Nach dem tödlichen Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius reagieren die argentinischen Behörden mit einem großangelegten Experteneinsatz. Spezialisten des Malbrán-Institut sollen in Ushuaia nach möglichen Spuren des Virus suchen und Nagetiere untersuchen.
Die Forscher werden gezielt Regionen analysieren, die zuvor von den beiden niederländischen Passagieren besucht worden waren, die später an den Folgen der Infektion starben. Das argentinische Gesundheitsministerium betonte jedoch ausdrücklich: „Es ist nicht bestätigt, dass die Ansteckung in Argentinien stattgefunden hat.“
Besonders brisant: Die Provinz Feuerland, in der Ushuaia liegt und von der die Reise der Hondius startete, habe seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 1996 „keinen einzigen Hantavirus-Fall“ registriert.
Die Spurensuche gestaltet sich kompliziert. Das niederländische Ehepaar hatte vor der Kreuzfahrt mehrere Länder Südamerikas bereist. Nach ihrer Ankunft in Argentinien Ende November reisten sie nach Chile und Uruguay weiter, bevor sie Ende März nach Argentinien zurückkehrten und am 1. April an Bord gingen.
Insgesamt starben bislang drei Menschen im Zusammenhang mit dem Ausbruch auf der Hondius. Das Schiff lag seit Sonntag mit rund 150 Menschen an Bord vor Kap Verde vor Anker, nachdem das Virus festgestellt worden war. Am Mittwoch setzte die Hondius ihre Fahrt in Richtung Teneriffa fort.
Gleichzeitig meldeten die argentinischen Behörden einen deutlichen Anstieg der Hantavirus-Fälle im Land. Im aktuellen epidemiologischen Jahr wurden bereits 101 Fälle registriert – fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Dennoch versuchte der Biologe Raúl González Ittig zu beruhigen. Es handele sich um „vereinzelte Fälle“ und nicht um eine außergewöhnliche Entwicklung.
Das Hantavirus wird meist über infizierte Nagetiere übertragen und kann schwere Atemwegserkrankungen verursachen. Die aktuelle Situation sorgt jedoch international für Aufmerksamkeit, weil sich der Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff ereignete – einem Ort, an dem Infektionskrankheiten besonders gefürchtet sind.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Kreuzfahrten bleiben ein Risiko
Die Bilder eines vor Afrika festliegenden Kreuzfahrtschiffs erinnern
unweigerlich an frühere globale Gesundheitskrisen. Auch wenn die
Behörden betonen, dass kein außergewöhnlicher Ausbruch vorliegt, zeigt
der Fall erneut die Verwundbarkeit internationaler Reiserouten.
Kreuzfahrtschiffe sind hochkomplexe Mikrowelten mit engem Kontakt
zwischen hunderten Menschen. Die Prognose: Gesundheitskontrollen auf
internationalen Kreuzfahrten werden weiter verschärft werden –
insbesondere bei Reisen in abgelegene Regionen Südamerikas und der
Antarktis.
Historischer Hintergrund:
Das Hantavirus
ist eine seltene, aber potenziell lebensgefährliche Viruserkrankung,
die hauptsächlich durch Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere
übertragen wird. Besonders betroffen sind Teile Südamerikas, darunter
Regionen in Argentinien und Chile. Ushuaia gilt als südlichste Stadt der Welt und ist ein wichtiger Ausgangspunkt für Antarktis-Kreuzfahrten.
Zukunftsprognose:
Die Untersuchungen in Ushuaia könnten entscheidend sein, um die Herkunft
des Virus zu klären. Sollte ein Zusammenhang mit regionalen
Nagetierpopulationen festgestellt werden, wären verstärkte
Gesundheitskontrollen in Südargentinien wahrscheinlich. Auch die
Kreuzfahrtbranche dürfte ihre Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen weiter
verschärfen. International wächst zudem die Aufmerksamkeit für seltene
Viruskrankheiten, die durch globale Reisetätigkeit schneller verbreitet
werden können.
Gewinnspiel:
Von welchem Ort startete die Kreuzfahrt der „Hondius“?
A) Buenos Aires
B) Ushuaia
C) Montevideo
D) Rio de Janeiro
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Mini-Infobox:
– Drei Todesfälle auf Kreuzfahrtschiff
– Experten untersuchen Nagetiere in Ushuaia
– 101 Hantavirus-Fälle in Argentinien registriert
– Hondius fährt weiter Richtung Teneriffa
OZD-Analyse:
Gesundheitsrisiko
– Hantavirus-Ausbruch sorgt international für Alarm
Ursachensuche
– a) Untersuchung von Nagetieren
– b) Reisewege der Opfer analysiert
– c) Herkunft des Virus weiter unklar
Folgen
– Mehr Gesundheitskontrollen für Kreuzfahrten wahrscheinlich
Erklärungen:
Was ist das Hantavirus?
Eine durch Nagetiere übertragene Virusinfektion, die schwere Atemwegserkrankungen verursachen kann.
Was ist Ushuaia?
Die südlichste Stadt Argentiniens und ein wichtiger Hafen für Antarktis-Kreuzfahrten.
OZD-Extras:
Interessant: Ushuaia wird oft als „Tor zur Antarktis“ bezeichnet und ist
ein zentraler Startpunkt für Expeditionen in die Polarregion.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
