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24 Rennen und zwei Comebacks: Formel 1 baut Sprint-Spektakel 2027 massiv aus

Die Formel 1 verändert ihren Kalender 2027 deutlich: Portugal und die Türkei kehren zurück, zehn Sprints sorgen für mehr Rennaction – Deutschland fehlt erneut.

Fakten im Überblick

Die Formel-1-Saison 2027 umfasst 24 Grands Prix in 22 Ländern und läuft vom 14. März in Bahrain bis zum 12. Dezember in Abu Dhabi.

Portugal kehrt am 20. Juni in Portimão zurück, die Türkei folgt am 3. Oktober in Istanbul.

Die Zahl der Sprint-Wochenenden steigt von sechs auf zehn – Deutschland erhält erneut keinen Grand Prix.

Die Formel 1 stellt ihren Rennkalender für 2027 neu auf und bringt zwei bei vielen Motorsportfans bekannte Strecken zurück. Portugal und die Türkei gehören in der kommenden Saison wieder zur Königsklasse des Motorsports. Gleichzeitig wächst die Zahl der Sprint-Wochenenden deutlich. Deutschland dagegen bleibt weiterhin ohne Formel-1-Rennen.

Insgesamt umfasst der offiziell von Formel 1 und Automobilweltverband FIA bestätigte Kalender 24 Grands Prix in 22 Ländern. Die Weltmeisterschaft führt über fünf Kontinente und beginnt vom 12. bis 14. März in Bahrain. Das Saisonfinale steigt vom 10. bis 12. Dezember auf dem Yas Marina Circuit in Abu Dhabi.

Besonders interessant für europäische Fans ist die Rückkehr von Portimão. Auf dem spektakulär gelegenen Autódromo Internacional do Algarve wird am 20. Juni der Große Preis von Portugal ausgetragen. Die 4,6 Kilometer lange Berg-und-Tal-Strecke war zuletzt 2020 und 2021 Teil des Formel-1-Kalenders. Portugal hat einen Vertrag für die Saisons 2027 und 2028 erhalten.

Auch Istanbul Park ist wieder dabei. Am 3. Oktober soll die Formel 1 in der Türkei antreten. Die Strecke war zuletzt 2021 Teil der Weltmeisterschaft und ist vor allem für ihre anspruchsvolle Kurve 8 bekannt. Der türkische Grand Prix besitzt einen Vertrag bis einschließlich 2031. Der Termin 2027 steht im veröffentlichten Kalender allerdings noch unter dem Vorbehalt der FIA-Streckenhomologation.

Für Portugal und die Türkei müssen zwei andere europäische Traditionsstandorte weichen. Barcelona und Zandvoort gehören 2027 nicht mehr zum Kalender. Spanien bleibt dennoch vertreten: Der Grand Prix in Madrid ist vom 10. bis 12. September angesetzt.

Für deutsche Formel-1-Fans gibt es dagegen keine Rückkehr auf heimischen Boden. Weder der Hockenheimring in Baden-Württemberg noch der Nürburgring in Rheinland-Pfalz tauchen im Kalender auf. Deutschland bleibt damit trotz seiner großen Motorsporttradition erneut ohne eigenen Grand Prix.

Eine weitere große Veränderung betrifft das Sprintformat. Statt bislang sechs soll es 2027 zehn Sprint-Wochenenden geben. Formel 1 und FIA begründen die Ausweitung mit der starken Nachfrage und dem Erfolg des Formats. Nach Angaben der Formel 1 liegt die gesamte Zuschauerzahl an Sprint-Wochenenden seit Einführung des Formats 2021 im Durchschnitt zwölf Prozent höher als an Wochenenden ohne Sprint.

Bahrain, Australien, Japan, Monaco und Abu Dhabi veranstalten 2027 erstmals einen Formel-1-Sprint. Kanada, Großbritannien, Italien, Brasilien und Katar sind ebenfalls Gastgeber des zusätzlichen Rennens.

Besonders Monaco dürfte dadurch ein ungewöhnliches Wochenende erleben. Auf dem engen Straßenkurs von Monte Carlo bedeutet das Sprintformat, dass die Fahrer zusätzlich zum regulären Qualifying um die Startaufstellung für das Kurzrennen kämpfen.

Der Saisonauftakt wandert derweil zurück nach Bahrain. Nachdem Australien 2025 und 2026 den ersten Grand Prix des Jahres ausgetragen hatte, beginnt die Weltmeisterschaft 2027 wieder in Sakhir. Anschließend reist der Formel-1-Tross nach Saudi-Arabien.

