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DFB bleibt hart: Elversbergs Trainer Wagner für Bayern-Kracher gesperrt

Der DFB bleibt bei seiner Entscheidung: Elversberg-Coach Vincent Wagner ist nach seinem Platzverweis weiter gesperrt und verpasst ausgerechnet das Bundesliga-Duell gegen den FC Bayern München.

Fakten im Überblick

Das DFB-Sportgericht weist den Einspruch der SV Elversberg gegen die Gelb-Rote Karte zurück.

Vincent Wagner bleibt für ein Meisterschaftsspiel gesperrt und fehlt gegen den FC Bayern.

Gegen die Entscheidung kann der Verein innerhalb von 24 Stunden erneut Einspruch einlegen.


Das bislang größte Spiel seiner Trainerlaufbahn muss Vincent Wagner von der Tribüne aus verfolgen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Einspruch der SV Elversberg gegen die Gelb-Rote Karte des Trainers aus dem Bundesligaspiel bei Borussia Mönchengladbach abgewiesen. Damit bleibt auch die automatische Sperre von einem Meisterschaftsspiel bestehen. Wagner wird seinem Team am Sonntag im Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Bayern München fehlen.

Das DFB-Sportgericht erklärte, es gebe "keine Anhaltspunkte für einen offensichtlichen Irrtum des Schiedsrichters gemäß § 11 Nr. 3 der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung und damit für eine ausnahmsweise Aufhebung der automatischen Sperre". Nach der Rechtsprechung der UEFA komme eine Aufhebung nur infrage, wenn etwa eine Personenverwechslung vorliege oder der Trainer keinerlei Kontakt mit dem Schiedsrichter gehabt und sich auch sonst nicht sportwidrig verhalten habe.

Laut Urteil war Wagner trotz einer Aufforderung des Vierten Offiziellen aus größerer Entfernung auf den Schiedsrichter zugelaufen. Diese Darstellung werde durch Fernsehbilder bestätigt. Deshalb handele es sich um eine Tatsachenentscheidung des Unparteiischen, an die das Sportgericht grundsätzlich gebunden sei.

Darüber hinaus sah das Gericht keine Hinweise darauf, "dass die automatisch eintretende Sperre grob unbillig oder willkürlich sein könnte". Dennoch bleibt der Fall umstritten. Schiedsrichter-Chef Knut Kircher sprach bereits von einer "in Summe eine unglückliche Situation". Auch Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen äußerte Verständnis für Elversbergs Position und erklärte, es wäre durchaus möglich gewesen, auf eine Sperre zu verzichten.

Besonders deutliche Kritik kam von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. "Man geht halt mal aufs Spielfeld und redet mit dem Unparteiischen. Es ist Alltag. Dass man nun am jungen Elversberg-Trainer ein Exempel statuiert, finde ich mehr als lächerlich. Das sind so Sachen, wo ich sage: 'Der Fußball macht keinen Spaß'", schrieb Matthäus in seiner Sky-Kolumne.

Auslöser der Szene war eine aus Sicht der Elversberger falsche Einwurfentscheidung, nach der Borussia Mönchengladbach ein Tor erzielte. Wagner stellte sich aus stillem Protest auf das Spielfeld und erhielt dafür zunächst die Gelbe Karte. Wenig später folgte Gelb-Rot – obwohl er den Schiedsrichter weder aggressiv anging noch beleidigte. Genau dieser Umstand sorgt bis heute für hitzige Diskussionen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Regeln brauchen Fingerspitzengefühl

Regeln sind wichtig, doch sie dürfen den Fußball nicht seiner Emotionen berauben. Vincent Wagner hat weder beleidigt noch gedroht oder den Schiedsrichter körperlich bedrängt. Dass ausgerechnet ein aufstrebender Trainer das wohl größte Spiel seiner bisherigen Karriere wegen einer solchen Szene verpasst, wirkt unverhältnismäßig. Der DFB hätte die Möglichkeit gehabt, Augenmaß zu beweisen. Stattdessen bleibt der Eindruck zurück, dass hier ein Exempel statuiert werden sollte. Solche Entscheidungen stärken selten die Akzeptanz der Schiedsrichter, sondern sorgen für neue Diskussionen.

Historischer Hintergrund

Trainer-Platzverweise haben im deutschen Profifußball in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Seit der Einführung persönlicher Gelber und Roter Karten für Trainer ahnden Schiedsrichter Proteste konsequenter. Der DFB orientiert sich dabei an den internationalen Vorgaben der UEFA und der FIFA, die ein einheitliches Vorgehen gegen unsportliches Verhalten an der Seitenlinie anstreben.

Zukunftsprognose

Der Fall Wagner dürfte die Diskussion über den Umgang mit Trainer-Protesten weiter anheizen. Möglich ist, dass der DFB seine Auslegung der Regeln künftig präzisiert, um vergleichbare Situationen transparenter zu bewerten. Sportlich muss Elversberg nun ausgerechnet gegen Rekordmeister Bayern München ohne seinen Cheftrainer bestehen. An den Börsen hat der Fall keine direkten Auswirkungen, stärkt jedoch erneut die öffentliche Debatte über die Rolle von Schiedsrichtern und Verbänden im Profifußball.

Erklärungen

Was ist das DFB-Sportgericht?

Das DFB-Sportgericht entscheidet über Regelverstöße, Sperren und Einsprüche im deutschen Profifußball. Es überprüft Disziplinarmaßnahmen auf Grundlage der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung, greift Tatsachenentscheidungen der Schiedsrichter jedoch nur in eng begrenzten Ausnahmefällen an.

Wer ist Vincent Wagner?

Vincent Wagner ist Cheftrainer der SV Elversberg und zählt zu den jungen Trainertalenten im deutschen Profifußball. Mit dem saarländischen Verein kämpft er in der Bundesliga gegen etablierte Spitzenklubs und sorgt mit mutigem Offensivfußball für Aufmerksamkeit.

OZD-Extras

Bemerkenswert: Selbst Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen sprach sich öffentlich gegen eine Sperre aus – ein ungewöhnlicher Vorgang vor einem direkten Duell beider Vereine.

Gewinnspiel

Warum fehlt Elversbergs Trainer Vincent Wagner im Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern?

A) Wegen einer Gelb-Rot-Sperre

B) Wegen einer Verletzung

C) Wegen einer Erkrankung

D) Wegen einer privaten Reise

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.