Fed-Chef Jerome Powell begründete die Entscheidung mit der unklaren wirtschaftlichen Lage. „Die Auswirkungen des Kriegs auf die US-Wirtschaft sind ungewiss“, erklärte er in Washington. Besonders die Entwicklung der Energiepreise bereitet der Notenbank Sorgen.
„Unter dem Strich wird der Ölpreisschock weiterhin Druck nach unten auf Verbraucherausgaben und Beschäftigung und Druck nach oben auf die Inflation ausüben“, sagte Powell. Kurzfristig würden steigende Energiepreise die Inflation zusätzlich anheizen.
Die Fed hat ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr auf 2,7 Prozent angehoben. Gleichzeitig wird die Arbeitslosenquote stabil bei 4,4 Prozent erwartet. Beim Wirtschaftswachstum zeigt sich die Notenbank leicht optimistischer: Das Bruttoinlandsprodukt soll um 2,4 Prozent steigen.
Im Offenmarktausschuss stimmten elf Mitglieder für die Beibehaltung des Leitzinses. Lediglich Stephen Miran sprach sich für eine Zinssenkung aus.
Die Entscheidung steht auch im politischen Spannungsfeld. US-Präsident Donald Trump hatte die Fed wiederholt zu Zinssenkungen gedrängt, um die Wirtschaft zu stimulieren. Gleichzeitig laufen Ermittlungen gegen Powell, die seine Amtszeit beeinflussen könnten.
Sollte sich die Bestätigung eines Nachfolgers verzögern, könnte Powell über das reguläre Ende seiner Amtszeit hinaus kommissarisch im Amt bleiben.
Die Entscheidung der Fed wird international genau beobachtet. Auch die Europäische Zentralbank, die Bank of England und die japanische Zentralbank stehen vor wichtigen Zinsentscheidungen.
OZD
OZD-Kommentar – Vorsicht statt Risiko
Die Fed setzt in unsicheren Zeiten auf Stabilität. Angesichts eines eskalierenden Konflikts im Nahen Osten wäre eine Zinssenkung ein riskantes Signal gewesen. Höhere Energiepreise treiben die Inflation – und genau das will die Notenbank kontrollieren. Gleichzeitig zeigt sich, wie stark geopolitische Krisen die Wirtschaftspolitik beeinflussen. Die Fed muss nicht nur auf Konjunkturdaten reagieren, sondern auch auf globale Unsicherheiten. Die Entscheidung, den Leitzins stabil zu halten, ist daher weniger ein Zeichen von Zurückhaltung als vielmehr Ausdruck strategischer Vorsicht.
Historischer Hintergrund
Geopolitische Konflikte haben in der Vergangenheit immer wieder Einfluss auf die Geldpolitik gehabt. Besonders steigende Ölpreise führten häufig zu Inflationsdruck und zwangen Notenbanken zu vorsichtigen Entscheidungen.
Zukunftsprognose
Sollte der Konflikt im Nahen Osten weiter eskalieren, könnten steigende Energiepreise die Inflation zusätzlich antreiben. In diesem Fall dürfte die Fed weiterhin an einer vorsichtigen Zinspolitik festhalten.
Gewinnspiel
Frage: Warum hat die US-Notenbank den Leitzins vorerst nicht verändert?
A) Wegen sinkender Inflation
B) Wegen politischer Entscheidungen
C) Wegen Unsicherheiten durch den Iran-Krieg
D) Wegen steigender Arbeitslosigkeit
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Mini-Infobox
Institution: US-Notenbank Fed
Leitzins: 3,5–3,75 Prozent
Inflation 2026: Prognose 2,7 Prozent
Arbeitslosigkeit: 4,4 Prozent
Hintergrund: Iran-Krieg und Ölpreise
OZD-Analyse
Geopolitik beeinflusst Geldpolitik stark.
– Der Iran-Krieg sorgt für Unsicherheit.
– Energiepreise treiben Inflation.
Die Fed setzt auf Stabilität.
– a) Leitzins bleibt unverändert.
– b) Mehrheit im Ausschuss unterstützt Entscheidung.
– c) Einzelne Stimmen fordern Lockerung.
Politischer Druck wächst.
– a) Trump fordert Zinssenkungen.
– b) Ermittlungen gegen Powell sorgen für Spannungen.
– c) Unabhängigkeit der Fed wird diskutiert.
Wer ist Jerome Powell?
Jerome Powell ist der Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve. Er verantwortet die Geldpolitik der Vereinigten Staaten und steht im Zentrum wirtschaftspolitischer Entscheidungen.
Was ist die Federal Reserve (Fed)?
Die Federal Reserve ist die Zentralbank der USA. Sie steuert die Geldpolitik, legt den Leitzins fest und hat großen Einfluss auf Inflation, Wachstum und Beschäftigung.
OZD-Extras
Die Entscheidungen der US-Notenbank gelten als richtungsweisend für die gesamte Weltwirtschaft – besonders in Zeiten globaler Krisen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
