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Klare Entscheidungen in Hannover: Onay bleibt Oberbürgermeister – Bender gewinnt Regionsspitze

Die Stichwahlen in Niedersachsen bringen klare Entscheidungen: Belit Onay bleibt Oberbürgermeister von Hannover, Eva Bender übernimmt die Spitze der Region.

Fakten im Überblick

Belit Onay von den Grünen gewinnt die Oberbürgermeister-Stichwahl in Hannover mit 61,5 Prozent gegen SPD-Kandidat Axel von der Ohe.

Eva Bender von der SPD setzt sich bei der Wahl zur Regionspräsidentin mit 69,41 Prozent gegen CDU-Kandidat Oliver Junk durch.

Die Stichwahlen waren notwendig geworden, weil bei der Kommunalwahl am 13. September in zahlreichen Städten, Gemeinden und Landkreisen niemand die erforderliche Mehrheit für ein kommunales Spitzenamt erreicht hatte.

Die Wählerinnen und Wähler in Niedersachsen haben zwei Wochen nach der Kommunalwahl über zahlreiche kommunale Spitzenämter entschieden. Besonders im Mittelpunkt stand Hannover, wo gleich zwei bedeutende Stichwahlen anstanden. In der Landeshauptstadt setzte sich Amtsinhaber Belit Onay von den Grünen deutlich gegen SPD-Kandidat Axel von der Ohe durch. Nach dem vorläufigen Endergebnis erreichte Onay 61,5 Prozent, von der Ohe kam auf 38,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 45 Prozent.

Damit bleibt Onay Oberbürgermeister der niedersächsischen Landeshauptstadt. Bereits im ersten Wahlgang am 13. September hatte er mit 45,6 Prozent deutlich vorne gelegen, die notwendige Mehrheit jedoch verpasst. Von der Ohe war damals auf 21,5 Prozent gekommen. Für die Stichwahl waren gut 397.000 Menschen wahlberechtigt.

Auch bei der zweiten wichtigen Personalentscheidung in Hannover fiel das Ergebnis eindeutig aus. Eva Bender von der SPD wird neue Präsidentin der Region Hannover. Sie gewann die Stichwahl gegen Oliver Junk von der CDU nach Auszählung aller 1360 Wahlbezirke mit 69,41 Prozent. Junk erreichte 30,59 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 42,08 Prozent. Das Ergebnis muss noch vom Wahlausschuss bestätigt werden. Benders Amtszeit beginnt am 1. November und ist auf acht Jahre angelegt.

Das Amt besitzt weitreichende Bedeutung. Die Region Hannover umfasst 21 Städte und Gemeinden einschließlich der Landeshauptstadt und zählt mehr als 1,2 Millionen Einwohner. Die Regionspräsidentin leitet eine Verwaltung mit mehr als 3300 Beschäftigten. Zu den Aufgaben der Region gehören unter anderem Nahverkehr, Gesundheitsversorgung, Umwelt, Regionalplanung, Jugend und Soziales sowie Wirtschaftsförderung.

Die Stichwahlen waren notwendig geworden, weil bei der Kommunalwahl vom 13. September zahlreiche Bewerberinnen und Bewerber um hauptamtliche Spitzenpositionen die erforderliche Mehrheit verfehlt hatten. Landesweit standen am Sonntag insgesamt 123 Stichwahlen um Ämter wie Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte an.

Neben Hannover wurde auch in anderen bedeutenden niedersächsischen Städten erneut gewählt. Dazu gehörten Braunschweig, die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes, und Oldenburg. Damit bildeten die Stichwahlen den zweiten entscheidenden Teil der niedersächsischen Kommunalwahl.

Der erste Wahlgang hatte bereits die politischen Kräfteverhältnisse in zahlreichen Räten, Kreistagen und Kommunen neu sortiert. Insgesamt waren dabei unter anderem fast 2200 Stadt- und Gemeinderäte sowie Kreistage gewählt worden. Landesweit ging die CDU als stärkste Kraft aus der Kommunalwahl hervor, gefolgt von SPD, AfD und Grünen.

Die Entscheidungen über Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte folgen jedoch einer anderen Logik als die landesweiten Parteiergebnisse. Bei Direktwahlen stehen konkrete Kandidatinnen und Kandidaten im Mittelpunkt. Persönliche Bekanntheit, Amtsbonus und lokale Themen können deshalb stärker ins Gewicht fallen als allgemeine Parteitrends.

Hannover ist dafür ein besonders sichtbares Beispiel. Onay konnte seinen bereits großen Vorsprung aus dem ersten Wahlgang in der Stichwahl ausbauen. 2019 war er erstmals zum Oberbürgermeister gewählt worden. Nun erhält er ein neues Mandat für die Führung der Landeshauptstadt.

Gleichzeitig übernimmt mit Eva Bender eine SPD-Politikerin die Spitze der Region. Ihr deutlicher Sieg zeigt, dass sich landesweite Parteiergebnisse und kommunale Personalentscheidungen erheblich unterscheiden können.

