Fakten im Überblick
Kevin Krawietz und Tim Pütz besiegen Nikola Mektic und Mate Pavic im Davis-Cup-Doppel mit 7:5, 6:2.
Deutschland führt damit in der Zweitrundenbegegnung gegen Kroatien mit 2:1 und benötigt nur noch einen Sieg zum Weiterkommen.
Alexander Zverev kann im anschließenden Einzel gegen den 21 Jahre alten Dino Prizmic den Einzug ins Finalturnier in Bologna perfekt machen.
Alexander Zverev bekommt seinen Matchball: Die deutsche Davis-Cup-Auswahl steht unmittelbar vor dem Einzug in das Finalturnier der besten acht Mannschaften in Bologna. Kevin Krawietz und Tim Pütz gewannen am Sonntag im westfälischen Halle das enorm wichtige Doppel gegen die kroatischen Tokio-Olympiasieger Nikola Mektic und Mate Pavic mit 7:5, 6:2. Damit führt Deutschland in der Zweitrundenbegegnung mit 2:1. Im Best-of-five-Format fehlt nur noch ein Sieg – und den kann US-Open-Champion Zverev im anschließenden Einzel gegen Dino Prizmic holen.
Krawietz und Pütz zeigten dabei einmal mehr, warum sie zu den stärksten deutschen Waffen im Mannschaftswettbewerb gehören. Gegen Mektic und Pavic wartete allerdings ein hochkarätiges kroatisches Duo. Der erste Satz entwickelte sich entsprechend eng. Beide Teams lieferten sich ein unterhaltsames Duell, ehe die Deutschen in der entscheidenden Phase zuschlugen und den Durchgang mit 7:5 für sich entschieden. Danach übernahmen Krawietz und Pütz zunehmend die Kontrolle. Im zweiten Satz ließen sie den Kroaten deutlich weniger Möglichkeiten und machten mit 6:2 den umjubelten deutschen Punkt perfekt.
Für das Duo aus Coburg und Frankfurt am Main war es zugleich die schnelle Antwort auf eine bittere Enttäuschung. Erst in der vergangenen Woche hatten Krawietz und Pütz im Finale der US Open ihren ersten gemeinsamen Grand-Slam-Titel verpasst. Viel Zeit, diesem verlorenen Endspiel nachzutrauern, blieb nicht. Im Davis Cup mussten sie sofort wieder funktionieren – und lieferten unter dem Druck einer engen Begegnung gegen Kroatien genau den Punkt, den Deutschland benötigte.
Nun richten sich in Halle alle Blicke auf Zverev. Der deutsche Spitzenspieler trifft im vierten Match auf Dino Prizmic und kann die Begegnung vorzeitig entscheiden. Einfach dürfte die Aufgabe allerdings nicht werden. Der erst 21 Jahre alte Kroate hat in dieser Saison bereits Topspieler wie Novak Djokovic und Ben Shelton bezwungen. Auch im Davis Cup bewies er seine Qualität: Am Samstag setzte er sich gegen Deutschlands Nummer zwei Daniel Altmaier durch und sorgte dafür, dass Kroatien nach den ersten beiden Einzeln noch alle Chancen besaß.
Zverev kennt die Ausgangslage genau. Ein Sieg gegen Prizmic würde Deutschland den dritten Punkt und damit das Ticket für Bologna sichern. Eine Niederlage würde dagegen noch einmal maximale Spannung erzeugen. Dann müsste im abschließenden fünften Match Daniel Altmaier gegen Matej Dodig antreten und über das Weiterkommen entscheiden. Krawietz und Pütz haben mit ihrem überzeugenden Doppel zumindest dafür gesorgt, dass Deutschland nun zwei Möglichkeiten besitzt, die Begegnung zu beenden.
Die Ausgangslage könnte für Zverev kaum reizvoller sein. Nach seinem Triumph bei den US Open kann er nun wenige Tage später auch im Nationaltrikot einen entscheidenden Erfolg feiern. Krawietz und Pütz haben vorgelegt, Deutschland führt 2:1 – jetzt liegt der Matchball beim deutschen Spitzenspieler.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Das deutsche Doppel liefert unter Druck
Im Davis Cup können Doppel ganze Begegnungen verändern. Genau das haben Kevin Krawietz und Tim Pütz gegen Kroatien gezeigt. Nach einem engen ersten Satz wurde aus einem Duell auf Augenhöhe ein überzeugender deutscher Sieg – und aus dem 1:1 plötzlich eine hervorragende Ausgangslage.
Besonders bemerkenswert ist die schnelle mentale Umstellung. Nur wenige Tage nach der Niederlage im US-Open-Finale mussten Krawietz und Pütz erneut in einem bedeutenden Match bestehen. Gegen zwei Olympiasieger ließen sie sich von dieser Vorgeschichte nicht bremsen.
