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Hybride Angriffe im Fokus: CDU-Sicherheitsexperte verlangt härtere Reaktionen gegen Moskau

CDU-Politiker Roderich Kiesewetter fordert angesichts hybrider Bedrohungen aus Russland stärkere Schutzmaßnahmen und eine engere europäische Zusammenarbeit.

Fakten im Überblick

Roderich Kiesewetter warnt vor hybriden Angriffen Russlands auf europäische Staaten.

Er fordert mehr Schutz kritischer Infrastruktur und eine stärkere Abschreckung.

Die Innenminister der Ostsee-Anrainer beraten in Flensburg über Sicherheitsmaßnahmen.


Vor dem Treffen der Innenminister der Ostsee-Anrainerstaaten hat der CDU-Sicherheitsexperte Roderich Kiesewetter eine deutliche Verschärfung der europäischen Sicherheitsmaßnahmen gefordert. Hintergrund sind wachsende Sorgen über hybride Bedrohungen und mögliche militärische Eskalationen im Umfeld der Nato.

"Wir sehen eine Zunahme an hybriden Angriffen aus Russland in ganz Europa", sagte Kiesewetter der "Rheinischen Post". Nach seiner Einschätzung gehörten dazu unter anderem Angriffe mit bewaffneten Drohnen. Diese könnten "als Vorbereitung eines möglichen begrenzt militärischen Angriffs Russlands auf ein Nato-Land genutzt werden".

Vor diesem Hintergrund appellierte der CDU-Politiker an die europäischen Innenminister, gemeinsame Strategien zur Stärkung der Sicherheitsarchitektur zu entwickeln. Sie sollten beraten, "wie sie Abwehr- und Resilienzmaßnahmen erhöhen können". Dazu zählten nach seinen Worten sowohl der bessere Schutz kritischer Infrastruktur und militärisch wichtiger Einrichtungen als auch konkrete Vorbereitungen für Verteidigungsmaßnahmen.

Darüber hinaus sprach sich Kiesewetter für eine abgestimmte europäische Abschreckungsstrategie aus. Die Minister sollten "asymmetrische, harte Reaktionen abstimmen, um die Abschreckung zu erhöhen". Als mögliche Maßnahmen nannte er unter anderem die Schließung des Russischen Hauses in Berlin, die Ausweisung russischer Diplomaten sowie weitergehende Schritte.

Zu den von ihm vorgeschlagenen härteren Reaktionen gehören auch Cyber-Gegenschläge, eine Ausweitung der militärischen Unterstützung für die Ukraine sowie ein konsequenteres Vorgehen gegen Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte, die nach westlicher Einschätzung unter anderem zur Umgehung internationaler Sanktionen eingesetzt wird.

Die Beratungen der Innenminister finden in der Marineschule in Flensburg statt. Gastgeber ist Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Im Mittelpunkt des Treffens stehen Strategien zur Abwehr hybrider Bedrohungen, der Schutz kritischer Infrastruktur sowie die Zusammenarbeit der Ostsee-Anrainerstaaten im Bereich der inneren Sicherheit.

Die Diskussion über hybride Angriffe hat in Europa seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine deutlich an Bedeutung gewonnen. Dazu zählen unter anderem Cyberangriffe, Sabotageakte, Desinformationskampagnen und Störungen kritischer Infrastruktur, die Staaten vor erhebliche sicherheitspolitische Herausforderungen stellen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Europas Sicherheit braucht mehr als Warnungen

Die Forderungen von Roderich Kiesewetter spiegeln die zunehmende Nervosität vieler europäischer Staaten wider. Hybride Bedrohungen sind längst Teil der sicherheitspolitischen Realität und reichen von Cyberangriffen bis zu Sabotageakten. Gleichzeitig gilt: Warnungen allein schaffen keine Sicherheit. Entscheidend wird sein, ob Europa seine Verteidigungsfähigkeit, den Schutz kritischer Infrastruktur und die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden konsequent weiterentwickelt. Eine glaubwürdige Abschreckung entsteht durch Vorbereitung, Kooperation und Resilienz.

Historischer Hintergrund

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben Nato- und EU-Staaten ihre Sicherheitsmaßnahmen deutlich ausgeweitet. Besonders die Ostsee-Region mit Deutschland, Polen, den baltischen Staaten, Finnland und Schweden gilt als sicherheitspolitisch sensibel. In den vergangenen Jahren wurden mehrfach mutmaßliche Sabotageakte, Cyberangriffe und Beschädigungen kritischer Infrastruktur untersucht, die westliche Staaten mit russischen Einflussoperationen in Verbindung bringen. Russland weist entsprechende Vorwürfe regelmäßig zurück.

Zukunftsprognose

Die europäischen Staaten dürften ihre Zusammenarbeit im Bereich der Cybersicherheit, des Bevölkerungsschutzes und der Verteidigung weiter intensivieren. Investitionen in kritische Infrastruktur, Drohnenabwehr und digitale Sicherheit werden voraussichtlich zunehmen. Wirtschaftlich profitieren davon Unternehmen aus den Bereichen IT-Sicherheit, Verteidigungstechnologie und Infrastruktur. Geopolitische Spannungen könnten zugleich die Finanzmärkte beeinflussen, insbesondere in den Bereichen Energie, Rüstung und Logistik.

Erklärungen

Wer ist Roderich Kiesewetter?

Roderich Kiesewetter ist CDU-Bundestagsabgeordneter und Sicherheitsexperte. Der frühere Bundeswehr-Offizier beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik.

Was sind hybride Angriffe?

Hybride Angriffe kombinieren militärische und nichtmilitärische Mittel, um Staaten unter Druck zu setzen. Dazu zählen unter anderem Cyberangriffe, Desinformation, Sabotage, Spionage, Drohneneinsätze sowie Angriffe auf kritische Infrastruktur.

OZD-Extras

Die Ostsee zählt heute zu den sicherheitspolitisch sensibelsten Regionen Europas. Seit dem Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens hat sich die strategische Bedeutung der Region für das westliche Verteidigungsbündnis weiter erhöht.

An den Börsen profitieren in Phasen erhöhter geopolitischer Spannungen häufig Unternehmen aus den Bereichen Cybersicherheit, Verteidigung und Infrastruktur, während die allgemeine Marktunsicherheit kurzfristig zunehmen kann.

Gewinnspiel

Welche Bedrohung hob Roderich Kiesewetter besonders hervor?

A) Erdbeben
B) Hybride Angriffe
C) Wirtschaftskrisen
D) Pandemien

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.