Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de

Alarmierende Studie: Jeder dritte Jugendliche leidet massiv unter Schulstress

Eine neue Studie zeigt: Jeder dritte Jugendliche in Deutschland leidet massiv unter Schulstress. Besonders betroffen sind Mädchen.

Fakten im Überblick

33 Prozent der Jugendlichen fühlen sich durch Schulstress stark belastet.

Stress in der Familie (16 Prozent) und Einsamkeit (12 Prozent) folgen als größte Belastungen.

Für die Studie wurden bundesweit 2.000 Jugendliche befragt.

Jeder dritte Jugendliche in Deutschland empfindet den schulischen Alltag als massive Belastung. Das geht aus der aktuellen Sinus-Jugendstudie 2025/2026 hervor, die das Sinus-Institut im Auftrag der Krankenkasse Barmer erstellt hat. Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während sich 42 Prozent der Mädchen durch Schulstress stark beeinträchtigt fühlen, sind es bei den Jungen 25 Prozent.

Insgesamt gaben 33 Prozent der befragten Jugendlichen an, erheblich unter dem Leistungsdruck in der Schule zu leiden. Lediglich 22 Prozent erklärten, dass Schulstress sie nicht belaste. Damit wird deutlich, dass der schulische Druck für viele junge Menschen längst zum dominierenden Stressfaktor geworden ist.

Auf Platz zwei der größten Belastungen folgt familiärer Stress. 16 Prozent der Jugendlichen fühlen sich dadurch stark eingeschränkt. Auch hier sind Mädchen häufiger betroffen: 20 Prozent der weiblichen Befragten nannten familiäre Konflikte als erhebliche Belastung, bei den Jungen waren es zwölf Prozent.

An dritter Stelle steht Einsamkeit. Zwölf Prozent der Jugendlichen leiden nach eigenen Angaben stark darunter. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern: 15 Prozent der Mädchen fühlen sich häufig einsam, bei den Jungen sind es neun Prozent.

Weitere Faktoren, die den Alltag junger Menschen erschweren, sind psychische Erkrankungen und Konflikte im Freundeskreis mit jeweils elf Prozent. Süchte belasten neun Prozent der Jugendlichen, Mobbing acht Prozent und chronische körperliche Erkrankungen sieben Prozent. Stress in Partnerschaften spielt dagegen mit sechs Prozent noch eine vergleichsweise geringe Rolle.

Barmer-Vorstandschef Christoph Straub bezeichnete die Ergebnisse als deutliches Warnsignal. "Die Sinus-Studie zeigt, dass Schulstress kein Randphänomen ist", erklärte er. Besonders die hohe Belastung junger Frauen sei "alarmierend". Straub forderte, die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärker in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen und politischen Aufmerksamkeit zu rücken.

Für die Untersuchung wurden bundesweit 2.000 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren befragt.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Leistungsdruck darf nicht krank machen

Die Zahlen sind ein Weckruf. Wenn jeder dritte Jugendliche unter massivem Schulstress leidet, handelt es sich nicht mehr um individuelle Probleme, sondern um eine gesellschaftliche Herausforderung. Gute Bildung darf nicht bedeuten, dass junge Menschen dauerhaft unter Druck stehen. Schulen, Familien und Politik müssen Wege finden, Leistung und psychische Gesundheit besser miteinander zu verbinden. Wer die seelische Belastung ignoriert, riskiert langfristige Folgen für Gesundheit, Ausbildung und Arbeitswelt.

Historischer Hintergrund

Seit Jahren beobachten Krankenkassen, Psychologen und Bildungsforscher einen Anstieg psychischer Belastungen bei Jugendlichen in Deutschland. Die Corona-Pandemie, soziale Medien, steigender Leistungsdruck und Zukunftsängste haben diese Entwicklung zusätzlich verstärkt. Gleichzeitig wächst die Zahl junger Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behandlungsbedarf.

Zukunftsprognose

Die Debatte über mentale Gesundheit an Schulen dürfte weiter an Bedeutung gewinnen. Experten fordern mehr Schulpsychologen, Präventionsprogramme, kleinere Klassen sowie bessere Unterstützungsangebote. Auch digitale Gesundheitsangebote und frühzeitige Hilfen könnten künftig eine größere Rolle spielen. Ohne Reformen dürfte der psychische Druck auf Jugendliche weiter steigen.

Erklärungen

Was ist die Sinus-Jugendstudie?

Die Sinus-Jugendstudie ist eine regelmäßig durchgeführte sozialwissenschaftliche Untersuchung des Sinus-Instituts. Sie analysiert Einstellungen, Lebenswelten und Sorgen von Jugendlichen in Deutschland und dient Politik, Wissenschaft und Gesundheitswesen als wichtige Datengrundlage.

Was ist die Barmer?

Die Barmer gehört zu den größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands. Sie engagiert sich neben der Gesundheitsversorgung auch in Prävention, Gesundheitsforschung und Aufklärung.

OZD-Extras

Interessant ist der deutliche Unterschied zwischen Mädchen und Jungen: Mädchen berichten nicht nur häufiger über Schulstress, sondern auch über Einsamkeit und familiäre Belastungen. Fachleute sehen darin einen Hinweis, dass Präventionsangebote stärker geschlechtsspezifisch ausgerichtet werden sollten.

Eine unmittelbare Auswirkung auf die Börsen ist durch die Studie nicht zu erwarten. Langfristig könnten jedoch Investitionen in den Bereichen Bildung, psychische Gesundheit und digitale Gesundheitsangebote an Bedeutung gewinnen.

Belastungsfaktoren laut Studie 

█████████████████████████ 33%  Schulstress

████████████ 16% Familienstress

█████████ 12% Einsamkeit

█████████ 11% Psychische Erkrankung

█████████ 11% Stress im Freundeskreis 

███████ 9% Süchte

██████ 8% Mobbing 

█████ 7% Chronische Krankheiten

████ 6% Partnerschaft 


Gewinnspiel

Welcher Faktor belastet Jugendliche laut der Sinus-Jugendstudie am stärksten?

A) Einsamkeit

B) Schulstress

C) Partnerschaft

D) Mobbing

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen


Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.