Beim Hamburger SV liegen nach der Derby-Niederlage die Nerven blank. Nach dem 1:3 beim Werder Bremen ärgert sich die Mannschaft vor allem über sich selbst – genauer gesagt über die anhaltende Flut an Platzverweisen.
„Ich verstehe es nicht, wie man so viele Rote Karten kriegen kann. Das ist einfach nicht clever, das ist doof“, sagte Nicolai Remberg deutlich. Besonders bitter: Die Rote Karte gegen Philip Otele in der 79. Minute – nur 13 Minuten nach seiner Einwechslung – brachte den HSV erneut in Unterzahl. Es war bereits der achte Platzverweis der Saison.
Auch Trainer Merlin Polzin sieht das Problem, formuliert es jedoch diplomatischer: „Wir sind keine unfaire Mannschaft, aber es hilft uns als Aufsteiger nicht, wenn wir regelmäßig in Unterzahl sind.“ Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Mit fünf Gelb-Roten und drei direkten Roten Karten führen die Hamburger die Disziplin-Statistik der Liga deutlich an.
Die Konsequenzen sind spürbar. Immer wieder muss das Team Spiele in Unterzahl zu Ende bringen – ein enormer Kraftaufwand, der sich in den Ergebnissen widerspiegelt. Nur ein Sieg aus den letzten neun Partien lässt die Alarmglocken schrillen.
Dabei ist die Ausgangslage im Abstiegskampf noch nicht hoffnungslos. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt fünf Punkte. Doch das Restprogramm hat es in sich: Mit Spielen gegen TSG Hoffenheim, Eintracht Frankfurt, SC Freiburg und Bayer Leverkusen warten schwere Aufgaben.
Neben den Spielern geriet im Derby sogar der Staff aus der Fassung: Physiotherapeut Tim Roussis und Co-Trainer Loic Fave sahen ebenfalls Rot – ein weiteres Zeichen für die aufgeheizte Stimmung.
Für Remberg ist klar, worauf es jetzt ankommt: „Jetzt zusammenzuhalten, ist eine große Kunst.“ Denn eines steht fest – mit weiteren Platzverweisen wird der Klassenerhalt zur Herkulesaufgabe.
OZD / ©AFP
OZD-Kommentar – Selbstverschuldete Krise:
Der HSV macht sich das Leben selbst schwer. Acht Platzverweise in 30
Spielen sind kein Zufall, sondern ein strukturelles Problem. Es fehlt an
Spielkontrolle, Disziplin und vielleicht auch an mentaler Reife. Gerade
für einen Aufsteiger ist das fatal – denn jeder unnötige Platzverweis
kostet Punkte. Die Konkurrenz braucht keine Geschenke, der HSV liefert
sie regelmäßig. Die Prognose ist eindeutig: Wenn die Hamburger ihre
Undiszipliniertheit nicht sofort abstellen, wird der Vorsprung schnell
zusammenschmelzen – und der Abstiegskampf zur bitteren Realität.
Lesermeinung:
"Mit so vielen Platzverweisen schießt sich der HSV selbst ins Aus – das hat nichts mit Pech zu tun." Ute+
OZD-Analyse:
Disziplinproblem als Hauptursache
a) Acht Platzverweise in 30 Spielen
Negativer Spitzenwert der Liga
Wiederkehrendes Muster
Sportliche Folgen
a) Spiele in Unterzahl
Höherer Kraftaufwand
Schlechtere Ergebnisse
b) Formkrise verstärkt Druck
Nur ein Sieg aus neun Spielen
Abwärtstrend im Saisonendspurt
Schwieriges Restprogramm
a) Duelle gegen Topteams
Wenig Raum für Fehler
Punkte dringend nötig
b) Psychologische Herausforderung
Druck wächst mit jedem Spiel
Teamzusammenhalt entscheidend
Was ist ein Platzverweis?
Ein Platzverweis (Rote Karte) bedeutet im Fußball, dass ein Spieler das
Spielfeld sofort verlassen muss und seine Mannschaft den Rest des Spiels
in Unterzahl bestreitet.
Wer ist der Hamburger SV?
Der Hamburger SV ist einer der traditionsreichsten Fußballvereine
Deutschlands. Nach mehreren Jahren in der 2. Bundesliga spielt der Klub
wieder in der höchsten Spielklasse und kämpft aktuell um den
Klassenerhalt.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
Gewinnspiel:
Wie viele Platzverweise hat der Hamburger SV in dieser Saison bislang kassiert?
A) 5
B) 6
C) 8
D) 10