Jetzt liegt die Verantwortung zunächst bei Alexander Zverev. Prizmic hat mit seinem Erfolg gegen Altmaier gezeigt, dass seine Rolle als nominelle kroatische Nummer zwei wenig über seine tatsächliche Gefährlichkeit aussagt. Sollte Zverev den dritten deutschen Punkt holen, wäre Bologna erreicht. Andernfalls bliebe Deutschland mit Altmaier gegen Dodig noch eine zweite Chance.
Historischer Hintergrund
Der Davis Cup gehört zu den traditionsreichsten Mannschaftswettbewerben im internationalen Tennis. Anders als auf der regulären Tour treten die Profis nicht für sich selbst, sondern für ihre Nationalmannschaften an. Einzel und Doppel werden gemeinsam für das Gesamtergebnis gewertet.
Deutschland gehört zu den erfolgreichen Nationen der Wettbewerbsgeschichte. Besonders prägend waren die Titelgewinne 1988, 1989 und 1993. Spieler wie Boris Becker und Michael Stich machten den Davis Cup damals zu einem der großen Schauplätze des deutschen Tennissports.
Das heutige Format unterscheidet sich von jener Ära. Die besten qualifizierten Mannschaften treffen beim Finalturnier aufeinander. Für die deutsche Auswahl führt der Weg 2026 über das Duell mit Kroatien in Halle zum Finalturnier der besten Acht in Bologna.
Zukunftsprognose
Mit der 2:1-Führung besitzt Deutschland zwei Gelegenheiten, den entscheidenden dritten Sieg zu holen. Zunächst trifft Zverev auf Prizmic. Sollte der Kroate gewinnen, würde die Entscheidung im fünften Match zwischen Altmaier und Dodig fallen.
Ein Einzug nach Bologna würde Deutschland die Chance eröffnen, mit einem hochkarätig besetzten Team um Zverev sowie das eingespielte Doppel Krawietz/Pütz um den Davis Cup zu kämpfen. Wie weit die Mannschaft dort kommen könnte, hängt allerdings von Gegnern, Form und Aufstellung beim Finalturnier ab.
Wirtschaftliche Auswirkungen auf Börsen, Aktien, Rohstoffe oder Währungen sind durch das Davis-Cup-Ergebnis nicht zu erwarten. Für den Deutschen Tennis Bund, Sponsoren und die mediale Aufmerksamkeit des Tennissports in Deutschland könnte ein erfolgreicher Auftritt beim Finalturnier dagegen zusätzliche Bedeutung besitzen.
Wer sind Kevin Krawietz und Tim Pütz?
Kevin Krawietz aus Coburg und Tim Pütz aus Frankfurt am Main bilden das deutsche Spitzendoppel. Kurz vor dem Davis-Cup-Duell hatten sie gemeinsam das Finale der US Open erreicht, dort aber ihren ersten gemeinsamen Grand-Slam-Titel verpasst.
Wer ist Dino Prizmic?
Dino Prizmic ist ein 21 Jahre alter kroatischer Tennisspieler. In dieser Saison besiegte er bereits Spitzenspieler wie Novak Djokovic und Ben Shelton. Im Davis Cup gegen Deutschland schlug er am Samstag Daniel Altmaier.
Warum ist Zverevs Match jetzt entscheidend?
Im Best-of-five-Format benötigt eine Mannschaft drei Siege. Deutschland führt nach dem Doppel mit 2:1. Gewinnt Zverev gegen Prizmic, ist der dritte Punkt erreicht und die Begegnung entschieden.
Was passiert bei einer Niederlage von Zverev?
Sollte Prizmic das vierte Match gewinnen, stünde es 2:2. Anschließend würde das fünfte Duell zwischen Daniel Altmaier und Matej Dodig über das Weiterkommen entscheiden.
OZD-Extra – Vom US-Open-Frust zum Davis-Cup-Jubel
Für Krawietz und Pütz liegen Enttäuschung und Erfolg in diesen Tagen besonders dicht beieinander. Noch in der vergangenen Woche standen die Deutschen im Finale der US Open und verpassten ihren ersten gemeinsamen Grand-Slam-Titel.
Nur wenige Tage später mussten sie gegen Kroatien erneut gegen ein Weltklasse-Doppel antreten. Mektic und Pavic sind nicht irgendein Team: Die Kroaten gewannen gemeinsam olympisches Gold in Tokio.
Mit 7:5, 6:2 verwandelten Krawietz und Pütz die jüngste Enttäuschung in einen enorm wichtigen Davis-Cup-Erfolg. Jetzt fehlt Deutschland nur noch ein Punkt – und Alexander Zverev hat die erste Chance, ihn zu holen.
Gewinnspiel
Wie endete das Davis-Cup-Doppel von Krawietz/Pütz gegen Mektic/Pavic?
A: 6:4, 6:4
B: 7:5, 6:2
C: 6:7, 7:5, 6:3
D: 7:6, 7:6
Zum großen OZD-Gewinnspiel 2026 – Gutscheine gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.