Melbourne folgt Anfang April als dritte Station. Danach geht es nach Suzuka in Japan und Shanghai in China, ehe Miami und Montréal den ersten Nordamerika-Block bilden.

Nach Monaco beginnt mit Portimão der weitere europäische Abschnitt. Es folgen Silverstone, Spielberg, Spa-Francorchamps und Budapest. Nach der Sommerpause stehen Monza und Madrid auf dem Programm.

Ende September reist die Formel 1 nach Baku in Aserbaidschan. Danach folgt die Rückkehr nach Istanbul, bevor Singapur den Dreierblock abschließt.

In der Schlussphase geht es über Austin, Mexiko-Stadt, São Paulo und Las Vegas nach Katar. Das Finale findet erneut in Abu Dhabi statt.

Formel-1-Chef Stefano Domenicali sieht darin die Mischung, mit der die Rennserie ihr internationales Wachstum fortsetzen will. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem hob ebenfalls die weltweite Ausrichtung des Sports sowie die Rückkehr Portugals und der Türkei hervor.

Für Fans bedeutet der Kalender vor allem eines: mehr Rennkilometer unter Wettbewerbsbedingungen. Mit zehn Sprint-Wochenenden findet bei fast jedem zweiten Grand Prix zusätzlich ein Kurzrennen statt.

Die Formel 1 setzt damit ihren Weg vom klassischen Grand-Prix-Wochenende hin zu einem Veranstaltungsformat fort, bei dem an möglichst vielen Tagen sportlich relevante Sessions stattfinden.

Und während Istanbul und Portimão ihr Comeback feiern, bleibt für deutsche Motorsportfans eine Frage weiterhin unbeantwortet: Wann kehrt die Formel 1 nach Deutschland zurück?

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Deutschland schaut wieder nur zu

Portugal schafft es zurück. Die Türkei schafft es zurück. Deutschland nicht.

Das ist für eine der traditionsreichsten Motorsportnationen der Welt bemerkenswert. Deutschland brachte Weltmeister wie Michael Schumacher, Sebastian Vettel und Nico Rosberg hervor. Mercedes gehört zu den prägenden Herstellern der modernen Formel 1. Trotzdem gibt es weiterhin keinen deutschen Grand Prix.

Das zeigt, wie stark sich die Formel 1 verändert hat. Tradition allein garantiert keinen Platz mehr im Kalender. Veranstalter müssen wirtschaftliche, organisatorische und strategische Anforderungen erfüllen, während zahlreiche Länder weltweit um einen der begehrten Termine konkurrieren.

Interessant ist zugleich die massive Ausweitung der Sprints. Zehn Veranstaltungen bedeuten, dass das einstige Experiment endgültig zu einem zentralen Bestandteil des Formel-1-Produkts wird. Für Fans gibt es mehr Wettbewerb, für Fahrer und Teams aber auch weniger klassische Trainingszeit und zusätzliche Risiken.

Die Formel 1 setzt damit konsequent auf Unterhaltung an allen drei Tagen eines Rennwochenendes.

Die realistische Prognose: Das Sprintformat dürfte dauerhaft eine wichtige Rolle spielen. Eine schnelle Rückkehr Deutschlands lässt sich aus dem Kalender für 2027 dagegen nicht ableiten. Dafür wären ein tragfähiges Veranstaltermodell und eine Einigung mit der Formel 1 erforderlich.

Historischer Hintergrund

Deutschland besitzt eine außergewöhnliche Formel-1-Geschichte. Auf dem Nürburgring und dem Hockenheimring fanden über Jahrzehnte Grands Prix statt. Besonders während der Ära von Michael Schumacher erreichte die Formel 1 in Deutschland enorme Popularität.

Der letzte Große Preis von Deutschland wurde 2019 in Hockenheim ausgetragen. Ein Jahr später kehrte die Formel 1 während der Corona-Saison noch einmal zum Nürburgring zurück, allerdings unter der Bezeichnung Großer Preis der Eifel.

Portugal besitzt ebenfalls eine lange Grand-Prix-Tradition. Bereits 1958 wurde dort ein Formel-1-Weltmeisterschaftslauf ausgetragen. Neben Porto und Monsanto wurde später vor allem Estoril zum bekannten Austragungsort. Portimão kam während der Corona-Pandemie 2020 und 2021 zum Einsatz und kehrt nun für mindestens zwei Jahre zurück.

Istanbul Park wurde 2005 erstmals in den Formel-1-Kalender aufgenommen. Zwischen 2005 und 2011 gastierte die Rennserie regelmäßig dort. 2020 und 2021 folgte ein Comeback. Besonders historisch war das Rennen 2020: Lewis Hamilton sicherte sich in Istanbul seinen siebten Weltmeistertitel und zog damit bei der damaligen Rekordmarke mit Michael Schumacher gleich.

