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Drohungen, Raketen, Diplomatie: Internationales Zögern bei Trumps Hormus-Plan

Donald Trump fordert internationale Kriegsschiffe zum Schutz der Straße von Hormus. Viele Staaten reagieren jedoch zurückhaltend – während der Konflikt weiter eskaliert.

Mit seiner Forderung nach einer internationalen Militärmission zum Schutz der Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus ist US-Präsident Donald Trump auf eine eher verhaltene Reaktion anderer Staaten gestoßen. Während die diplomatischen Antworten aus vielen Hauptstädten zurückhaltend ausfielen, setzte sich die militärische Eskalation im Nahen Osten weiter fort.

Zunächst hatte Trump angekündigt, die US-Marine werde bald damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Kurz darauf änderte er jedoch seine Position und forderte andere Staaten auf, Kriegsschiffe in die Region zu entsenden, um die wichtige Schifffahrtsroute abzusichern.

Der US-Präsident erklärte, "viele Länder" würden sich beteiligen, und nannte unter anderem China, Frankreich, Japan, Südkorea und Großbritannien. Die Bundesregierung hatte eine deutsche Beteiligung bereits zuvor ausgeschlossen.

In London zeigte sich die Regierung zurückhaltend. Der britische Minister für Energiesicherheit, Ed Miliband, erklärte, entscheidend sei es jetzt, "den Konflikt zu deeskalieren".

Auch aus Japan kamen vorsichtige Signale. Ein Vertreter der Regierung erklärte, die gesetzlichen Voraussetzungen für die Entsendung japanischer Marineschiffe seien "extrem hoch".

Das südkoreanische Präsidialamt reagierte ebenfalls ausweichend. Seoul beobachte die Äußerungen Trumps genau und werde "das Thema in enger Abstimmung mit den Vereinigten Staaten gründlich betrachten".

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi warnte unterdessen andere Staaten vor einer militärischen Beteiligung. Schritte, die zu einer "Eskalation und Ausweitung des Konflikts führen", sollten vermieden werden, erklärte er.

Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar hat sich die Sicherheitslage in der Straße von Hormus drastisch verschlechtert. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird inzwischen faktisch vom iranischen Militär kontrolliert.

Die iranischen Revolutionsgarden haben die Passage de facto blockiert. Zudem beschoss der Iran mehrere Ölanlagen in der Golfregion sowie Tanker im Persischen Golf. Die Spannungen führten zu einem deutlichen Anstieg der weltweiten Öl- und Gaspreise.

Parallel zu den diplomatischen Spannungen setzten sich auch die militärischen Aktionen fort. Israel meldete am Sonntag neue Luftangriffe auf Ziele im Westen des Iran.

Die iranischen Revolutionsgarden reagierten mit scharfen Drohungen gegen den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu. Sie erklärten, sie würden den "Kinder-tötenden Kriminellen" Netanjahu "mit aller Kraft verfolgen und töten".

Auch die iranische Armee meldete neue Angriffe auf Israel. Demnach wurden das Hauptquartier einer israelischen Polizei-Spezialeinheit sowie ein Zentrum für Satellitenkommunikation mit Drohnen attackiert.

Gleichzeitig berichteten mehrere Golfstaaten von weiteren Angriffen. Bahrain und Saudi-Arabien erklärten, iranische Angriffe abgewehrt zu haben. Auch über Dubai wurden nach Behördenangaben erneut Geschosse abgefangen.

Zuvor hatte die iranische Armee Zivilisten aufgefordert, Hafenanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu meiden.

In Kuwait wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums zwei Drohnen auf einen Luftwaffenstützpunkt gelenkt, auf dem US-Soldaten stationiert sind. Drei Menschen wurden dabei leicht verletzt.

US-Präsident Trump bekräftigte unterdessen, dass er derzeit keine Verhandlungen mit dem Iran plane. Zwei Wochen nach Beginn des Krieges erklärte er in einem Fernsehinterview, die USA würden ihre Angriffe entlang der iranischen Nordküste fortsetzen.

Zudem stellte er weitere Angriffe auf die iranische Öl-Umschlaginsel Charg in Aussicht. Diese könne erneut bombardiert werden, "einfach zum Spaß".

Die USA hatten die Insel bereits am Freitag angegriffen. Nach Angaben Trumps wurden dabei militärische Ziele "vollständig ausradiert". Iranische Behörden erklärten jedoch, der Exportbetrieb auf der Insel laufe weiterhin ohne Einschränkungen.

