Fakten im Überblick
Der VfL Wolfsburg gewann das Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde im Europa Cup mit 6:1 gegen Sturm Graz.
Eintracht Frankfurt setzte sich beim isländischen Tabellenführer FH Hafnarfjördur mit 1:0 durch.
Die Rückspiele um den Einzug ins Achtelfinale finden am kommenden Mittwoch statt.
Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben nach dem verpassten Einzug in die Champions League eine eindrucksvolle Antwort gegeben und im Europa Cup einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale gemacht. Im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde besiegte die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch Sturm Graz zu Hause deutlich mit 6:1 (4:0). Bereits nach 37 Minuten war die Partie praktisch entschieden. Ella Peddemors eröffnete in der 10. Minute den Torreigen, nur drei Minuten später erhöhte Lara Prasnikar auf 2:0. Smilla Vallotto traf nach einer halben Stunde, ehe die erfahrene Svenja Huth in der 37. Minute den vierten Wolfsburger Treffer folgen ließ. Damit verwandelten die Wölfinnen ihre Enttäuschung aus der Champions-League-Qualifikation zunächst in einen souveränen europäischen Auftritt.
Auch nach der Pause blieb die Ausgangslage für die Österreicherinnen schwierig. Brigitta Pulins gelang in der 53. Minute zwar der Ehrentreffer für Sturm Graz, eine echte Aufholjagd entwickelte sich daraus jedoch nicht. Stattdessen legte Wolfsburg in der Schlussphase noch einmal nach. Katharina Piljic traf in der 83. Minute zum 5:1, nur drei Minuten später stellte Lena Lattwein den 6:1-Endstand her. Mit fünf Toren Vorsprung reist Wolfsburg damit in der kommenden Woche zum Rückspiel nach Österreich und besitzt eine ausgezeichnete Ausgangsposition für den Einzug ins Achtelfinale.
Deutlich schwerer tat sich Eintracht Frankfurt beim isländischen Tabellenführer FH Hafnarfjördur. Die Hessinnen mussten bis zur 60. Minute auf den entscheidenden Treffer warten. Nach einem Foul an Nationalspielerin Laura Freigang erhielt Frankfurt einen Strafstoß, den Rebecka Blomqvist zum 1:0 verwandelte. Weitere Tore gelangen der Eintracht nicht. Anders als Wolfsburg besitzt Frankfurt vor dem Rückspiel damit nur einen knappen Vorsprung und muss im eigenen Stadion noch einmal konzentriert nachlegen.
Für beide deutschen Teams besitzt der Europa Cup in dieser Saison besondere Bedeutung. Sowohl Wolfsburg als auch Frankfurt waren zuvor in der Qualifikation zur Champions League gescheitert. Der neue Wettbewerb eröffnet ihnen nun eine zweite Möglichkeit, ihre internationale Saison fortzusetzen. Während Wolfsburg nach dem 6:1 mit einem komfortablen Polster in das zweite Duell geht, bleibt das Rennen zwischen Frankfurt und Hafnarfjördur nach dem knappen 1:0 wesentlich offener.
Die Entscheidungen fallen am kommenden Mittwoch. Wolfsburg muss dann vor allem den deutlichen Vorsprung verwalten, ohne an Konzentration zu verlieren. Frankfurt dagegen benötigt vor heimischem Publikum erneut eine überzeugende Leistung, um den knappen Erfolg auf Island abzusichern. Nach diesem europäischen Abend stehen die Vorzeichen für beide Bundesligisten grundsätzlich gut – der VfL hat das Tor zum Achtelfinale bereits weit aufgestoßen, die Eintracht muss den entscheidenden Schritt erst noch machen.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Wolfsburg setzt ein Ausrufezeichen
Nach dem Aus in der Champions-League-Qualifikation hätte die Stimmung beim VfL Wolfsburg schnell kippen können. Stattdessen lieferten die Wölfinnen gegen Sturm Graz eine Antwort, die sportlich kaum deutlicher hätte ausfallen können.
Besonders beeindruckend war die Konsequenz vor der Pause. Vier Treffer innerhalb von 27 Minuten nahmen dem Gegner früh die Hoffnung auf eine Überraschung. Dass Wolfsburg in der Schlussphase noch zweimal nachlegte, macht die Ausgangsposition für das Rückspiel ausgesprochen komfortabel.
Frankfurt erlebte dagegen einen völlig anderen Abend. Das 1:0 auf Island ist wertvoll, aber kein Ergebnis zum Zurücklehnen. Ein einziger Treffer Vorsprung kann im Rückspiel schnell verschwinden. Gleichzeitig hat die Eintracht ihr wichtigstes Ziel erreicht: Sie reist mit einem Sieg nach Hause.
