Fakten im Überblick
Alexander Zverev besiegt Matej Dodig mit 6:4, 7:6 und bringt Deutschland im Davis Cup zunächst mit 1:0 gegen Kroatien in Führung.
Daniel Altmaier verliert anschließend gegen Dino Prizmic mit 4:6, 3:6 und kassiert damit den Ausgleich zum 1:1.
Deutschland benötigt am Sonntag zwei weitere Siege, um die Davis-Cup-Finalrunde in Bologna zu erreichen.
Alexander Zverev hat geliefert, doch entschieden ist im Davis-Cup-Duell mit Kroatien noch nichts. Sechs Tage nach seinem Triumph bei den US Open gewann der Hamburger in Halle/Westfalen sein Auftaktmatch gegen Matej Dodig mit 6:4, 7:6 (7:3) und brachte die Auswahl des Deutschen Tennis-Bundes mit 1:0 in Führung. Weil Daniel Altmaier anschließend gegen Dino Prizmic mit 4:6, 3:6 verlor, steht es vor dem entscheidenden Sonntag 1:1. Deutschland benötigt damit aus den noch ausstehenden Begegnungen zwei Siege, um den Einzug in das Finalturnier von Bologna perfekt zu machen.
Zverev musste für seinen Erfolg härter arbeiten, als es die Weltranglistenposition seines Gegners vermuten ließ. Dodig, die Nummer 171 der Welt, präsentierte sich auf dem Center Court der Heristo-Arena mutig und erstaunlich stabil. „Matej hat ein unglaubliches Match gespielt, so habe ich das nicht erwartet“, sagte Zverev bei Prime Video. Er sei aber „froh hier zu sein und dem Team helfen zu können“. Die Belastungen der vergangenen Wochen waren dem 29-Jährigen phasenweise anzumerken. Erst sechs Tage zuvor hatte er in New York den US-Open-Titel gewonnen, dennoch hielt er an seiner Davis-Cup-Zusage fest.
Zunächst fehlte Zverev die Selbstverständlichkeit, mit der er bei den US Open aufgetreten war. Zwar gelang ihm früh das Break zum 2:1, doch Dodig machte wenige Fehler und zwang den Favoriten immer wieder zu längeren Ballwechseln. Mehrfach reagierte Zverev kopfschüttelnd, wenn der Kroate erneut eine schwierige Situation überstand. Wirklich gefährlich wurde es für den Deutschen jedoch nicht. Vor allem bei eigenem Aufschlag blieb er stabil und konzentriert. Im Tiebreak des zweiten Satzes zeigte Zverev schließlich jene Nervenstärke, die ihn bereits in New York ausgezeichnet hatte, und entschied die Partie mit 7:3 für sich.
Die deutsche Führung hielt allerdings nicht lange. Altmaier traf anschließend auf den 22 Jahre alten Prizmic, der in dieser Saison bereits mit Siegen gegen Novak Djokovic und Ben Shelton bei Masters-Turnieren auf sich aufmerksam gemacht hatte. Der Kempener fand gegen den Kroaten nie vollständig in seinen Rhythmus. Prizmic gewann den ersten Satz mit 6:4 und ließ Altmaier auch im zweiten Durchgang nicht entscheidend zurückkommen. Nach dem 6:3 war Kroatiens Ausgleich perfekt.
Damit steht Deutschland am Sonntag vor einem echten Davis-Cup-Krimi. Ab 12 Uhr beginnt zunächst das Doppel. Kevin Krawietz und Tim Pütz, die zuletzt gemeinsam das Finale der US Open erreicht hatten, treffen auf die kroatischen Tokio-Olympiasieger Nikola Mektic und Mate Pavic. Schon diese Begegnung verspricht höchste Spannung: Auf beiden Seiten stehen international erfahrene Doppelspieler, für die der Davis Cup seit Jahren zu den besonderen Mannschaftswettbewerben im Tennis gehört.