Zukunftsprognose

Sportlich erhöht die Formel 1 mit zehn Sprint-Wochenenden die Zahl der Wettbewerbssessions. Das verändert die Arbeit der Teams, weil an Sprint-Wochenenden weniger Zeit für klassische Trainingsprogramme zur Verfügung steht.

Wirtschaftlich sind zusätzliche Sprints für Veranstalter, Fernsehsender, Sponsoren und die Formel 1 interessant. Mehr sportlich relevante Sessions können Zuschauerinteresse und Vermarktungsmöglichkeiten erhöhen.

Gesellschaftlich unterstreicht der Kalender die weitere Internationalisierung der Rennserie. 24 Grands Prix in 22 Ländern auf fünf Kontinenten machen die Formel 1 zu einer der geografisch am breitesten aufgestellten jährlichen Sportserien.

Für Portugal und die Türkei bedeutet die Rückkehr zusätzliche internationale Aufmerksamkeit und potenziell erhebliche touristische Effekte. Besonders Portimão und die Algarve können den Grand Prix zur weltweiten Vermarktung der Region nutzen.

Für Deutschland bleibt dagegen die Herausforderung bestehen, ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept für eine mögliche Rückkehr zu entwickeln.

Was ist ein Formel-1-Sprint?

Der Sprint ist ein zusätzliches kurzes Rennen innerhalb eines Grand-Prix-Wochenendes. Im Gegensatz zum klassischen Sonntagsrennen ist die Distanz deutlich geringer. Dadurch sollen Fahrer von Beginn an stärker auf direkten Wettbewerb statt auf langfristiges Reifen- und Rennmanagement setzen.

Was ist Istanbul Park?

Istanbul Park ist eine 5,33 Kilometer lange Rennstrecke auf der asiatischen Seite der türkischen Metropole Istanbul. Berühmt ist der Kurs besonders für Kurve 8, eine lange Mehrfach-Linkskurve mit hohen Querkräften. Die Formel 1 hat mit der Türkei einen Vertrag bis 2031 geschlossen.

Was ist Portimão?

Portimão liegt an der Algarve im Süden Portugals. Das dortige Autódromo Internacional do Algarve ist 4,6 Kilometer lang und wegen seiner starken Höhenunterschiede bekannt. Die Formel 1 gastierte dort bereits 2020 und 2021. Für 2027 und 2028 besteht ein neuer Vertrag.

Warum fährt die Formel 1 nicht in Deutschland?

Deutschland besitzt mit Hockenheim und dem Nürburgring grundsätzlich geeignete und historisch bedeutende Rennstrecken. Ein Formel-1-Grand-Prix erfordert jedoch ein umfangreiches wirtschaftliches und organisatorisches Gesamtpaket zwischen Rennserie, Veranstaltern und weiteren Partnern. Für 2027 kam keine entsprechende Rückkehr zustande.

OZD-Extra – Zehn Sprints verändern die Formel 1

Die Ausweitung von sechs auf zehn Sprints ist mehr als eine kleine Kalenderänderung. 2027 findet bei zehn von 24 Grand-Prix-Wochenenden ein zusätzliches Rennen statt.

Formel-1-Daten liefern einen wichtigen Grund für die Entscheidung: Die Gesamtzuschauerzahlen von Sprint-Wochenenden liegen nach Angaben der Rennserie zwölf Prozent über jenen klassischer Wochenenden. 82 Prozent der befragten Besucher eines Sprint-Wochenendes erklärten zudem, das Format erhöhe den Wert ihres Tickets.

Für Teams bedeutet das allerdings zusätzlichen Druck. Schäden bei einem Sprint können erhebliche Kosten verursachen und die Vorbereitung auf den eigentlichen Grand Prix beeinträchtigen.

Wirtschaftlich könnten zusätzliche Wettbewerbsformate vor allem den Medien- und Sponsoringwert der Formel 1 erhöhen. Davon profitieren potenziell die Rennserie, Veranstalter und beteiligte Unternehmen. Direkte Auswirkungen auf Aktienkurse oder Währungen lassen sich aus der Kalenderentscheidung allein jedoch nicht seriös ableiten.

Gewinnspiel

Welche beiden Länder kehren 2027 in den Formel-1-Kalender zurück?

A) Deutschland und Frankreich

B) Portugal und Türkei

C) Indien und Südafrika

D) Malaysia und Argentinien

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.