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Ene neue Studie enthüllt: Diese Aufgaben machen Väter wirklich glücklich

Eine neue Studie zeigt: Väter übernehmen häufig die flexiblen Aufgaben bei der Kinderbetreuung – und sind damit zufriedener.

Eine aktuelle Untersuchung des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung zeigt deutliche Unterschiede bei der Verteilung von Aufgaben in Familien. Besonders auffällig: Viele Väter kümmern sich bevorzugt um freizeitbezogene Tätigkeiten wie Spielen oder Freizeitaktivitäten mit den Kindern – und berichten gleichzeitig über eine höhere Lebenszufriedenheit.

Die Studie basiert auf Daten aus den Jahren 2020 bis 2024 aus insgesamt neun europäischen Ländern. Untersucht wurde, welche Aufgaben Väter im Alltag mindestens genauso häufig übernehmen wie ihre Partnerinnen. Dabei zeigt sich ein klares Muster: Flexible und interaktive Tätigkeiten werden deutlich häufiger von Vätern übernommen als klassische Versorgungsaufgaben.

Besonders beim Spielen engagieren sich viele Männer stark. In sieben der neun untersuchten Länder übernehmen Väter diese Aufgabe mindestens genauso häufig wie ihre Partnerin. Die Spannweite reicht dabei von 68 Prozent in Deutschland bis zu beeindruckenden 95 Prozent in Norwegen.

Anders sieht es bei weniger flexiblen Aufgaben aus. Tätigkeiten wie das Anziehen der Kinder, die Betreuung kranker Kinder oder die Zubereitung von Mahlzeiten werden deutlich seltener gleichberechtigt übernommen. In Deutschland geben lediglich 42 Prozent der befragten Väter an, solche Aufgaben ebenso häufig wie die Partnerin zu übernehmen. In Norwegen liegt der Anteil dagegen bei 80 Prozent, in Finnland bei 67 Prozent.

Die Wissenschaftlerin Stefanie Hoherz vom BIB erklärt die Unterschiede vor allem mit den Anforderungen des Berufslebens. "Versorgende Tätigkeiten sind häufig stärker an feste Zeiten gebunden und lassen sich schwerer mit Erwerbsarbeit vereinbaren." Freizeitbezogene Tätigkeiten seien dagegen flexibler und könnten einfacher außerhalb klassischer Arbeitszeiten stattfinden.

Die Forscher betonen deshalb, dass Kinderbetreuung nicht als einheitliche Aufgabe betrachtet werden könne. Unterschiedliche Tätigkeiten bedeuten unterschiedliche Belastungen und hätten auch verschiedene Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Eltern. Um eine gerechtere Aufteilung zu fördern, brauche es bessere politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die Familie und Beruf besser vereinbar machen.

Gerade Deutschland schneidet im europäischen Vergleich bei der gleichmäßigen Verteilung vieler Versorgungsaufgaben weiterhin nur mittelmäßig ab. Die Diskussion über moderne Rollenbilder, Arbeitszeiten und Familienpolitik dürfte dadurch neuen Auftrieb erhalten.

OZD/AFP


OZD-Kommentar – Viele Väter übernehmen die angenehmen Aufgaben

Die Ergebnisse der Studie sind aufschlussreich – und gleichzeitig unbequem. Denn sie zeigen deutlich, dass viele Väter zwar präsent sein wollen, aber häufig dort, wo Kinderbetreuung emotional positiv und zeitlich flexibel bleibt. Spielen, Freizeit und Zubettbringen wirken attraktiver als feste Alltagsaufgaben wie Kochen, Anziehen oder die Betreuung kranker Kinder.

Das Problem liegt jedoch nicht allein bei den Vätern. Auch Arbeitswelt und Politik haben über Jahrzehnte Strukturen geschaffen, die klassische Rollenbilder fördern. Wer lange Arbeitszeiten, starre Bürozeiten und hohe berufliche Erwartungen hat, übernimmt zwangsläufig eher die „schönen“ Familienmomente als die dauerhaft belastenden Versorgungsaufgaben.

