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Deutschland ohne US-Raketen: Droht jetzt eine gefährliche Sicherheitslücke?

Alarm in Berlin: Regierung setzt auf eigene Marschflugkörper – Wettlauf gegen die Zeit

Die Entscheidung aus Washington trifft Berlin ins Mark: Die USA verzichten vorerst auf die Stationierung moderner Marschflugkörper in Deutschland. Für die Bundesregierung ist klar – jetzt muss Europa selbst liefern. Regierungssprecher Stefan Kornelius betonte, man müsse "mit Nachdruck" eigene Systeme entwickeln, um "hier keine Lücke entstehen zu lassen".

Bundeskanzler Friedrich Merz bestätigte, dass die ursprünglich zugesagten Tomahawk-Systeme aktuell nicht verfügbar seien. "Die Amerikaner haben zurzeit selbst nicht genug", erklärte er – ließ aber zugleich Hoffnung offen: "Der Zug ist nicht abgefahren."

Der Fokus liegt nun auf eigenen Lösungen. Das Verteidigungsministerium treibt die Modernisierung des Marschflugkörpers Taurus voran und arbeitet parallel an der neuen Generation Taurus Neo. Gleichzeitig wird mit dem europäischen Projekt ELSA eine gemeinsame Offensive zur Entwicklung weitreichender Präzisionswaffen gestartet.

Die Lage ist angespannt: In der russischen Exklave Kaliningrad sind Iskander-Raketen stationiert – ein klares Signal militärischer Stärke und eine direkte Bedrohung für Europa. Berlin spricht offen von einem notwendigen Abschreckungspaket, das gemeinsam mit NATO-Partnern umgesetzt werden soll.

Scharfe Kritik kommt aus der Politik. CDU-Experte Roderich Kiesewetter bezeichnete den US-Schritt als "Riesenfehler" und warnte vor einem gefährlichen Signal der Schwäche. Auch SPD-Politikerin Siemtje Möller sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert eine enge Abstimmung mit Frankreich und Großbritannien.

Die Grünen erhöhen ebenfalls den Druck: Parteichefin Franziska Brantner wirft der Regierung vor, nicht rechtzeitig reagiert zu haben. Die Sicherheitslücken würden größer – Europa müsse endlich eine echte Verteidigungsunion schaffen.

Militärexperten schlagen ähnliche Töne an. Ohne amerikanische Systeme könnten die Europäer die entstandene Lücke kurzfristig kaum schließen. Gleichzeitig warnen sie vor einem Zeitfenster: Russland könnte bereits ab 2029 militärisch in der Lage sein, die NATO herauszufordern.

Währenddessen begrüßt die Linkspartei den US-Verzicht – sie sieht darin eine Reduzierung von Risiken. Doch die Mehrheit der politischen Stimmen in Berlin zeigt sich alarmiert.

OZD-Kommentar – Europas gefährlicher Moment
Die Realität ist brutal: Europa ist militärisch nicht bereit, ohne die USA auszukommen. Die aktuelle Entscheidung legt diese Schwäche schonungslos offen.

Die Bundesregierung reagiert – aber zu spät und zu langsam. Jahre wurden verschlafen, jetzt muss unter Zeitdruck nachgerüstet werden. Das ist riskant und teuer.

Die Prognose ist klar: Europa wird gezwungen sein, massiv in Verteidigung zu investieren. Wer das ignoriert, spielt mit der Sicherheit des Kontinents.

Historischer Hintergrund
Seit dem Kalten Krieg ist Deutschland ein zentraler Standort für US-Militärpräsenz in Europa. Die NATO-Strukturen basieren stark auf amerikanischer Militärtechnologie und Abschreckung.

Mit dem aktuellen Kurswechsel der USA verschiebt sich das Machtgefüge. Europa – insbesondere Deutschland, Frankreich und Großbritannien – steht vor der Aufgabe, eigene militärische Fähigkeiten massiv auszubauen.

Zukunftsprognose
Deutschland und Europa werden ihre Verteidigungsbudgets weiter erhöhen und stärker in eigene Waffensysteme investieren müssen. Projekte wie ELSA könnten zum Schlüssel für eine eigenständige europäische Abschreckung werden.

Geopolitisch bedeutet dies eine stärkere Unabhängigkeit von den USA – aber auch ein erhöhtes Risiko in der Übergangsphase.

Gewinnspiel
Frage: Welche Raketen sind in Kaliningrad stationiert?
A) Patriot
B) Iskander
C) Taurus
D) Tomahawk

Richtige Antwort: B

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Mini-Infobox

USA verzichten auf Marschflugkörper in Deutschland

Deutschland setzt auf eigene Entwicklung

Taurus und Taurus Neo im Fokus

Russland rüstet in Kaliningrad auf

OZD-Analyse
Sicherheitslücke
– Wegfall US-Systeme erhöht Druck auf Europa

Reaktionen
– a) Kritik aus CDU und SPD
– b) Forderung nach EU-Verteidigungsunion
– c) militärische Warnungen

Folgen
– steigende Verteidigungsausgaben und neue Rüstungsprojekte

Erklärungen
Was ist der Taurus?
Ein deutscher Marschflugkörper, der präzise Ziele über große Entfernungen angreifen kann.

Was ist Kaliningrad?
Eine russische Exklave an der Ostsee zwischen Polen und Litauen – strategisch hoch bedeutend für das Militär.

OZD-Extras
Der Taurus gehört zu den modernsten Marschflugkörpern Europas und kann Ziele in über 500 Kilometern Entfernung treffen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.