Fakten im Überblick
Alexander Zverev gewann 2026 die French Open und die US Open und holte damit seine ersten beiden Grand-Slam-Titel.
Jannik Sinner fehlte bei den US Open wegen einer Knieverletzung, Carlos Alcaraz kehrte nach langer Verletzungspause zurück.
Mischa Zverev weist die Relativierung der Erfolge seines Bruders zurück und verweist auf dessen Fitness und Comeback nach der schweren Verletzung von 2022.
Alexander Zverev hat in diesem Tennisjahr erreicht, worauf er lange warten musste: Der 29-Jährige gewann zunächst die French Open in Paris und anschließend die US Open in New York. Doch selbst nach dem zweiten Grand-Slam-Triumph seiner Karriere ist eine Debatte darüber entstanden, wie die Titel sportlich einzuordnen sind. Jannik Sinner fehlte in New York wegen einer Verletzung am rechten Knie, Carlos Alcaraz war nach einer mehrmonatigen Verletzungspause erst kurz zuvor zurückgekehrt. Für Zverevs Bruder und Manager Mischa ist das kein Grund, die Erfolge des Hamburgers geringer zu bewerten.
„Warum waren die nicht dabei? Weil sie verletzt waren“, sagte der 39-Jährige im Interview mit Sport1: „Warum ist man verletzt? Weil man irgendwo einfach nicht stark genug ist oder weil man übertrieben hat. Weil man nicht auskuriert hat, wenn es sein musste. Es gibt ja einen Grund. Es war nicht einfach so, dass sie keine Lust haben.“ Mischa Zverev dreht damit die Argumentation um: Statt die Abwesenheit oder eingeschränkte Fitness der jüngeren Konkurrenten als Einschränkung für die Bewertung von Alexanders Titeln zu sehen, hebt er die körperliche Verfügbarkeit seines Bruders hervor.
Vielmehr müssten die Aussagen in die Richtung gehen: „Guck mal, Sascha ist älter als die Spieler, aber er ist dabei, er ist fit“, führte Mischa Zverev aus: „Diesen jüngeren Spielern müsste man sagen: Ja, ein jüngerer Motor muss nicht besser laufen. Deswegen sehe ich das überhaupt nicht so, als könnte man es kleinreden.“ Dabei verweist er auch auf die sportliche Vorgeschichte seines Bruders. Alexander Zverev hatte sich 2022 im Halbfinale der French Open gegen Rafael Nadal schwer am rechten Sprunggelenk verletzt und musste monatelang pausieren.
Sein Bruder habe damals eine „unfassbare Verletzung“ erlitten, „bei der teilweise einige gesagt haben, dass er nie wieder so zurückkommen wird, wie er früher war – und dann kommt er zurück und spielt so“. Tatsächlich erreichte Zverev nach seiner Rückkehr wieder die absolute Weltspitze. 2026 folgte schließlich der Durchbruch bei den Grand Slams: In Paris gewann er seinen ersten Major-Titel, in New York setzte er sich im Finale mit 6:3, 7:6 (7:2), 5:7, 6:2 gegen den US-Amerikaner Ben Shelton durch.
Die Diskussion über die sportliche Wertigkeit des US-Open-Erfolgs entzündete sich vor allem an den Umständen bei Zverevs wichtigsten Konkurrenten. Sinner, zu diesem Zeitpunkt Weltranglistenerster und amtierender Wimbledon-Champion, musste das Turnier wegen seiner Knieverletzung absagen. Alcaraz war nach einer Handgelenksverletzung mehrere Monate ausgefallen und scheiterte bei seinem Comeback im Viertelfinale an Shelton. Auch Boris Becker hatte die Relativierung des Zverev-Titels scharf kritisiert und darauf hingewiesen, dass ein Spieler nur jene Gegner besiegen könne, die ihm im Turnier tatsächlich gegenüberstehen.
Ein zweiter Streitpunkt betrifft Zverevs Aufschlagroutine. Bei den US Open ließ er den Ball vor allem vor dem zweiten Aufschlag teilweise sehr häufig aufspringen. Finalgegner Shelton sprach sich anschließend für eine klarere zeitliche Regelung aus. Auch Becker kritisierte die lange Routine, obwohl er Zverevs sportliche Leistung ausdrücklich verteidigte. Mischa Zverev kann mit der Aufregung wenig anfangen. „Es ist genauso, als wenn man einen Grand Slam gewinnt und jemand sich über die Farbe der Socken beschwert. Es gibt immer irgendwas, worüber man schreiben oder was sagen kann. Das ist völlig normal, wenn man sich jetzt die letzten 25 Jahre anschaut“, erklärte er: „Also, wie gesagt, es wird immer jemanden geben, der irgendwas sagt.“
Sportlich hat sich für Alexander Zverev nach dem New Yorker Triumph eine neue Perspektive eröffnet. Durch den zweiten Grand-Slam-Sieg rückte er in der Weltrangliste näher an Sinner heran. Mischa Zverev nannte Platz eins im Sport1-Interview als ein noch erreichbares Ziel, betonte aber zugleich, dass sich ein möglicher Zeitpunkt nicht vorhersagen lasse. Nach Jahren mit Grand-Slam-Finalniederlagen, der schweren Verletzung von Paris und dem langen Weg zurück ist die Diskussion um Zverev damit endgültig eine andere geworden: Nicht mehr die Frage nach seinem ersten Major-Titel steht im Mittelpunkt, sondern die Einordnung seiner Erfolge in einer Generation mit Sinner und Alcaraz.
