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„Kein Frieden mit diesem Regime“: Pahlavi fordert radikalen Kurswechsel im Iran

Exil-Oppositioneller Pahlavi fordert den Sturz der iranischen Führung – und warnt Europa vor falschen Hoffnungen auf Frieden.

Mit scharfen Worten hat der iranische Exil-Oppositionelle Reza Pahlavi Europa zu einem entschlosseneren Vorgehen gegen die Führung in Iran aufgefordert. Bei einem Besuch in Berlin machte er deutlich, dass er keinerlei Perspektive für eine friedliche Lösung mit der aktuellen Regierung sieht. „Wenn Sie glauben, Sie könnten mit diesem Regime Frieden schließen, irren Sie sich gewaltig“, erklärte Pahlavi.

Seine Einschätzung ist drastisch: „Es wird niemals Stabilität geben, wenn auch nur eine abgeschwächte Version dieses Systems überlebt.“ Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs sieht nach eigenen Worten eine historische Gelegenheit für einen politischen Umbruch. „Das Regime war noch nie so schwach wie jetzt“, sagte er und sprach von einer „einmaligen Gelegenheit“, die aktuelle Führung zu beenden.

Pahlavi richtet seinen Appell vor allem an Europa. Die Staaten stünden vor einer klaren Entscheidung: „zwischen einem sterbenden Regime, das uns alle gefährdet, und einem freien Iran“. Gleichzeitig warnte er davor, moderatere Töne aus Teheran falsch zu interpretieren. Politiker wie Mohammed Bagher Ghalibaf oder Abbas Araghtschi seien keine „Pragmatiker“, sondern Teil eines unveränderten Systems.

Der Oppositionspolitiker machte deutlich, dass er eine politische Lösung nicht in Verhandlungen mit der aktuellen Führung sieht. „Je früher dieses Regime verschwunden ist, desto eher wird auch der Konflikt enden“, betonte er. Stattdessen müsse die internationale Gemeinschaft das iranische Volk unterstützen, um einen Wandel von innen heraus zu ermöglichen.

Während seines Aufenthalts in Berlin suchte Pahlavi gezielt den Austausch mit deutschen Politikern. Gespräche mit Mitgliedern verschiedener Bundestagsfraktionen standen auf seiner Agenda, darunter auch mit dem CDU-Außenpolitiker Armin Laschet. Treffen mit Vertretern der Bundesregierung waren hingegen nicht vorgesehen.

Laschet äußerte sich positiv über Pahlavis Rolle und bezeichnete ihn als mögliche Schlüsselfigur für einen demokratischen Übergang. Für viele Iraner stelle er eine Alternative „zum Mullah-Regime“ dar. „Ich bin überzeugt, dass er eine Person sein kann, die einen Übergang leitet“, erklärte Laschet.

Innerhalb der iranischen Opposition bleibt Pahlavi jedoch eine umstrittene Figur. Während ihn einige als Hoffnungsträger sehen, kritisieren andere seine Nähe zu westlichen Staaten und insbesondere zu Israel. Diese Spannungen zeigen, wie komplex die politische Zukunft Irans ist.

Reza Pahlavi lebt seit Jahren im Exil in den USA und setzt sich für eine säkulare, demokratische Ordnung in seiner Heimat ein. Seine Vision: ein Iran ohne religiöse Herrschaft, getragen von freien Wahlen und einer neuen politischen Elite.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Hoffnungsträger oder Illusion?
Pahlavis Worte sind klar – vielleicht zu klar. Der Ruf nach einem Sturz des Regimes klingt entschlossen, doch die Realität ist komplizierter. Ein Machtwechsel im Iran wäre ein geopolitisches Erdbeben mit ungewissem Ausgang. Die Opposition ist gespalten, die Machtstrukturen in Teheran tief verwurzelt. Die Prognose: Ein schneller Umbruch ist unwahrscheinlich – aber der Druck auf das Regime wird weiter wachsen.

Historischer Hintergrund
Der Iran erlebte 1979 mit der islamischen Revolution einen tiefgreifenden politischen Umbruch. Der damalige Schah wurde gestürzt, und eine religiös geprägte Staatsordnung entstand. Reza Pahlavi ist der Sohn des letzten Monarchen und lebt seither im Exil.

Seit Jahrzehnten steht die Führung in Iran im Konflikt mit westlichen Staaten. Innenpolitisch gibt es immer wieder Protestbewegungen, die Reformen oder einen Systemwechsel fordern.

Zukunftsprognose
Die politische Zukunft Irans bleibt ungewiss. Ein Sturz der aktuellen Führung könnte weitreichende Folgen für die gesamte Region haben.

Europa steht vor der Herausforderung, zwischen diplomatischem Dialog und politischem Druck abzuwägen. Sollte sich die Opposition weiter formieren, könnte sich mittelfristig ein neues Machtgefüge entwickeln – allerdings mit erheblichen Risiken für Stabilität und Sicherheit.

Gewinnspiel
Frage: Wo lebt Reza Pahlavi heute im Exil?
A) Frankreich
B) Deutschland
C) USA
D) Kanada

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Mini-Infobox

Pahlavi fordert Sturz der iranischen Führung

Kritik an vermeintlich moderaten Politikern

Treffen mit deutschen Abgeordneten

Opposition im Iran bleibt gespalten

OZD-Analyse

Politische Forderung
– Klarer Aufruf zum Regimewechsel im Iran

Machtkonstellation
– a) Schwäche des Regimes laut Opposition
– b) Uneinigkeit innerhalb der Opposition
– c) Internationale Einflussfaktoren

Folgen
– Potenzielle Destabilisierung der Region bei Machtwechsel

Erklärungen

Wer ist Reza Pahlavi?
Der Sohn des letzten Schahs von Iran und ein prominenter Oppositionspolitiker im Exil.

Was ist das „Mullah-Regime“?
Eine Bezeichnung für die religiös geprägte politische Führung im Iran seit 1979.

OZD-Extras
Reza Pahlavi tritt international als eine der bekanntesten Stimmen für einen säkularen Iran auf – ohne jedoch offiziell eine politische Funktion im Land zu haben.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.