Teheran reagierte mit scharfen Drohungen. Ein Sprecher der iranischen Armee erklärte, im Falle weiterer US-Angriffe auf iranische Ölanlagen würden alle Öl- und Energieanlagen von Unternehmen zerstört, die teilweise im Besitz der USA seien oder mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiteten. Diese würden "unverzüglich zerstört und in Schutt und Asche gelegt".

Auch die Schweiz reagierte auf die eskalierende Lage. Die Regierung in Bern lehnte zwei Überfluggesuche für US-Militärflugzeuge ab. Sie verwies dabei auf ihre Neutralität.

"Das Neutralitätsrecht verbietet Überflüge der Konfliktparteien, die einen militärischen Zweck im Zusammenhang mit dem Konflikt verfolgen", erklärte die Schweizer Regierung.

OZD / ©AFP

OZD-Kommentar – Der Konflikt droht zum Weltkrisenherd zu werden

Die Straße von Hormus ist einer der sensibelsten Punkte der globalen Wirtschaft. Wenn dort Kriegsschiffe patrouillieren und Raketenangriffe stattfinden, betrifft das nicht nur den Nahen Osten, sondern die gesamte Welt.

Die Reaktionen auf Donald Trumps Forderung zeigen jedoch ein klares Bild: Viele Staaten wollen sich militärisch nicht in diesen Konflikt hineinziehen lassen. Zu groß ist das Risiko, in einen direkten Krieg mit dem Iran verwickelt zu werden.

Die Folge könnte ein gefährliches Machtvakuum sein. Wenn internationale Schutzmissionen ausbleiben und gleichzeitig militärische Angriffe weiter zunehmen, steigt die Gefahr eines unkontrollierbaren Flächenbrands im Nahen Osten. Sollte die Straße von Hormus tatsächlich dauerhaft blockiert werden, könnten die wirtschaftlichen Folgen weltweit dramatisch sein.

Mini-Infobox

Wichtige Fakten zur Hormus-Krise

– Straße von Hormus ist zentrale Route für Öltransporte
– Rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels passieren die Meerenge
– Iran kontrolliert seit Kriegsbeginn Teile der Passage
– Trump fordert internationale Marine-Einsätze
– Viele Staaten reagieren bislang zurückhaltend

OZD-Analyse

Strategische Bedeutung der Straße von Hormus

a) Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean.

b) Ein großer Teil des weltweiten Öl- und Gastransports passiert diesen Seeweg.

c) Militärische Spannungen dort haben sofort globale wirtschaftliche Auswirkungen.

Politische Reaktionen auf Trumps Forderung

a) Mehrere Staaten reagieren vorsichtig oder ausweichend.

b) Viele Regierungen wollen eine direkte militärische Beteiligung vermeiden.

c) Gleichzeitig wächst der Druck, den internationalen Handel zu schützen.

Militärische Eskalation in der Region

a) Israel und Iran greifen sich gegenseitig weiterhin an.

b) Mehrere Golfstaaten werden ebenfalls in den Konflikt hineingezogen.

c) Die Gefahr einer regionalen Ausweitung bleibt hoch.

Erklärungen / Wissensblock

Was ist die Straße von Hormus?

Die Straße von Hormus ist eine strategisch wichtige Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und gilt als eine der wichtigsten Energie-Handelsrouten der Welt.

Was sind die iranischen Revolutionsgarden?

Die Revolutionsgarden sind eine Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte. Sie wurden nach der islamischen Revolution 1979 gegründet und spielen eine zentrale Rolle in der Militärstrategie sowie in der Außenpolitik des Iran.

Historischer Hintergrund

Die Straße von Hormus ist seit Jahrzehnten ein geopolitischer Brennpunkt. Immer wieder drohte der Iran in Konflikten mit westlichen Staaten damit, die Passage zu blockieren. Militärische Spannungen in der Region führten in der Vergangenheit mehrfach zu Zwischenfällen mit Tankern und Kriegsschiffen.

Prognose

Sollte sich keine internationale Lösung für die Sicherung der Schifffahrt finden, könnte sich die Krise weiter zuspitzen. Experten warnen, dass eine dauerhafte Blockade der Straße von Hormus erhebliche Auswirkungen auf Energiepreise, Handel und die Stabilität der Weltwirtschaft haben könnte.

Gewinnspiel

Frage: Wie viel Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports passieren ungefähr die Straße von Hormus?

A) 5 Prozent
B) 10 Prozent
C) 20 Prozent
D) 35 Prozent

Die richtige Antwort finden Sie im Artikel.

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

OZD-Extra

Die Straße von Hormus ist an ihrer engsten Stelle nur rund 40 Kilometer breit – dennoch passieren täglich Millionen Barrel Rohöl diese strategisch entscheidende Route.

Alle Angaben ohne Gewähr. 

Titelbild: AFP