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Mega-Schlag gegen Cyberkriminalität: Millionen Geräte aus Botnetzen befreit

Internationale Ermittler zerschlagen zwei riesige Botnetze – Millionen infizierter Geräte waren Teil globaler Cyberangriffe.

Ermittlungsbehörden ist ein bedeutender Schlag gegen die internationale Cyberkriminalität gelungen. In einer koordinierten Aktion mit Partnern aus Kanada und den USA konnten zwei der weltweit größten Botnetze mit den Namen Aisuru und Kimwolf technisch außer Betrieb gesetzt werden. Das teilten das Bundeskriminalamt in Wiesbaden und die Generalstaatsanwaltschaft Köln mit.

Bei Botnetzen handelt es sich um Netzwerke aus mit Schadsoftware infizierten Geräten, die von Kriminellen aus der Ferne gesteuert werden. Diese können für vielfältige Zwecke missbraucht werden – etwa zum Diebstahl sensibler Daten oder zur Durchführung groß angelegter Cyberangriffe auf Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.

Nach Angaben der Ermittler stellten die beiden abgeschalteten Netzwerke aufgrund ihrer enormen Größe eine erhebliche Bedrohung für IT-Infrastrukturen dar. Dem Botnetz Aisuru werden mehrere Millionen infizierte Geräte zugerechnet, darunter Router und Webcams. Das damit verbundene Netzwerk Kimwolf bestand ebenfalls aus Millionen kompromittierter Systeme, insbesondere Android-basierter TV-Geräte.

Im Zuge der Ermittlungen identifizierten die Behörden zwei mutmaßliche Betreiber der Netzwerke. Deren Wohnungen in Deutschland und Kanada wurden durchsucht. Dabei stellten die Ermittler umfangreiche Beweismittel sicher, darunter Datenträger sowie Kryptowährungen im fünfstelligen Bereich.

Die Infektion der betroffenen Geräte erfolgt häufig unbemerkt durch die Nutzer. Schadsoftware wird gezielt über Sicherheitslücken in internetfähigen Geräten verbreitet. Besonders anfällig sind sogenannte IoT-Geräte, die oft nur unzureichend geschützt sind oder keine aktuellen Sicherheitsupdates erhalten. Auch schwache oder fehlende Passwörter erhöhen das Risiko erheblich.

Den Behörden zufolge gingen den Maßnahmen monatelange Ermittlungen voraus. Mit der Zerschlagung der Infrastruktur wurde ein wesentlicher Teil der Angriffskapazitäten der Netzwerke neutralisiert.

OZD / ©AFP

OZD-Kommentar: Unsichtbare Gefahr – der Cyberkrieg im Alltag

Der Erfolg der Ermittler zeigt, wie groß die Bedrohung durch Cyberkriminalität inzwischen ist – und wie unsichtbar sie bleibt. Millionen Geräte werden zu Waffen, ohne dass ihre Besitzer es merken. Doch so wichtig dieser Schlag ist: Er löst das Grundproblem nicht. Solange Sicherheitslücken bestehen und Nutzer fahrlässig mit Technik umgehen, entstehen immer neue Botnetze. Ohne konsequenten Schutz droht eine dauerhafte digitale Verwundbarkeit unserer Gesellschaft.

Mini-Infobox

- Zwei große Botnetze abgeschaltet

- Millionen infizierte Geräte betroffen

- Ermittlungen in Deutschland und Kanada

- Kryptowährungen sichergestellt

- IoT-Geräte besonders gefährdet

OZD-Analyse

1. Technische Dimension

a) Vernetzung von Millionen kompromittierter Geräte

b) Nutzung für großflächige Cyberangriffe

c) Schwierige Rückverfolgbarkeit der Täter

2. Sicherheitsrisiken

a) Schwachstellen in IoT-Geräten

b) Fehlende Updates und Sicherheitsmechanismen

c) Leichte Ausnutzbarkeit durch Kriminelle

3. Bedeutung der Ermittlungen

– Internationale Zusammenarbeit entscheidend

– Abschaltung reduziert Angriffskapazitäten

– Signalwirkung für Cyberabwehr weltweit

Erklärungen / Wissensblock

Was ist ein Botnetz?

Ein Botnetz ist ein Netzwerk aus infizierten Geräten, die von Cyberkriminellen gesteuert werden. Diese Geräte führen Befehle aus, ohne dass die Nutzer davon wissen.

Was sind IoT-Geräte?

IoT steht für „Internet of Things“. Gemeint sind internetfähige Geräte wie Smart-TVs, Kameras oder vernetzte Haushaltsgeräte, die miteinander kommunizieren können.

Historischer Hintergrund

Botnetze sind seit Jahren ein zentrales Werkzeug der Cyberkriminalität. Mit der zunehmenden Verbreitung vernetzter Geräte hat sich ihre Bedeutung stark erhöht. Frühere Großangriffe auf Unternehmen und Behörden zeigten bereits das enorme Schadenspotenzial solcher Netzwerke.

Prognose

Trotz des Erfolgs der Ermittler ist davon auszugehen, dass neue Botnetze entstehen werden. Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung bietet weiterhin Angriffsflächen. Entscheidend wird sein, ob Sicherheitsstandards verbessert und Nutzer stärker sensibilisiert werden.

Gewinnspiel

Welche Geräte waren besonders häufig Teil der Botnetze?

A) Autos

B) IoT-Geräte wie Router und Smart-TVs

C) Flugzeuge

D) Druckmaschinen

Richtige Antwort: B

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OZD-Extra

Viele infizierte Geräte senden dauerhaft Daten – oft ohne spürbare Einschränkungen für den Nutzer.


Alle Angaben ohne Gewähr. 

Titelbild: AFP