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Rekordtransfer im Frauenfußball

Carlotta Wamser wechselt von Bayer Leverkusen zu Manchester City. Der Transfer könnte mit Boni bis zu 650.000 Euro kosten – Bundesliga-Rekord.

Kleine Übersicht

Carlotta Wamser wechselt von Bayer Leverkusen zu Manchester City

Bis zu 650.000 Euro Ablöse inklusive Boni stehen im Raum

Wamser unterschreibt in Manchester bis 2030



Die Bundesliga verliert die nächste deutsche Nationalspielerin an einen englischen Spitzenklub. Carlotta Wamser verlässt Bayer Leverkusen und wechselt zum englischen Meister Manchester City. Beide Vereine bestätigten den Transfer am Montag.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung könnte die Ablöse inklusive Bonuszahlungen bis zu 650.000 Euro betragen. Damit würde die 22-Jährige zur teuersten Spielerin werden, die bislang aus der Bundesliga ins Ausland gewechselt ist. Der bisherige Rekord soll bei 600.000 Euro liegen, die Arsenal im Juli für Lisa Baum von RB Leipzig bezahlt haben soll.

Wamser unterschrieb bei Manchester City einen Vertrag bis 2030. Dort trifft sie auf ihre deutschen Nationalmannschaftskolleginnen Rebecca Knaak und Sydney Lohmann. Die vielseitig einsetzbare Spielerin kann sowohl im Mittelfeld als auch in der Abwehr spielen.

"Mit dem Wechsel zu einem internationalen Top-Klub wie Manchester City geht für mich ein Traum in Erfüllung", sagte Wamser. Gleichzeitig blickt sie voller Vorfreude auf "die beste Liga der Welt".

Für Bayer Leverkusen ist der Transfer nicht nur sportlich ein Verlust, sondern offenbar auch wirtschaftlich attraktiv. Lizenz-Direktor Thomas Eichin erklärte, das Angebot habe sich in einer Dimension bewegt, "die für sie, aber auch für uns als Klub gleichermaßen reizvoll ist und langfristig weitere Möglichkeiten für die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung eröffnet". Deshalb habe Bayer dem Wunsch der Spielerin entsprochen: "Vor diesem Hintergrund haben wir ihrem Wechsel-Wunsch entsprochen und dem Transfer zugestimmt."

Bereits am Sonntag hatten sich die Zeichen für einen Abschied verdichtet. Beim 1:2 von Bayer Leverkusen gegen den VfL Wolfsburg fehlte Wamser im Kader und verfolgte die Partie in Zivil von der Tribüne.

Wamser hatte ihren Durchbruch in der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 2025 geschafft. Bundestrainer Christian Wück setzte sie vor allem als Außenverteidigerin ein, nachdem Kapitänin Giulia Gwinn verletzungsbedingt ausgefallen war.

Nach dem Turnier wechselte Wamser von Eintracht Frankfurt nach Leverkusen. Nun folgt bereits der nächste große Schritt – und zugleich ein weiterer Beleg dafür, dass englische Vereine für deutsche Topspielerinnen zunehmend attraktive Ziele darstellen.

Denn Wamser ist längst kein Einzelfall. In diesem Sommer wechselten bereits Selina Cerci zum FC Arsenal, Nicole Anyomi zu den London City Lionesses und Vivien Endemann zum FC Liverpool. Elisa Senß zog es zudem zu Real Madrid nach Spanien.

Der Trend ist bemerkenswert: Immer mehr deutsche Nationalspielerinnen verlassen die Bundesliga, während internationale Spitzenklubs bereit sind, für deutsche Spielerinnen höhere Ablösesummen zu bezahlen.

OZD/AFP


OZD-Kommentar – England kauft, Deutschland verliert

Der Transfer von Carlotta Wamser ist ein Erfolg für die Spielerin und für Bayer Leverkusen. Für die Bundesliga ist er dagegen ein Warnsignal.

650.000 Euro mögen im Männerfußball beinahe lächerlich wirken. Im Frauenfußball sind sie eine gewaltige Summe – und möglicherweise ein neuer Wendepunkt. England zeigt damit erneut, dass dort nicht nur sportlich, sondern zunehmend auch finanziell andere Maßstäbe gelten.

Die Bundesliga produziert weiterhin hervorragende Spielerinnen. Doch immer häufiger wechseln diese Spielerinnen genau dann nach England, wenn sie den nächsten Karriereschritt machen. Das Problem liegt deshalb nicht bei Wamser. Das Problem liegt in der strukturellen Frage: Kann die Bundesliga ihre besten Spielerinnen langfristig halten?

Bayer hat wirtschaftlich offenbar vernünftig gehandelt. Ein Rekordtransfer kann neue Möglichkeiten eröffnen. Aber wenn sich dieser Vorgang bei immer mehr Nationalspielerinnen wiederholt, droht der deutschen Liga ein schleichender Qualitätsverlust.

Die Prognose der OZD: Der Transfermarkt im Frauenfußball wird international weiter deutlich teurer werden. England dürfte seine Position als finanzstärkste Adresse ausbauen. Die Bundesliga muss investieren – sonst wird sie vom Ausbildungsmarkt für Europas Topligen zum dauerhaften Zulieferer.


