Mit 56,5 Prozent ließ Krause dem bisherigen OB keine Chance. Reiter kam nur auf 43,5 Prozent – und räumte seine Niederlage ungewöhnlich offen ein: „Ich hab’s verbockt.“
Der Wahlausgang ist mehr als ein persönlicher Erfolg für Krause – er steht für einen politischen Umbruch in einer Stadt, die lange als SPD-Hochburg galt. Schon bei der Stadtratswahl hatten die Grünen die stärkste Kraft gestellt. Jetzt folgt der nächste Schritt.
Dabei sah es zunächst anders aus.
In der ersten Wahlrunde lag Reiter noch vorn. Doch im entscheidenden zweiten Durchgang kippte die Stimmung – auch wegen eines späten Skandals. Kurz vor der Wahl war bekannt geworden, dass Reiter Einnahmen aus seiner Tätigkeit beim FC Bayern München in Höhe von 90.000 Euro nicht offengelegt hatte.
Für viele Wähler offenbar ein Wendepunkt.
Krause sprach nach seinem Sieg von „Aufbruch“ und „Erneuerung“. Worte, die den Nerv vieler Münchner getroffen haben dürften.
Auch in anderen Städten Bayerns kam es zu Überraschungen. In Augsburg verlor CSU-Amtsinhaberin Eva Weber deutlich gegen den SPD-Kandidaten Florian Freund. In Nürnberg konnte sich hingegen CSU-OB Marcus König behaupten. Regensburg und Rosenheim gingen an die SPD.
Besonders bemerkenswert: Auch auf Landkreisebene konnten die Grünen erstmals punkten. In Landsberg am Lech gewann Daniela Groß und wird damit die erste grüne Landrätin Bayerns.
Die Kommunalwahl zeigt damit deutlich: Die politischen Kräfteverhältnisse im Freistaat verschieben sich spürbar.
OZD

OZD-Kommentar – München sendet ein politisches Signal
Dieser Wahlsieg ist ein Signal weit über München hinaus. Eine SPD-Hochburg fällt – und das deutlich. Die Grünen profitieren von einem klaren Wunsch nach Veränderung, während die SPD an Vertrauen verliert. Der Fall Reiter hat diesen Trend beschleunigt, aber nicht allein verursacht. Es geht um mehr: um Glaubwürdigkeit, Transparenz und neue politische Ansätze. München ist damit ein Vorbote für mögliche Entwicklungen auch auf Landes- und Bundesebene. Die politische Landschaft wird beweglicher – und unberechenbarer.
Historischer Hintergrund
München galt lange als Hochburg der SPD. Über Jahrzehnte stellte die Partei den Oberbürgermeister und prägte die Stadtpolitik maßgeblich.
Zukunftsprognose
Der Sieg der Grünen könnte Signalwirkung für weitere Städte haben. Gleichzeitig steht die SPD vor der Herausforderung, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Gewinnspiel
Frage: Wie hoch war der Stimmenanteil von Dominik Krause in der Stichwahl?
A) 52,5 %
B) 54,0 %
C) 56,5 %
D) 58,0 %
Zum Mitmachen:
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Mini-Infobox
Stadt: München
Sieger: Dominik Krause (Grüne)
Ergebnis: 56,5 %
Gegner: Dieter Reiter (SPD)
Besonderheit: Erster grüner OB
OZD-Analyse
Historischer Machtwechsel in München.
– Grüne übernehmen erstmals das Amt.
– SPD verliert ihre Hochburg.
Wahlentscheidung durch mehrere Faktoren geprägt.
– a) Wunsch nach politischer Erneuerung.
– b) Vertrauensverlust durch Skandal.
– c) starke Mobilisierung der Grünen.
Signalwirkung über München hinaus.
– a) Verschiebung politischer Kräfte.
– b) Grüne gewinnen an Bedeutung.
– c) SPD unter Druck.
Wer ist Dominik Krause?
Dominik Krause ist ein deutscher Politiker der Grünen. Mit seinem Wahlsieg wird er erstmals Oberbürgermeister von München.
Wer ist Dieter Reiter?
Dieter Reiter ist ein SPD-Politiker und war bisher Oberbürgermeister von München. Nach seiner Wahlniederlage endet seine Amtszeit.
OZD-Extras
Mit dem Sieg in München stellen die Grünen erstmals den Oberbürgermeister einer der größten Städte Deutschlands.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.