„Zwei Ölkrisen und ein Gaskollaps in einem“ – so beschreibt Birol die aktuelle Lage. Ein Vergleich, der aufhorchen lässt. Denn schon die Ölkrisen der 1970er-Jahre hatten massive wirtschaftliche Verwerfungen ausgelöst. Doch diesmal könnte es noch schlimmer werden.
Die Zahlen sind alarmierend.
Während damals rund fünf Millionen Barrel Öl pro Tag ausfielen, sind es aktuell laut Birol bereits elf Millionen Barrel täglich – mehr als doppelt so viel. Gleichzeitig wurden in der Region seit Beginn des Krieges mindestens 40 Energieanlagen schwer beschädigt.
Der zentrale Brennpunkt: die Straße von Hormus.
Durch diese strategisch entscheidende Meerenge läuft rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gastransports. Seit Beginn des Konflikts ist sie faktisch blockiert – mit unmittelbaren Folgen für die globalen Märkte. Die Preise für Öl und Gas schießen in die Höhe, der US-Ölpreis WTI kratzte bereits an der Marke von 100 Dollar pro Barrel.
Die Internationale Energieagentur reagierte mit einem historischen Schritt und gab 426 Millionen Barrel aus ihren Notreserven frei – die größte Freigabe in ihrer Geschichte. Doch ob das reicht, ist unklar.
Denn parallel eskaliert der Krieg weiter.
Israel meldet neue Großangriffe auf Ziele in Teheran, während Iran mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten reagiert. In Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden erneut Bedrohungen abgefangen, Explosionen erschüttern mehrere Regionen.
Die Lage ist damit nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich hochgefährlich. „Kein Land wird von den Auswirkungen verschont bleiben“, warnte Birol.
Die Energiekrise ist längst global – und sie hat gerade erst begonnen.
OZD

OZD-Kommentar – Die Welt steht vor einem Energie-Schock
Diese Warnung sollte niemand unterschätzen. Wenn ein Energieexperte von einer Krise spricht, die schlimmer als zwei Ölkrisen ist, dann ist das kein Alarmismus – sondern Realität. Die Blockade der Straße von Hormus ist ein Szenario, vor dem Experten seit Jahrzehnten warnen. Jetzt ist es eingetreten. Die Folgen treffen nicht nur den Energiemarkt, sondern die gesamte Weltwirtschaft. Steigende Preise, Lieferengpässe, politische Spannungen – all das ist bereits sichtbar. Und das größte Risiko: Eine weitere Eskalation könnte die Lage komplett außer Kontrolle bringen.
Historischer Hintergrund
Die Ölkrisen der 1970er-Jahre führten weltweit zu wirtschaftlichen Einbrüchen, Inflation und Energieknappheit. Auch der Ukraine-Krieg 2022 hatte massive Auswirkungen auf die Energieversorgung, insbesondere in Europa.
Zukunftsprognose
Sollte die Straße von Hormus weiterhin blockiert bleiben, drohen steigende Energiepreise und globale wirtschaftliche Verwerfungen. Eine Entspannung ist aktuell nicht in Sicht.
Gewinnspiel
Frage: Wie viel Prozent des weltweiten Öl- und Gastransports laufen durch die Straße von Hormus?
A) 10 %
B) 20 %
C) 30 %
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Richtige Antwort: B) 20 %
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Mini-Infobox
Thema: Energiekrise
Auslöser: Iran-Krieg
Schlüsselregion: Straße von Hormus
Ölpreis: nahe 100 Dollar
Risiko: globale Wirtschaft
OZD-Analyse
Energieversorgung massiv gestört.
– Rekordverluste bei Ölproduktion.
– Infrastruktur stark beschädigt.
Straße von Hormus als kritischer Faktor.
– a) Zentrale Route für Energiehandel.
– b) Blockade verschärft Krise.
– c) Globale Lieferketten betroffen.
Weltwirtschaft unter Druck.
– a) steigende Energiepreise.
– b) Inflation und Unsicherheit.
– c) politische Spannungen nehmen zu.

Wer ist Fatih Birol?
Fatih Birol ist Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA) und zählt zu den wichtigsten Experten für globale Energiepolitik.
Was ist die Internationale Energieagentur (IEA)?
Die IEA ist eine internationale Organisation, die sich mit Energieversorgung, Energiesicherheit und Marktanalysen befasst.
OZD-Extras
Die aktuelle Freigabe von Ölreserven ist die größte in der Geschichte der IEA – ein Zeichen für die Dramatik der Lage.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