Die Prognose für die Rückspiele fällt deshalb unterschiedlich aus. Wolfsburg besitzt nach dem 6:1 einen sehr großen sportlichen Puffer. Frankfurt muss dagegen noch einmal eine konzentrierte Leistung zeigen, um das Achtelfinale zu erreichen.
Historischer Hintergrund
Der UEFA Women's Europa Cup ist Teil der neu strukturierten europäischen Wettbewerbslandschaft im Frauenfußball. Er bietet Klubs, die den Sprung in die Champions League nicht schaffen, eine weitere Möglichkeit, international anzutreten.
Für den VfL Wolfsburg ist europäischer Fußball seit vielen Jahren vertrautes Terrain. Die Niedersachsen gehören zu den erfolgreichsten deutschen Frauenfußballteams und konnten auch international bereits große Titel gewinnen. Besonders prägend waren die Champions-League-Triumphe 2013 und 2014.
Auch Eintracht Frankfurt besitzt eine außergewöhnliche internationale Tradition. Die Vorgänger-Mannschaft des 1. FFC Frankfurt gewann mehrfach den wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb im Frauenfußball und gehört historisch zu den erfolgreichsten deutschen Teams.
Dass nun beide Vereine im Europa Cup antreten, ist allerdings Folge ihrer gescheiterten Champions-League-Qualifikation. Der Wettbewerb wird damit zur zweiten europäischen Chance der Saison.
Zukunftsprognose
Für Wolfsburg eröffnet der klare Hinspielsieg die Möglichkeit, im Rückspiel Belastung und Risiko kontrollierter zu steuern. Ein Fünf-Tore-Vorsprung verschafft Trainer Stephan Lerch erheblichen taktischen Spielraum.
Frankfurt besitzt diesen Luxus nicht. Der Bundesligist muss Hafnarfjördur im Rückspiel auf Distanz halten und dürfte versuchen, möglichst früh für klare Verhältnisse zu sorgen.
Sportlich wäre das Weiterkommen beider Mannschaften auch für den deutschen Frauenfußball von Bedeutung. Internationale Spiele erhöhen Sichtbarkeit und Reichweite der Vereine und ermöglichen zusätzliche Duelle mit Teams aus anderen europäischen Ligen.
Wirtschaftlich sind die Dimensionen des Frauenfußballs zwar weiterhin deutlich kleiner als bei den Männern, zusätzliche internationale Spiele können aber Einnahmen aus Tickets, Vermarktung und Sponsoring erhöhen. Zugleich stärkt sportlicher Erfolg die internationale Wahrnehmung der Bundesliga.
Was ist der Women's Europa Cup?
Der UEFA Women's Europa Cup ist ein europäischer Vereinswettbewerb im Frauenfußball. Er bietet Teams unterhalb der Champions League eine zusätzliche internationale Bühne und erweitert damit das Angebot an europäischen Klubwettbewerben.
Wer ist Ella Peddemors?
Ella Peddemors ist eine niederländische Fußballerin des VfL Wolfsburg. Gegen Sturm Graz brachte sie ihre Mannschaft bereits in der zehnten Minute in Führung und leitete damit den deutlichen Erfolg ein.
Wer ist Rebecka Blomqvist?
Rebecka Blomqvist ist eine schwedische Nationalspielerin. Für Eintracht Frankfurt erzielte sie auf Island per Strafstoß das entscheidende 1:0 gegen FH Hafnarfjördur.
Warum spielen Wolfsburg und Frankfurt im Europa Cup?
Beide Bundesligisten scheiterten zuvor in der Qualifikation zur Champions League. Über den Europa Cup erhalten sie eine weitere Gelegenheit, in dieser Saison international zu spielen.
OZD-Extra – Vier Tore in nur 27 Minuten
Wolfsburg benötigte gegen Sturm Graz nicht einmal eine komplette Halbzeit, um das Hinspiel praktisch zu entscheiden. Zwischen dem ersten Treffer von Ella Peddemors in der 10. Minute und Svenja Huths 4:0 in der 37. Minute lagen lediglich 27 Minuten.
Bemerkenswert war dabei die Verteilung der Tore: Sechs verschiedene Wolfsburger Spielerinnen trugen sich in die Torschützenliste ein. Neben Peddemors, Prasnikar, Vallotto und Huth trafen nach der Pause auch Piljic und Lattwein.
Frankfurt benötigte dagegen einen Strafstoß, um seine Überlegenheit in einen Treffer umzumünzen. Laura Freigang holte den Elfmeter heraus, Rebecka Blomqvist übernahm die Verantwortung – und verschaffte der Eintracht damit den wichtigen Vorsprung für das Rückspiel.
Gewinnspiel
Wie deutlich gewann der VfL Wolfsburg gegen Sturm Graz?
A: 2:0
B: 3:1
C: 4:0
D: 6:1
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.