50.000

Hier teilnehmen:
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

OZD-Extra

Die Arktis erwärmt sich laut Forschern drei- bis viermal schneller als der globale Durchschnitt – ein Tempo, das die geopolitische Bedeutung der Region stark verändert.


Alle Angaben ohne Gewähr. 

Titelbild: AFP