Kleine Übersicht
Microsoft erzielt 35,8 Milliarden Dollar Quartalsgewinn.
KI-Assistent Copilot zählt mehr als 30 Millionen zahlende Nutzer.
Meta-Gewinn sinkt um 14 Prozent auf 15,8 Milliarden Dollar.
Meta-Aktie verliert nachbörslich rund sieben Prozent.
Microsoft hat mit seinen milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz erneut starke Geschäftszahlen vorgelegt. Der Softwarekonzern erzielte im letzten Quartal seines Geschäftsjahres bis Ende Juni einen Gewinn von 35,8 Milliarden Dollar (31,2 Milliarden Euro) und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz stieg auf rund 90 Milliarden Dollar.
Vor allem der KI-Assistent Copilot entwickelt sich für Microsoft zu einem wichtigen Wachstumstreiber. Nach Angaben von Vorstandschef Satya Nadella nutzen inzwischen mehr als 30 Millionen Kunden den Dienst in einer kostenpflichtigen Version. Dies zeige das große Vertrauen der Unternehmenskunden in die KI-Strategie des Konzerns.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt Microsoft durch seine Beteiligung am KI-Unternehmen Anthropic. Daraus verbuchte der Konzern einen Gewinn von 3,2 Milliarden Dollar.
Deutlich schwieriger fällt die Bilanz bei Meta aus. Der Mutterkonzern von Facebook und Instagram steigerte seinen Umsatz zwischen April und Juni zwar um 28 Prozent auf 60,8 Milliarden Dollar, der Gewinn sank jedoch im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 15,8 Milliarden Dollar.
Meta begründete den Rückgang unter anderem mit hohen Rechtskosten sowie Abfindungen nach dem Stellenabbau im Mai. Anleger reagierten enttäuscht: Im nachbörslichen Handel verlor die Aktie rund sieben Prozent an Wert.
Trotz der Gewinnschwäche hält Meta an seinem ambitionierten KI-Kurs fest. Der Konzern plant, seine Investitionen in Rechenzentren und spezialisierte KI-Chips im laufenden Jahr auf 130 bis 145 Milliarden Dollar zu erhöhen. Das wäre nahezu eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr.
Zusätzlichen Druck verursachen zahlreiche Gerichtsverfahren in den USA. Im März wurde Meta von einem Gericht in Kalifornien zur Zahlung von sechs Millionen Dollar an eine heute 20-jährige Frau verurteilt, die angab, durch die Nutzung sozialer Medien abhängig geworden zu sein. Tausende ähnliche Klagen sind weiterhin anhängig.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – KI wird zum Milliarden-Spiel mit hohem Risiko
Microsoft zeigt eindrucksvoll, wie sich konsequente Investitionen in Künstliche Intelligenz auszahlen können. Meta hingegen steckt in einem Dilemma: Der Konzern muss enorme Summen investieren, kämpft gleichzeitig aber mit Rechtsstreitigkeiten und steigenden Kosten. Der KI-Wettlauf entwickelt sich zunehmend zu einem Wettbewerb, den sich nur wenige Technologiekonzerne leisten können. Die OZD-Prognose: Microsoft dürfte seine Spitzenposition vorerst weiter ausbauen. Für Meta wird entscheidend sein, ob sich die milliardenschweren KI-Investitionen künftig auch in steigenden Gewinnen widerspiegeln.
Historischer Hintergrund
Seit der Veröffentlichung leistungsfähiger KI-Modelle Ende 2022 investieren die großen US-Technologiekonzerne hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren, Spezialchips und Software. Microsoft gilt durch seine frühe Partnerschaft mit OpenAI und seine Beteiligung an Anthropic als einer der größten Profiteure des KI-Booms. Meta verfolgt parallel eine eigene KI-Strategie und entwickelt große Sprachmodelle sowie KI-Anwendungen für Facebook, Instagram und WhatsApp.
Zukunftsprognose
Der Wettbewerb im Bereich Künstliche Intelligenz dürfte sich weiter verschärfen. Microsoft, Meta, Alphabet, Amazon und andere Technologiekonzerne investieren Rekordsummen in Infrastruktur und Chips. Gleichzeitig wächst der Druck der Investoren, diese Milliardeninvestitionen künftig auch durch steigende Gewinne zu rechtfertigen. Rechtsstreitigkeiten und strengere Regulierungen könnten insbesondere Meta zusätzlich belasten.
Gewinnspiel
Frage: Wie viele zahlende Nutzer hat Microsofts KI-Assistent Copilot nach Unternehmensangaben inzwischen?
A) Rund 10 Millionen
B) Rund 20 Millionen
C) Mehr als 30 Millionen
D) Mehr als 50 Millionen
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
OZD-Analyse
Microsoft bleibt KI-Spitzenreiter
– Die Investitionen in KI-Produkte und Beteiligungen zahlen sich zunehmend finanziell aus.
Meta unter Druck
– a) Gewinnrückgang trotz starkem Umsatzwachstum.
– b) Hohe Investitionen in Rechenzentren und KI-Chips.
– c) Belastung durch Rechtsstreitigkeiten und Restrukturierungen.
Folgen
– Der Abstand zwischen den führenden KI-Unternehmen könnte sich weiter
vergrößern. Investoren werden künftig noch genauer darauf achten, welche
Konzerne ihre KI-Ausgaben in nachhaltige Gewinne umwandeln können.
Erklärungen
Was ist Microsoft Copilot?
Copilot ist der KI-Assistent von Microsoft. Er unterstützt Unternehmen und Privatnutzer unter anderem beim Schreiben, Programmieren, Analysieren von Daten und Automatisieren von Arbeitsabläufen.
Was ist Meta?
Meta Platforms ist der US-Technologiekonzern hinter Facebook, Instagram, WhatsApp und Threads. Das Unternehmen investiert massiv in Künstliche Intelligenz sowie virtuelle und erweiterte Realität.
OZD-Extras
Microsoft profitiert nicht nur von eigenen KI-Produkten. Auch Beteiligungen an KI-Unternehmen wie Anthropic tragen inzwischen Milliardenbeträge zum Konzernergebnis bei – ein Zeichen dafür, wie wertvoll Beteiligungen im KI-Sektor geworden sind.
Wie wirkt sich das auf die Börsen aus oder hat es das schon?
Die Auswirkungen waren unmittelbar sichtbar. Microsoft übertraf die Erwartungen der Analysten und stärkte damit das Vertrauen der Anleger in den KI-Sektor. Meta hingegen verlor nachbörslich rund sieben Prozent, weil der Gewinn deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Insgesamt dürften die Zahlen den Wettbewerb im Technologiesektor weiter verschärfen und insbesondere KI-Aktien erneut in den Fokus der Investoren rücken.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.