Deutschland wirkt dabei im europäischen Vergleich weiterhin erstaunlich konservativ. Länder wie Norwegen oder Finnland zeigen längst, dass eine gerechtere Verteilung möglich ist – wenn Politik, Arbeitgeber und Gesellschaft sie aktiv unterstützen.

Historischer Hintergrund

Die Rollenverteilung in Familien hat sich in Europa in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Während früher Betreuung und Versorgung der Kinder überwiegend Frauen zugeschrieben wurden, beteiligen sich Väter heute deutlich stärker am Familienalltag.

Besonders in skandinavischen Ländern wie Norwegen und Finnland fördern staatliche Modelle wie flexible Arbeitszeiten, lange Elternzeiten und moderne Familienpolitik eine gleichmäßigere Aufteilung der Kinderbetreuung. In Deutschland verläuft dieser Wandel langsamer. Traditionelle Arbeitsmodelle und hohe berufliche Anforderungen erschweren häufig die gleichberechtigte Verteilung von Familienaufgaben.

Die Diskussion um Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist deshalb längst zu einem zentralen gesellschaftlichen Thema in Europa geworden.

Zukunftsprognose

Experten erwarten, dass die Rolle der Väter in Familien in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Gleichzeitig dürfte der Druck auf Unternehmen und Politik steigen, flexiblere Arbeitsmodelle anzubieten.

Vor allem Homeoffice, Teilzeitmodelle und moderne Elternzeitregelungen könnten dazu beitragen, dass Väter künftig häufiger auch klassische Versorgungsaufgaben übernehmen. Länder wie Deutschland stehen dabei vor der Herausforderung, wirtschaftliche Anforderungen mit gesellschaftlichem Wandel zu verbinden.

Auch demografisch bleibt das Thema relevant: Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gilt in vielen europäischen Staaten als wichtiger Faktor gegen sinkende Geburtenraten und Fachkräftemangel.



Gewinnspiel

Frage: Welche Aufgabe übernehmen Väter laut Studie besonders häufig?

A) Betreuung kranker Kinder
B) Essenszubereitung
C) Spielen mit den Kindern
D) Wäschewaschen

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Mini-Infobox

Studie basiert auf Daten aus neun europäischen Ländern

Deutschland bei Versorgungsaufgaben nur im Mittelfeld

Väter übernehmen häufiger flexible Tätigkeiten

Norwegen erzielt Spitzenwerte bei Gleichverteilung

Lebenszufriedenheit steigt bei freizeitbezogenen Aufgaben

OZD-Analyse

Unterschiedliche Formen der Kinderbetreuung
– Nicht alle Familienaufgaben werden gleich verteilt

Europäische Unterschiede
– a) Skandinavien deutlich fortschrittlicher
– b) Deutschland mit Nachholbedarf
– c) Arbeitswelt beeinflusst Rollenverteilung stark

Gesellschaftliche Folgen
– Debatte über moderne Familienmodelle und Vereinbarkeit wächst weiter

Erklärungen

Was ist das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung?

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) ist eine deutsche Forschungseinrichtung mit Sitz in Wiesbaden. Es untersucht gesellschaftliche Entwicklungen wie Demografie, Familienstrukturen und soziale Veränderungen.

Wer ist Stefanie Hoherz?

Stefanie Hoherz ist Wissenschaftlerin am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung und beschäftigt sich unter anderem mit Familienforschung, Elternrollen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Europa.

OZD-Extras

Interessanter Zusatzfakt: In Norwegen nutzen viele Väter verpflichtende Elternzeitanteile. Experten sehen darin einen wichtigen Grund dafür, dass Männer dort deutlich stärker in den Familienalltag eingebunden sind als in vielen anderen europäischen Ländern.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.