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Abschied von einer Inter-Ikone: Sandro Mazzola ist tot

Italien nimmt Abschied von Sandro Mazzola. Die Inter-Legende und Europameister von 1968 ist im Alter von 83 Jahren gestorben.

Fakten im Überblick

Sandro Mazzola ist im Alter von 83 Jahren gestorben, wie Inter Mailand am Samstag mitteilte.

Der Offensivspieler bestritt seine gesamte 17-jährige Profikarriere für Inter und erzielte in 565 Pflichtspielen 158 Tore.

Mit Italien wurde Mazzola 1968 Europameister, mit Inter gewann er vier Meisterschaften und zweimal den Europapokal der Landesmeister.

Der italienische Fußball trauert um einen seiner großen Namen: Sandro Mazzola ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Inter Mailand gab den Tod seiner Vereinslegende am Samstag bekannt. Mazzola gehörte zu jener Generation, die den Klub aus der norditalienischen Metropole in den 1960er-Jahren an die Spitze des europäischen Fußballs führte. Seine gesamte 17-jährige Profikarriere verbrachte der Offensivspieler bei Inter – eine Vereinstreue, die im modernen Spitzenfußball beinahe aus einer anderen Zeit wirkt. In 565 Pflichtspielen erzielte er 158 Tore, gewann viermal die italienische Meisterschaft und zweimal den Europapokal der Landesmeister, den Vorgänger der heutigen Champions League.

Unvergessen bleibt vor allem der 27. Mai 1964. Im Wiener Praterstadion traf Inter im Finale des Europapokals der Landesmeister auf das große Real Madrid um Alfredo Di Stéfano und Ferenc Puskás. Mazzola erzielte zwei Tore und führte die Mailänder zu einem 3:1-Sieg – dem ersten Triumph Inters im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb. Nur ein Jahr später gelang die Titelverteidigung: Im heimischen San Siro besiegte Inter Benfica Lissabon mit 1:0. Mazzola wurde damit zu einem der Gesichter des „Grande Inter“, jener legendären Mannschaft von Trainer Helenio Herrera, die mit taktischer Disziplin, defensiver Stärke und gefährlichen Gegenangriffen eine Ära des europäischen Fußballs prägte.

Doch Mazzolas Bedeutung reichte weit über Mailand hinaus. Für die italienische Nationalmannschaft absolvierte der technisch starke und torgefährliche Offensivspieler 70 Länderspiele und erzielte 22 Tore. 1968 feierte er mit der Squadra Azzurra im eigenen Land den Gewinn der Europameisterschaft. Zwei Jahre später erreichte Italien bei der Weltmeisterschaft in Mexiko das Finale. Dort wartete Brasilien mit Pelé und einer Mannschaft, die bis heute zu den berühmtesten Teams der Fußballgeschichte zählt. Italien verlor das Endspiel in Mexiko-Stadt mit 1:4, doch Mazzola hatte sich endgültig auch auf der größten internationalen Bühne einen Namen gemacht.

Seine Geschichte war zugleich eng mit einem der dunkelsten Kapitel des italienischen Fußballs verbunden. Sandro Mazzola war der Sohn von Valentino Mazzola, dem Kapitän des legendären „Grande Torino“. Sein Vater kam am 4. Mai 1949 bei der Flugzeugkatastrophe von Superga ums Leben, als Sandro erst sechs Jahre alt war. Nahezu die gesamte Mannschaft des damaligen italienischen Serienmeisters Torino starb bei dem Unglück. Der Sohn setzte die Fußballgeschichte der Familie fort – allerdings nicht in Turin, sondern in Mailand. Bei Inter entwickelte er sich vom Nachwuchsspieler zum Weltstar und blieb dem Klub während seiner gesamten Profikarriere treu.

Entsprechend groß ist die Anteilnahme in Italien. Inter würdigte Mazzola als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten seiner Geschichte und erinnerte daran, dass er als Junge zum Verein gekommen war und sein gesamtes Fußballleben mit den Nerazzurri verbunden blieb. „Adieu Mazzola, Ikone von Inter und einer der größten Azzurri überhaupt“, schrieb die „Gazzetta dello Sport“. Der „Corriere dello Sport“ würdigte ihn als „einen der großartigsten italienischen Fußballer der Geschichte“. Mit seinem Tod verliert Italien nicht nur einen ehemaligen Nationalspieler, sondern einen Protagonisten jener Epoche, in der der italienische Vereinsfußball erstmals dauerhaft die europäische Spitze eroberte. Seine 565 Spiele, 158 Tore und zahlreichen Titel erzählen davon – doch für Inter bleibt vor allem die außergewöhnliche Verbindung eines Spielers zu einem einzigen Verein.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Eine Karriere, die heute fast unvorstellbar wirkt

