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Instagram und Facebook ziehen die Notbremse: Teenager künftig mit Zeitlimit

Meta reagiert auf massiven Druck: Instagram und Facebook führen für Teenager Zeitlimits, Nachtsperren und neue Jugendschutz-Regeln ein.

Fakten im Überblick

Meta zahlt im Rahmen eines Vergleichs bis zu 16,7 Milliarden US-Dollar.

Teenager sollen Instagram und Facebook in den USA künftig nur noch zwei Stunden täglich nutzen dürfen.

Nachts zwischen 0:00 und 6:00 Uhr werden die Apps für Minderjährige gesperrt.


Der Facebook- und Instagram-Konzern Meta zieht nach jahrelanger Kritik am Umgang mit Kindern und Jugendlichen die Reißleine. Im Rahmen eines milliardenschweren Vergleichs mit 29 US-Bundesstaaten kündigte das Unternehmen weitreichende Änderungen für minderjährige Nutzer an. Ziel ist es, die Risiken von Social-Media-Sucht deutlich zu verringern und den Jugendschutz massiv auszubauen.

Künftig sollen Jugendliche in den USA Instagram und Facebook nur noch maximal zwei Stunden pro Tag nutzen dürfen. Zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens wird der Zugang für Minderjährige vollständig gesperrt. Damit reagiert Meta auf jahrelange Vorwürfe, die Plattformen seien bewusst so entwickelt worden, dass sie möglichst lange genutzt werden und abhängig machten.

Darüber hinaus verschwinden für Jugendliche künftig die sichtbaren "Gefällt mir"-Angaben. Auch sogenannte Schönheitsfilter, die Gesichter künstlich glätten oder verändern, sollen für Minderjährige nicht mehr verfügbar sein. Gleichzeitig kündigte Meta an, die Alterskontrollen deutlich zu verschärfen. Bislang ließ sich das Mindestalter von 13 Jahren häufig problemlos umgehen.

Der Vergleich sieht außerdem Zahlungen von bis zu 16,7 Milliarden US-Dollar (rund 14,3 Milliarden Euro) vor. Fünf Milliarden Dollar davon sind allerdings an eine Bedingung geknüpft: Auch konkurrierende Plattformen wie TikTok, Snapchat oder YouTube sollen vergleichbare Schutzmaßnahmen einführen.

Auslöser des Verfahrens waren die sogenannten "Facebook Files", die 2021 von der früheren Mitarbeiterin Frances Haugen veröffentlicht wurden. Interne Dokumente legten nahe, dass Meta mögliche negative Auswirkungen seiner Plattformen auf die psychische Gesundheit junger Menschen kannte, diese öffentlich jedoch herunterspielte. Gleichzeitig sollen Funktionen wie automatische Videowiedergaben, ständige Benachrichtigungen oder sichtbare Likes gezielt dazu beigetragen haben, Nutzer möglichst lange auf den Plattformen zu halten.

Instagram-Chef Adam Mosseri räumte während des Prozesses ein, interne Jugendschutzmaßnahmen seien teilweise deutlich weniger wirksam gewesen als öffentlich dargestellt. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta begrüßte den Vergleich als wichtigen Schritt. "Meta hat zugestimmt, massive Veränderungen vorzunehmen, die das Risiko von Schäden durch seine Plattformen verringern werden - und das innerhalb weniger Monate", erklärte er.

Sollte das zuständige Bundesgericht in Oakland den Vergleich bestätigen, wäre der aufsehenerregende Prozess beendet. Ein Schuldeingeständnis enthält die Vereinbarung allerdings ausdrücklich nicht.

Während die neuen Regeln zunächst ausschließlich in den USA gelten, wächst auch in Europa der politische Druck auf Meta. Die Europäische Union prüft bereits strengere Vorgaben für den Jugendschutz. Auch in Deutschland wird seit längerem über Altersgrenzen und Nutzungsbeschränkungen für soziale Netzwerke diskutiert.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Viel zu spät gehandelt

Meta reagiert erst, nachdem der juristische und politische Druck kaum noch auszuhalten war. Seit Jahren warnen Wissenschaftler vor den psychischen Folgen exzessiver Social-Media-Nutzung bei Kindern und Jugendlichen. Dass ausgerechnet milliardenschwere Vergleichszahlungen nötig sind, um grundlegende Schutzmaßnahmen einzuführen, wirft ein kritisches Licht auf die Verantwortung großer Technologiekonzerne. Sollte sich das US-Modell bewähren, dürfte der Druck auf Europa und Deutschland erheblich steigen.

Historischer Hintergrund

Seit den Enthüllungen der "Facebook Files" im Jahr 2021 steht Meta weltweit unter Druck. Die internen Dokumente deuteten darauf hin, dass dem Unternehmen Risiken wie Depressionen, Essstörungen und Suchteffekte insbesondere bei jungen Nutzerinnen bekannt waren. Parallel verschärften Australien, Frankreich und weitere Staaten ihre Debatten über Altersgrenzen und Social-Media-Regulierung.

Zukunftsprognose

Die US-Regelungen könnten weltweit Signalwirkung entfalten. Sollte der Vergleich erfolgreich umgesetzt werden, dürften auch die Europäische Union, Deutschland und weitere Staaten ähnliche Vorgaben verlangen. Für die gesamte Social-Media-Branche könnten Zeitlimits, strengere Alterskontrollen und algorithmische Einschränkungen künftig zum neuen Standard werden.

Erklärungen

Was ist Meta?

Meta Platforms ist der US-Technologiekonzern hinter Facebook, Instagram, WhatsApp und Threads. Das Unternehmen mit Sitz in Menlo Park (Kalifornien) gehört zu den größten Internetkonzernen der Welt.

Was sind die Facebook Files?

Die Facebook Files sind interne Unternehmensdokumente, die 2021 von der ehemaligen Mitarbeiterin Frances Haugen veröffentlicht wurden. Sie lösten weltweit Debatten über den Einfluss sozialer Netzwerke auf Demokratie, Jugendliche und psychische Gesundheit aus.

OZD-Extras

Studien zeigen, dass insbesondere Push-Benachrichtigungen, sichtbare Likes und endloses Scrollen zu den wichtigsten Mechanismen gehören, die Nutzer besonders lange auf sozialen Plattformen halten.

Wie wirkt sich das auf die Börsen aus?

Kurzfristig könnten zusätzliche Regulierungen die Margen großer Plattformbetreiber belasten. Langfristig bewerten Investoren klare rechtliche Rahmenbedingungen jedoch häufig positiv, weil sie Rechtsrisiken und milliardenschwere Klagen reduzieren können.

Gewinnspiel

Welche neue Begrenzung plant Meta für Teenager in den USA?

A) Maximal zwei Stunden Nutzung pro Tag
B) Maximal zehn Stunden Nutzung pro Woche
C) Nur Nutzung an Wochenenden
D) Vollständiges Social-Media-Verbot bis 18 Jahre

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.