Danach folgen die beiden verbliebenen Einzel, wobei Zverev und Altmaier ihre Gegner vom Samstag tauschen. Deutschland besitzt somit noch drei Möglichkeiten, die notwendigen zwei Punkte zu holen. Kroatien muss dabei auf seinen prominentesten Spieler verzichten: Der frühere US-Open-Sieger Marin Cilic fehlt verletzt. Dennoch hat der Samstag gezeigt, dass die Gäste auch ohne ihn gefährlich sind. Zverev hat seinen ersten Punkt beigesteuert – jetzt entscheidet sich, ob daraus gemeinsam mit seinen Teamkollegen das Ticket für Bologna wird.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Zverev allein reicht nicht
Alexander Zverev hat nach seinem US-Open-Triumph genau das getan, was Deutschland von seinem Spitzenspieler erwarten durfte: Er hat seinen Punkt geholt. Dass dies gegen den Weltranglisten-171. Matej Dodig keineswegs selbstverständlich verlief, zeigt gleichzeitig, wie speziell der Davis Cup sein kann. Weltranglistenpositionen verlieren im Mannschaftswettbewerb mitunter an Bedeutung, wenn Atmosphäre, nationale Verantwortung und Tagesform zusammenkommen. Nach Altmaiers Niederlage ist die Ausgangslage klar: Deutschland braucht am Sonntag eine geschlossene Mannschaftsleistung. Besonders das Doppel könnte zum Schlüssel werden. Krawietz und Pütz bringen internationale Klasse mit, treffen mit Mektic und Pavic allerdings auf ein ebenso erfahrenes Duo. Die Prognose: Die Entscheidung dürfte eng bleiben und kann sich bis in das letzte Einzel ziehen.
Historischer Hintergrund
Der Davis Cup wurde erstmals 1900 ausgetragen und gehört zu den traditionsreichsten Mannschaftswettbewerben des internationalen Sports. Deutschland gewann den Titel bislang dreimal – 1988, 1989 und 1993. Besonders die Ära um Boris Becker und Michael Stich prägt bis heute die deutsche Davis-Cup-Geschichte. Kroatien besitzt ebenfalls eine erfolgreiche Tradition und gewann den Wettbewerb 2005 und 2018. Das aktuelle Duell in Halle/Westfalen entscheidet darüber, wer den nächsten Schritt zum Finalturnier in Bologna macht.
Zukunftsprognose
Für Deutschland besitzt der Sonntag sportlich große Bedeutung. Zwei Siege sind notwendig, um das Finalturnier in Bologna zu erreichen. Das Doppel zwischen Krawietz/Pütz und Mektic/Pavic könnte dabei bereits die Richtung vorgeben. Sollte Deutschland gewinnen, könnte Zverev anschließend im Einzel die Entscheidung herbeiführen. Bei einer Niederlage würde der Druck auf die beiden abschließenden Einzel deutlich steigen. Für den DTB wäre eine Teilnahme am Finalturnier zudem wichtig, um den positiven Effekt von Zverevs US-Open-Triumph für die öffentliche Wahrnehmung des deutschen Tennis weiter zu verstärken.
Warum spielt Zverev nur sechs Tage nach den US Open?
Zverev hatte seine Teilnahme trotz der körperlichen und mentalen Belastungen eines Grand-Slam-Turniers zugesagt. Als Grund nannte er unter anderem seine starke Form. Gleichzeitig kann er im weiteren Saisonverlauf um die Spitze der Weltrangliste kämpfen. Eine deutsche Nummer eins der ATP-Weltrangliste gab es zuletzt 1991 mit Boris Becker.
Was passiert am Sonntag?
Zunächst spielen Kevin Krawietz und Tim Pütz gegen Nikola Mektic und Mate Pavic. Anschließend folgen zwei Einzel, in denen die Spieler ihre Gegner vom Samstag tauschen. Deutschland muss zwei dieser drei Begegnungen gewinnen, um das Finalturnier in Bologna zu erreichen.
Wer ist Dino Prizmic?
Dino Prizmic gehört zu den aufstrebenden kroatischen Tennisspielern. Gegen Daniel Altmaier zeigte er seine Qualität mit einem souveränen Zwei-Satz-Erfolg. Dass er in dieser Saison bereits Novak Djokovic und Ben Shelton bei Masters-Turnieren besiegen konnte, unterstreicht sein Potenzial.
OZD-Extra – Ein Doppel voller Finalerfahrung
Das erste Match am Sonntag könnte zum Schlüsselduell werden. Auf deutscher Seite stehen Kevin Krawietz und Tim Pütz, die als eingespieltes Spitzendoppel antreten und gerade erst gemeinsam das US-Open-Finale erreicht haben. Ihnen gegenüber stehen Nikola Mektic und Mate Pavic, die 2021 in Tokio gemeinsam Olympiasieger wurden. Noch bevor Zverev erneut den Court betritt, treffen damit vier ausgewiesene Doppelspezialisten in einer Begegnung aufeinander, die für den weiteren Verlauf des Duells enorme Bedeutung besitzt.
Gewinnspiel
Gegen welchen Kroaten gewann Alexander Zverev sein erstes Einzel?
A: Marin Cilic
B: Dino Prizmic
C: Matej Dodig
D: Mate Pavic
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.