Sandro Mazzolas sportliches Vermächtnis lässt sich an Titeln und Toren messen, aber seine Geschichte erzählt noch etwas anderes. 17 Jahre Profifußball, 565 Pflichtspiele – und ausschließlich Inter Mailand. In einer Zeit, in der internationale Topspieler regelmäßig Vereine und Ligen wechseln, wirkt eine solche Karriere außergewöhnlich. Noch größer wird ihre Bedeutung durch Mazzolas persönliche Geschichte. Als Kind verlor er seinen Vater Valentino bei der Katastrophe von Superga, später wurde er selbst zu einer der prägenden Figuren des italienischen Fußballs. Er gewann mit Inter Europas wichtigsten Vereinswettbewerb und mit Italien die Europameisterschaft. Vor allem aber blieb er über Jahrzehnte mit einer Fußballstadt und einem Verein verbunden. Sein Tod schließt ein weiteres Kapitel jener Generation, die den europäischen Fußball der 1960er-Jahre geprägt hat. Mazzolas Name dürfte dennoch dauerhaft mit dem „Grande Inter“ und einer der erfolgreichsten Epochen des italienischen Fußballs verbunden bleiben.

Historischer Hintergrund

Sandro Mazzolas große Zeit fiel in die Ära des „Grande Inter“. Unter dem argentinisch-französischen Trainer Helenio Herrera entwickelte sich Inter Mailand Anfang der 1960er-Jahre zu einer der stärksten Mannschaften Europas. Der Klub gewann 1964 und 1965 nacheinander den Europapokal der Landesmeister. Mazzola war dabei einer der entscheidenden Offensivspieler. Besonders sein Doppelpack im Finale 1964 gegen Real Madrid machte ihn international berühmt. Auch die italienische Nationalmannschaft befand sich in dieser Zeit im Aufschwung. Nach schwierigen Jahren gewann die Squadra Azzurra 1968 im eigenen Land die Europameisterschaft und erreichte 1970 das WM-Finale in Mexiko. Mazzola gehörte bei beiden Turnieren zum italienischen Aufgebot.

Wer war Sandro Mazzola?

Alessandro „Sandro“ Mazzola wurde 1942 in Turin geboren. Er war offensiver Mittelfeldspieler und Stürmer und spielte von 1960 bis 1977 ausschließlich für Inter Mailand. Mazzola galt als technisch stark, schnell und torgefährlich. Mit Inter gewann er vier italienische Meisterschaften sowie zweimal den Europapokal der Landesmeister. Für Italien bestritt er 70 Länderspiele und wurde 1968 Europameister.

Wer war Valentino Mazzola?

Valentino Mazzola war Sandros Vater und Kapitän des legendären „Grande Torino“, das den italienischen Fußball der 1940er-Jahre dominierte. Am 4. Mai 1949 kam er gemeinsam mit fast der gesamten Mannschaft bei der Flugzeugkatastrophe von Superga nahe Turin ums Leben. Sandro Mazzola war damals erst sechs Jahre alt. Später wurde auch er zu einem der bedeutendsten Fußballer Italiens.

Was war das „Grande Inter“?

Als „Grande Inter“ wird die erfolgreiche Mannschaft von Inter Mailand unter Trainer Helenio Herrera in den 1960er-Jahren bezeichnet. Sie gewann mehrere italienische Meisterschaften und 1964 sowie 1965 den Europapokal der Landesmeister. Spieler wie Mazzola, Giacinto Facchetti und Luis Suárez prägten diese Epoche. Die Mannschaft wurde auch durch ihre taktische Organisation und ihre konsequente Spielweise international bekannt.

OZD-Extra – Der Abend, der Mazzola unsterblich machte

Am 27. Mai 1964 traf Inter Mailand in Wien auf Real Madrid. Die Spanier waren das Symbol des europäischen Vereinsfußballs und hatten den Europapokal zuvor bereits fünfmal gewonnen. Doch an diesem Abend gehörte die Bühne dem 21 Jahre alten Sandro Mazzola. Er erzielte zwei Tore beim 3:1-Erfolg und führte Inter damit zum ersten Europapokalsieg der Vereinsgeschichte. Ein Jahr später verteidigten die Mailänder den Titel. Diese beiden Spielzeiten machten Mazzola endgültig zu einer Ikone der Nerazzurri.

Gewinnspiel

Mit welchem Verein gewann Sandro Mazzola zweimal den Europapokal der Landesmeister?

A: Juventus Turin
B: AC Mailand
C: Inter Mailand
D: AS Rom

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.