OZD/SID
OZD-Kommentar – Titel bleiben Titel
Die Diskussion über die Stärke eines Turnierfeldes gehört zum Sport. Verletzungen, Ausfälle und unterschiedliche Formkurven können den Verlauf eines Grand-Slam-Turniers erheblich beeinflussen. Auch der Hinweis darauf, dass Sinner in New York fehlte und Alcaraz nach einer langen Pause zurückkam, ist deshalb ein legitimer Teil der sportlichen Analyse.
Ebenso klar ist allerdings: Zverev konnte weder Sinners Verletzung noch Alcaraz' Pause beeinflussen. Er musste das Turnier gegen die tatsächlich angetretenen Gegner gewinnen. Im Finale bezwang er Shelton in vier Sätzen und holte nach Paris seinen zweiten Major-Titel innerhalb weniger Monate.
Die interessantere Frage ist deshalb, wie sich das Kräfteverhältnis entwickelt, wenn Zverev, Sinner und Alcaraz gleichzeitig gesund und in Bestform antreten. Genau diese direkten Duelle werden langfristig mehr über die sportliche Hierarchie aussagen als hypothetische Überlegungen darüber, was bei einzelnen Turnieren mit einem anderen Teilnehmerfeld geschehen wäre.
Historischer Hintergrund
Alexander Zverev gehörte bereits Jahre vor seinem ersten Grand-Slam-Titel zur Weltspitze. Er gewann große Turniere auf der ATP-Tour und olympisches Einzelgold, musste bei den Majors jedoch mehrere schmerzhafte Rückschläge verkraften.
Besonders einschneidend war das French-Open-Halbfinale 2022 gegen Rafael Nadal. Zverev verletzte sich schwer am Sprunggelenk und musste lange pausieren. Seine Rückkehr in die Weltspitze dauerte entsprechend.
2026 änderte sich seine Grand-Slam-Bilanz grundlegend. Bei den French Open gewann er seinen ersten Major-Titel. In Wimbledon erreichte er anschließend das Finale, unterlag dort Sinner. Bei den US Open folgte schließlich Titel Nummer zwei.
Zukunftsprognose
Für Zverev richtet sich der sportliche Blick nun auf die Weltrangliste und die verbleibenden großen Turniere der Saison. Nach seinem US-Open-Erfolg lag er 1810 Punkte hinter Sinner. Damit ist die Entwicklung an der Spitze enger geworden, ohne dass daraus bereits abgeleitet werden kann, wer die Saison als Nummer eins beendet.
Sinner plant nach seiner Knieverletzung die Rückkehr während der Asien-Tour. Alcaraz arbeitet nach seiner langen Verletzungspause ebenfalls daran, wieder dauerhaft sein höchstes Niveau zu erreichen. Für das Herrentennis könnte damit eine Phase beginnen, in der direkte Duelle zwischen den drei Spitzenspielern stärker in den Mittelpunkt rücken.
Wirtschaftlich stärken Grand-Slam-Erfolge grundsätzlich die internationale Sichtbarkeit eines Spitzenspielers und können für Sponsoren, Ausrüster und Turnierveranstalter relevant sein. Belastbare unmittelbare Auswirkungen auf börsennotierte Unternehmen, Aktien, Währungen oder Rohstoffe lassen sich aus Zverevs Erfolgen oder der aktuellen Debatte jedoch nicht ableiten.
Wer ist Mischa Zverev?
Mischa Zverev ist der ältere Bruder von Alexander Zverev und war selbst Tennisprofi. Heute begleitet er seinen Bruder unter anderem als Manager und gehört zu dessen engstem Umfeld.
Warum werden Zverevs Grand-Slam-Titel diskutiert?
Einige Kritiker verweisen darauf, dass wichtige Konkurrenten bei seinen jüngsten Erfolgen fehlten oder nicht unter optimalen körperlichen Voraussetzungen spielten. Bei den US Open fehlte Sinner wegen einer Knieverletzung, während Alcaraz nach langer Pause zurückkehrte.
Was ist die Kritik an Zverevs zweitem Aufschlag?
Zverev ließ den Ball bei den US Open vor dem zweiten Aufschlag teilweise mehr als 20-mal aufspringen. Shelton forderte danach eine eindeutigere Zeitregel. Vor dem ersten Aufschlag gilt eine 25-Sekunden-Regel, beim zweiten Service lässt die Regelung mehr Ermessensspielraum.
Welche Grand Slams gewann Alexander Zverev 2026?
Zverev gewann zunächst die French Open in Paris und anschließend die US Open in New York. Es waren die ersten beiden Grand-Slam-Titel seiner Karriere.
OZD-Extra – Der nächste große Meilenstein wäre Platz eins
Nach zwei Grand-Slam-Titeln bleibt für Zverev ein besonders prestigeträchtiges Ziel offen: die Spitze der Weltrangliste. Auch Mischa Zverev bestätigte gegenüber Sport1, dass Platz eins „auf dem Papier“ ein Ziel sei, auf das das Team hinarbeite.
Der US-Open-Sieg hat den Abstand zu Sinner verkleinert. Gleichzeitig bleibt die Entwicklung von der Form und den Ergebnissen beider Spieler bei den kommenden Turnieren abhängig. Eine Prognose darüber, ob und wann Zverev die Weltranglistenspitze übernimmt, wäre deshalb verfrüht.
Gewinnspiel
Welche beiden Grand-Slam-Turniere gewann Alexander Zverev 2026?
A: Australian Open und Wimbledon
B: Wimbledon und US Open
C: French Open und US Open
D: Australian Open und French Open
Zum großen OZD-Gewinnspiel 2026 – Gutscheine gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.