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Feuerpause im Iran-Krieg – doch Raketen fliegen weiter!

Die Welt atmet kurz auf – und hält gleichzeitig den Atem an: USA und Iran verkünden eine Feuerpause, doch nur Stunden später erschüttern neue Angriffe die Region.

Nach mehr als fünf Wochen Krieg haben die USA und der Iran eine von Pakistan vermittelte Waffenruhe vereinbart. US-Präsident Donald Trump verkündete die "beidseitige Waffenruhe" am Dienstagabend über Truth Social und erklärte, "alle militärischen Ziele" seien erreicht. Auch Teheran sprach von einem "großartigen Sieg". Die Vereinbarung sieht unter anderem die Wiederöffnung der strategisch entscheidenden Straße von Hormus vor.

Die Reaktionen folgten sofort: Der Ölpreis brach zweistellig ein, die Börsen weltweit reagierten mit Kursgewinnen. Der deutsche Leitindex Dax stieg zeitweise um fast fünf Prozent. Die Aussicht auf eine Entspannung im Nahen Osten ließ Märkte aufatmen – zumindest kurzfristig.

Doch die Realität ist komplizierter. Mehrere Golfstaaten meldeten trotz der Waffenruhe neue Angriffe aus dem Iran. In Kuwait wurden Ölanlagen und Kraftwerke beschädigt, die Vereinigten Arabischen Emirate berichteten von abgewehrten Raketen- und Drohnenangriffen, und auch in Bahrain kam es zu Bränden infolge "iranischer Aggression".

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, die Öffnung der Straße von Hormus sei an die Bedingung geknüpft, dass die Angriffe auf den Iran eingestellt werden. Durch diese Meerenge verlaufen rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gastransporte – ihre Stabilität ist entscheidend für die globale Wirtschaft.

International wurde die Einigung grundsätzlich begrüßt. UN-Generalsekretär António Guterres rief zur Einhaltung der Waffenruhe auf. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sprach von einer „dringend benötigten Chance“. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz forderte ein dauerhaftes Ende des Krieges.

Hinter den Kulissen laufen bereits neue Verhandlungen: In Islamabad sollen ab Freitag Gespräche über ein langfristiges Abkommen beginnen. US-Vizepräsident JD Vance bezeichnete die Waffenruhe jedoch als „zerbrechlich“ und mahnte „aufrichtige Verhandlungen“ an.

Ein zentraler Streitpunkt bleibt das iranische Atomprogramm. Während die USA auf ein Ende drängen, sieht ein Vorschlag aus Teheran offenbar weiterhin Urananreicherung vor. Zudem fordert der Iran die Aufhebung von Sanktionen und Reparationen.

OZD



OZD-Kommentar – Waffenruhe mit Sprengkraft

Diese Feuerpause ist ein politisches Schauspiel – und ein gefährliches zugleich. Beide Seiten sprechen von „Sieg“, doch echte Gewinner gibt es nicht. Wenn kurz nach Verkündung der Waffenruhe wieder Raketen fliegen, zeigt das: Die Kontrolle über diesen Konflikt ist brüchig.

Trump inszeniert sich als Friedensstifter, während gleichzeitig militärischer Druck bestehen bleibt. Der Iran wiederum nutzt die Situation, um seine Forderungen nach Sanktionserleichterungen und Urananreicherung durchzusetzen. Das Ergebnis ist kein Frieden – sondern ein taktisches Patt.

Besonders alarmierend ist die Lage in den Golfstaaten. Angriffe auf Energieinfrastruktur könnten jederzeit eskalieren und die Weltwirtschaft ins Chaos stürzen. Die Märkte reagieren euphorisch – doch diese Euphorie könnte schnell in Panik umschlagen.

Die Prognose ist eindeutig: Ohne klare Einigung über das Atomprogramm und Sicherheitsgarantien wird diese Waffenruhe scheitern. Und dann droht eine Eskalation, die weit über den Nahen Osten hinausreicht.

Historischer Hintergrund

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran reicht bis zur Islamischen Revolution 1979 in Teheran zurück. Seitdem prägen politische Spannungen, wirtschaftliche Sanktionen und militärische Drohungen das Verhältnis. Der aktuelle Krieg begann am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik Iran.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Rund ein Fünftel der globalen Öl- und Gastransporte passieren diese Meerenge, was sie zu einem zentralen geopolitischen Brennpunkt macht.

Zukunftsprognose

Die kommenden Tage entscheiden über Krieg oder Frieden. Sollten die Gespräche in Islamabad erfolgreich verlaufen, könnte ein dauerhafter Waffenstillstand möglich sein.

Scheitern die Verhandlungen, droht eine neue Eskalation mit globalen Folgen: steigende Energiepreise, wirtschaftliche Unsicherheit und möglicherweise eine Ausweitung des Konflikts auf weitere Länder wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate.

Langfristig könnte der Konflikt auch die Machtbalance zwischen den USA, China und Russland verschieben – insbesondere, wenn Peking seinen Einfluss weiter ausbaut.


Gewinnspiel

Frage: Welche wichtige Meerenge soll im Zuge der Waffenruhe wieder geöffnet werden?
A) Bosporus
B) Straße von Hormus
C) Suezkanal
D) Straße von Gibraltar

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Mini-Infobox

Waffenruhe: 2 Wochen

Vermittler: Pakistan

Schlüsselroute: Straße von Hormus

Reaktion Märkte: Ölpreis fällt, Börsen steigen

Risiko: Neue Angriffe trotz Vereinbarung

OZD-Analyse

Politische Inszenierung
– Beide Seiten erklären sich zum Sieger

Konfliktstruktur
– a) Streit um Atomprogramm
– b) Sanktionen und Reparationen
– c) Einfluss externer Mächte wie China

Globale Folgen
– Instabile Energieversorgung
– Volatile Finanzmärkte
– Risiko eines regionalen Flächenbrands


Erklärungen

Wer ist Donald Trump?
Donald Trump ist Präsident der USA und verfolgt eine konfrontative Außenpolitik, insbesondere gegenüber Staaten wie dem Iran.

Was ist die Straße von Hormus?
Die Straße von Hormus ist eine strategisch wichtige Meerenge zwischen Iran und Oman, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels verläuft.

OZD-Extras

Mehr als 2000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten stecken aktuell im Persischen Golf fest – ihre Freigabe könnte die globalen Lieferketten schlagartig entlasten.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.