Fakten im Überblick
Eva von Angern eröffnet als Alterspräsidentin die erste Sitzung des neuen Landtags.
Sie gehört dem Landtag von Sachsen-Anhalt bereits seit 2002 an.
Die konstituierende Sitzung muss spätestens am 6. Oktober stattfinden.
Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Eva von Angern, wird die konstituierende Sitzung des neu gewählten Landtags von Sachsen-Anhalt als Alterspräsidentin eröffnen. Das bestätigte ihre Fraktion am Mittwoch in Magdeburg. In Sachsen-Anhalt richtet sich das Amt der Alterspräsidentin nach der längsten ununterbrochenen Mitgliedschaft im Parlament. Von Angern gehört dem Landtag bereits seit 2002 an und war Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der jüngsten Landtagswahl.
Der Alterspräsident oder die Alterspräsidentin übernimmt die Leitung der ersten Sitzung eines neuen Landtags bis zur Wahl des Landtagspräsidiums. Was früher vor allem eine symbolische Aufgabe war, besitzt heute erhebliche politische Bedeutung. Während dieser Übergangsphase arbeitet das Parlament zunächst auf Grundlage einer vorläufigen Geschäftsordnung, bis ein neuer Landtagspräsident gewählt ist.
Vor diesem Hintergrund verwies von Angern auf die besondere Verantwortung ihres Amtes. "Der Landtag darf nicht zur Bühne für ein Theaterstück werden, auf das wir in einigen Jahren mit Beklemmung und Trauer zurückblicken werden", erklärte die 49-Jährige.
Die Rolle des Alterspräsidenten rückte bereits nach der Landtagswahl 2024 in Thüringen bundesweit in den Fokus. Damals kam es zu einem politischen Eklat, als der AfD-Alterspräsident Jürgen Treutler Anträge und Abstimmungen zunächst nicht zuließ. Erst das Thüringer Landesverfassungsgericht verpflichtete ihn dazu, Abstimmungen im Parlament zu ermöglichen.
Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist die politische Lage ebenfalls angespannt. Die AfD wurde mit 43,8 Prozent stärkste Kraft, verfehlte jedoch knapp die absolute Mehrheit. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund beansprucht den Regierungsauftrag für seine Partei. Ob und wie eine Regierungsbildung gelingt, ist derzeit offen.
Als stärkste Fraktion besitzt die AfD zunächst das Vorschlagsrecht für das Amt des Landtagspräsidenten. Nach einer wenige Monate vor der Wahl beschlossenen Reform gilt dieses Privileg allerdings nur noch im ersten Wahlgang. Sollte der Kandidat der stärksten Fraktion keine Mehrheit erhalten, können in weiteren Wahlgängen auch andere Fraktionen Bewerber nominieren.
Diese Änderung beschlossen alle Fraktionen außer der AfD. Nach ihrer Auffassung soll die Reform die Arbeitsfähigkeit des Landtags auch in Zeiten zunehmender politischer Polarisierung sichern. Die AfD lehnt die Neuregelung dagegen entschieden ab.
Die konstituierende Sitzung des neuen Landtags muss spätestens am 6. Oktober stattfinden.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Der Landtag steht vor einer Bewährungsprobe
Die erste Sitzung eines neu gewählten Parlaments ist weit mehr als ein formaler Akt. Gerade nach einem historisch starken Wahlergebnis der AfD richtet sich der Blick auf die demokratischen Institutionen Sachsen-Anhalts. Die Erfahrungen aus Thüringen haben gezeigt, wie schnell Geschäftsordnungsfragen zu einer Belastungsprobe für die parlamentarische Demokratie werden können. Nun liegt es an allen Fraktionen, den demokratischen Prozess verantwortungsvoll zu gestalten und das Vertrauen in die Institutionen zu stärken.
Historischer Hintergrund
In Sachsen-Anhalt wird das Amt des Alterspräsidenten traditionell nach der längsten Zugehörigkeit zum Landtag vergeben. Bundesweit wurde diese Rolle nach den Ereignissen im Thüringer Landtag 2024 deutlich aufgewertet. Dort führte ein Streit über die Geschäftsordnung zu einer Entscheidung des Landesverfassungsgerichts und löste eine Debatte über den Schutz parlamentarischer Verfahren aus.
Zukunftsprognose
Die Wahl des Landtagspräsidenten dürfte zu einer der ersten politischen Bewährungsproben des neuen Parlaments werden. Die neue Geschäftsordnung könnte dabei entscheidend sein, falls der Kandidat der stärksten Fraktion im ersten Wahlgang keine Mehrheit erhält. Für die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt bleiben die kommenden Wochen richtungsweisend. Auswirkungen auf die Börsen oder die Finanzmärkte sind durch die parlamentarischen Abläufe derzeit nicht zu erwarten.
Erklärungen
Wer ist Eva von Angern?
Eva von Angern ist Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke im Landtag von Sachsen-Anhalt. Sie gehört dem Parlament seit 2002 an und war Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der Landtagswahl 2026.
Was ist eine Alterspräsidentin?
Die Alterspräsidentin eröffnet die erste Sitzung eines neu gewählten Parlaments und leitet diese bis zur Wahl des neuen Landtagspräsidiums. In Sachsen-Anhalt übernimmt diese Aufgabe das Mitglied mit der längsten Zugehörigkeit zum Landtag.
OZD-Extras
Die Reform der Wahl des Landtagspräsidenten wurde wenige Monate vor der Wahl beschlossen und verändert erstmals das bisherige Verfahren. Scheitert der Kandidat der stärksten Fraktion im ersten Wahlgang, können anschließend auch andere Fraktionen eigene Kandidaten ins Rennen schicken.
Gewinnspiel
Seit welchem Jahr gehört Eva von Angern dem Landtag von Sachsen-Anhalt an?
A) 1998
B) 2002
C) 2006
D) 2010
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.