Kurzüberblick
Caritas und Help sprechen von einer dramatischen humanitären Lage.
Rund die Hälfte der Bevölkerung ist auf Hilfe angewiesen.
17,4 Millionen Menschen leiden Hunger.
Dürre, Armut und regionale Konflikte verschärfen die Krise.
Frauen und Mädchen sind weiterhin massiven Einschränkungen ausgesetzt.
Fünf Jahre nach der Rückkehr der Taliban an die Macht bleibt Afghanistan nach Einschätzung internationaler Hilfsorganisationen eines der größten humanitären Krisengebiete der Welt. Caritas international und die Hilfsorganisation Help warnen vor einer sich weiter verschärfenden Notlage, die Millionen Menschen betrifft.
Nach Angaben von Caritas international haben sich die Lebensbedingungen vieler Afghaninnen und Afghanen seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 weiter verschlechtert. Eine grundlegende Verbesserung sei derzeit nicht erkennbar.
Die Leiterin des Büros von Caritas international in Kabul, Veronika Staudacher, beschreibt die Situation eindringlich.
„Fehlende Arbeitsplätze und fünf Dürrejahre in Folge haben die Bevölkerung weiter verarmen lassen und die Mangelernährung zementiert.“
Besonders betroffen seien Frauen sowie Kinder unter zwei Jahren. Nach Angaben der Vereinten Nationen ist inzwischen nahezu die Hälfte der afghanischen Bevölkerung auf humanitäre Unterstützung angewiesen.
Zusätzlich verschärfen regionale Spannungen und unterbrochene Handelswege die Versorgungslage.
„So kann ich kein Licht am Ende dieses humanitär düsteren Tunnels erkennen“, erklärte Staudacher.
Neben wirtschaftlichen Problemen belasten auch die weitreichenden Einschränkungen für Frauen das Land nachhaltig. Frauen sind aus vielen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen, zahlreiche Berufe dürfen sie nicht mehr ausüben. Mädchen können lediglich bis etwa zum zwölften Lebensjahr Schulen besuchen.
Nach Einschätzung der Caritas hat dies gravierende Folgen für das Gesundheitswesen. Da immer weniger Frauen eine Ausbildung absolvieren dürfen, droht langfristig ein erheblicher Mangel an Ärztinnen, Krankenschwestern und Hebammen.
Auch die Hilfsorganisation Help spricht von einer dramatischen Entwicklung.
Nach ihren Angaben leiden derzeit 17,4 Millionen Menschen in Afghanistan unter Hunger. Programm-Manager Julian Loh verweist auf mehrere Ursachen.
„Insbesondere Kinder kämpfen aufgrund der dramatischen Ernährungssituation ums Überleben.“
Neben anhaltender Armut verschärfen wiederkehrende Dürren, Überschwemmungen sowie Vertreibungen aus Nachbarstaaten die ohnehin angespannte Lage.
Help sieht dabei auch den Klimawandel als wichtigen Faktor.
„Immer öfter kommt es zu Dürren und Überschwemmungen, die die Ernten zerstören“, erklärte Loh.
Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 regiert das islamistische Regime Afghanistan nach einer strengen Auslegung des islamischen Rechts. Internationale Organisationen kritisieren insbesondere die Einschränkung grundlegender Rechte von Frauen und Mädchen sowie die schwierige Versorgungslage im Land.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Eine vergessene Krise mit globalen Folgen
Während viele internationale Krisen täglich Schlagzeilen machen, gerät Afghanistan zunehmend aus dem Blickfeld. Die Berichte der Hilfsorganisationen zeigen jedoch, dass sich die humanitäre Lage keineswegs entspannt hat. Millionen Menschen sind weiterhin auf internationale Unterstützung angewiesen. Gleichzeitig erschweren politische Isolation, wirtschaftliche Probleme und die massiven Einschränkungen der Rechte von Frauen eine nachhaltige Entwicklung des Landes.
Historischer Hintergrund
Nach dem Abzug internationaler Truppen übernahmen die Taliban im August 2021 erneut die Kontrolle über Afghanistan und riefen das Islamische Emirat aus. Seitdem haben zahlreiche Staaten ihre diplomatischen Beziehungen eingeschränkt. Internationale Hilfsorganisationen sind weiterhin im Land aktiv, sehen sich jedoch mit schwierigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert.
Zukunftsprognose
Ohne eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, eine Stabilisierung der Versorgung sowie einen besseren Zugang zu Bildung und Arbeitsmöglichkeiten dürfte die humanitäre Krise weiter anhalten. Auch die Auswirkungen des Klimawandels mit häufigeren Dürren und Überschwemmungen könnten die Ernährungssicherheit zusätzlich gefährden.
Gewinnspiel
Frage: Wie viele Menschen leiden laut der Hilfsorganisation Help derzeit in Afghanistan Hunger?
A) 8,5 Millionen
B) 12 Millionen
C) 17,4 Millionen
D) 24 Millionen
Mitmachen:
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Mini-Infobox
Fast die Hälfte der Bevölkerung benötigt humanitäre Hilfe.
17,4 Millionen Menschen leiden Hunger.Fünf Jahre Taliban-Herrschaft.
Frauen und Mädchen unterliegen weitreichenden Einschränkungen.
Klimawandel verschärft die Versorgungskrise.
OZD-Analyse
1. Humanitäre Notlage
– Hunger, Armut und fehlende Arbeitsplätze prägen den Alltag vieler Menschen.
2. Ursachen
– a) Wiederkehrende Dürren und Überschwemmungen.
– b) Wirtschaftliche Isolation und gestörte Handelswege.
– c) Einschränkungen von Bildung und Erwerbstätigkeit, insbesondere für Frauen.
3. Folgen
– Ohne umfangreiche internationale Unterstützung drohen weitere humanitäre Verschlechterungen. Besonders Kinder und vulnerable Bevölkerungsgruppen bleiben stark gefährdet.
Erklärungen
Was ist Caritas international?
Caritas international ist das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes für weltweite humanitäre Hilfe. Die Organisation unterstützt Menschen in Krisen- und Katastrophengebieten durch Nothilfe sowie langfristige Entwicklungsprojekte.
Was ist Help?
Help – Hilfe zur Selbsthilfe ist eine deutsche humanitäre Hilfsorganisation. Sie engagiert sich weltweit in den Bereichen Ernährungssicherung, Gesundheitsversorgung, Katastrophenhilfe und Wiederaufbau.
Warum ist Afghanistan besonders vom Klimawandel betroffen?
Afghanistan leidet zunehmend unter extremen Wetterereignissen wie lang anhaltenden Dürren und Überschwemmungen. Diese beeinträchtigen die Landwirtschaft erheblich und verschärfen die ohnehin schwierige Ernährungslage vieler Menschen.
OZD-Extras
Die humanitäre Krise in Afghanistan hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf die internationalen Börsen. Langfristig können jedoch anhaltende Instabilität, Fluchtbewegungen und regionale Spannungen wirtschaftliche Entwicklungen in Zentral- und Südasien beeinflussen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.