Der historischer Hintergrund

Der deutsche Frauenfußball gehört traditionell zur Weltspitze. Die Bundesliga hat zahlreiche Nationalspielerinnen hervorgebracht und war über Jahrzehnte eine der wichtigsten Ligen Europas.

Mit der zunehmenden Professionalisierung des Frauenfußballs haben sich jedoch die Kräfteverhältnisse verändert. Besonders die englische Women's Super League hat in den vergangenen Jahren stark an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen. Vereine wie Manchester City und Arsenal verfügen über professionelle Strukturen und erhebliche finanzielle Möglichkeiten.

Manchester City gehört zu den führenden Klubs im englischen Frauenfußball. Der Verein kann internationalen Spielerinnen nicht nur sportliche Perspektiven, sondern auch langfristige Verträge und professionelle Rahmenbedingungen bieten.

Der Wechsel von Wamser fügt sich deshalb in einen größeren Trend ein: Deutsche Nationalspielerinnen orientieren sich zunehmend Richtung England und Spanien.


Die Zukunftsprognose der OZD

Der Wettbewerb um deutsche Nationalspielerinnen dürfte international weiter zunehmen. England bleibt aufgrund der wirtschaftlichen Stärke der Klubs ein besonders attraktiver Markt.

Für die Bundesliga bedeutet das zusätzlichen Druck. Vereine müssen ihre Einnahmen steigern, die Vermarktung verbessern und die Professionalisierung weiter vorantreiben, wenn sie ihre besten Spielerinnen halten wollen.

Für Wamser selbst könnte Manchester City zum entscheidenden Entwicklungsschritt werden. Ihr Vorteil ist ihre Vielseitigkeit, die ihr mehrere Einsatzmöglichkeiten eröffnet.

Geopolitische Auswirkungen gibt es kaum. Wirtschaftlich ist der Transfer jedoch Teil eines größeren europäischen Trends: Der Frauenfußball wird zunehmend internationalisiert, professionalisiert und kommerzialisiert.


Die Erklärungen zum Text

Wer ist Carlotta Wamser?

Carlotta Wamser ist eine 22-jährige deutsche Fußball-Nationalspielerin. Sie kann im Mittelfeld und in der Abwehr eingesetzt werden und wurde im Nationalteam insbesondere als Außenverteidigerin eingesetzt.

Was ist Manchester City?

Manchester City ist ein englischer Spitzenverein aus Manchester. Neben der bekannten Männer-Mannschaft verfügt der Klub auch über eine international etablierte Frauenmannschaft.

Was bedeutet die Rekordablöse?

Eine Ablöse wird fällig, wenn ein Verein eine Spielerin unter Vertrag hat und ein anderer Klub sie vor Vertragsende verpflichten möchte. Die mögliche Summe von 650.000 Euro inklusive Boni wäre nach den vorliegenden Angaben die höchste bislang für einen Bundesliga-Abgang im Frauenfußball.


Gibt es eine Interpretation?

Ja. Der Transfer lässt sich als deutliches Signal für die Verschiebung der wirtschaftlichen Kräfte im europäischen Frauenfußball interpretieren.

Wamser ist nicht einfach nur eine Spielerin, die ins Ausland wechselt. Sie steht für eine Generation deutscher Nationalspielerinnen, die internationale Angebote zunehmend als normalen Karriereschritt betrachtet.

Dass gleich mehrere DFB-Spielerinnen in diesem Sommer nach England gewechselt sind, verstärkt diesen Eindruck. Für die Bundesliga entsteht dadurch ein strategisches Problem: Sie muss nicht nur Talente entwickeln, sondern ihnen auch langfristig attraktive sportliche und wirtschaftliche Perspektiven bieten.


OZD-Extras

Ein besonders interessanter Aspekt ist Wamsers Vertrag bis 2030. Manchester City bindet die 22-Jährige damit langfristig. Das zeigt, dass der Klub offenbar nicht nur kurzfristig eine Kaderlücke schließen will, sondern mit ihr langfristig plant.

Noch bemerkenswerter ist die Geschwindigkeit des Rekordmarktes. Erst im Juli soll Arsenal 600.000 Euro für Lisa Baum bezahlt haben. Wenige Wochen später könnte dieser Rekord bereits wieder fallen.

Wie wirkt sich der Transfer auf die Börsen aus?

Eine direkte Börsenreaktion ist bei diesem Transfer nicht zu erwarten. Manchester City gehört zur City Football Group, die nicht börsennotiert ist. Bayer Leverkusen wiederum ist ebenfalls kein klassischer börsennotierter Fußballverein.

Indirekt ist der Transfer dennoch wirtschaftlich interessant: Steigende Ablösesummen erhöhen den Wert von Spielerinnen und können langfristig die Einnahmen der Vereine durch Transfers, Sponsoring und internationale Vermarktung stärken.

Für die Bundesliga ist entscheidend, ob aus einzelnen Rekordtransfers ein nachhaltiger größerer Markt entsteht.


Unser Gewinnspiel

Frage: Zu welchem Verein wechselt Carlotta Wamser?

A) Manchester City

B) FC Arsenal

C) FC Liverpool

Teilnahme:

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

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Titelbild AFP. Alle Angaben ohne Gewähr.