Für Niedersachsen endet mit den Stichwahlen ein intensiver Kommunalwahlkampf. Die Folgen werden in den kommenden Jahren vor allem vor Ort sichtbar werden: in Rathäusern und Kreisverwaltungen, bei Investitionen, Verkehrspolitik, Wohnungsbau, Schulen, Klimaschutz und kommunalen Haushalten.

Gerade deshalb besitzen diese Wahlen trotz ihrer lokalen Ausrichtung große Bedeutung für den Alltag der Menschen. Kommunale Spitzenämter entscheiden häufig unmittelbar über jene politischen Fragen, die Bürgerinnen und Bürger in ihrem täglichen Leben besonders konkret erleben.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Kommunalwahlen folgen ihren eigenen Regeln

Die Ergebnisse in Hannover zeigen eindrucksvoll, warum Kommunalwahlen nicht einfach als verkleinerte Bundes- oder Landtagswahlen betrachtet werden können.

Landesweit war die CDU im ersten Wahlgang stärkste Kraft geworden. In der Landeshauptstadt setzt sich dennoch ein grüner Oberbürgermeister deutlich gegen seinen SPD-Herausforderer durch. Gleichzeitig gewinnt die SPD die Regionspräsidentschaft mit großem Vorsprung vor der CDU.

Das ist kein Widerspruch. Bei kommunalen Direktwahlen spielen Persönlichkeit, Bekanntheit, lokale Themen und die Bewertung bisheriger Arbeit eine besonders wichtige Rolle.

Belit Onay ging bereits mit einem erheblichen Vorsprung aus dem ersten Wahlgang. Eva Bender wiederum konnte die Entscheidung um die Regionsspitze deutlich für sich entscheiden.

Für die Parteien werden nun weniger die Schlagzeilen des Wahlabends entscheidend sein als die konkrete Arbeit in den Kommunen. Die nächsten Jahre werden zeigen, wie die gewählten Spitzen mit den teilweise fragmentierten politischen Mehrheiten in Räten und Regionsversammlung umgehen.

Historischer Hintergrund

Kommunalwahlen bestimmen in Niedersachsen die politischen Vertretungen in Städten, Gemeinden und Landkreisen. Neben Räten und Kreistagen werden vielerorts auch hauptamtliche Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte direkt gewählt.

Erreicht bei einer solchen Direktwahl im ersten Wahlgang niemand die erforderliche Mehrheit, kommt es zwischen den beiden bestplatzierten Bewerbern zur Stichwahl.

In Hannover war Belit Onay 2019 erstmals zum Oberbürgermeister gewählt worden. Bei der Wahl am 13. September 2026 erhielt er 45,6 Prozent und lag damit klar vor Axel von der Ohe mit 21,5 Prozent, verfehlte aber die notwendige Mehrheit.

Eine Besonderheit bildet die Region Hannover. Sie verbindet die Landeshauptstadt mit 20 weiteren Städten und Gemeinden in einem bundesweit besonderen Kommunalverband. An dessen Spitze steht eine direkt gewählte Regionspräsidentin beziehungsweise ein Regionspräsident.

Zukunftsprognose

Politisch beginnen nach den Stichwahlen nun die eigentlichen Arbeitsphasen. Oberbürgermeister, Bürgermeister, Landräte und Regionsspitzen müssen ihre Vorhaben mit den neu gewählten kommunalen Vertretungen abstimmen.

Für Hannover bedeutet das, dass Belit Onay seine Arbeit als Oberbürgermeister fortsetzt, während mit Eva Bender eine neue Führung an die Spitze der Region tritt. Das Zusammenspiel zwischen Landeshauptstadt und Region wird unter anderem bei Verkehr, Wohnungsbau, Wirtschaft, Umwelt und Infrastruktur wichtig bleiben.

Wirtschaftlich können kommunalpolitische Entscheidungen erhebliche lokale Auswirkungen haben. Investitionen in Verkehr, Bauprojekte, Gewerbeflächen und öffentliche Infrastruktur beeinflussen Unternehmen und Arbeitsplätze unmittelbar. Direkte Folgen für überregionale Aktienmärkte, Rohstoffe oder Währungen sind durch einzelne niedersächsische Stichwahlergebnisse dagegen nicht zu erwarten.

Gesellschaftlich dürfte die vergleichsweise niedrigere Beteiligung an den Stichwahlen erneut Diskussionen darüber auslösen, wie Bürgerinnen und Bürger stärker für kommunale Entscheidungen mobilisiert werden können. In Hannover sank die Beteiligung bei der OB-Stichwahl auf 45 Prozent, nachdem sie im ersten Wahlgang bei 63,3 Prozent gelegen hatte.

Wer ist Belit Onay?

Belit Onay ist Politiker von Bündnis 90/Die Grünen und seit 2019 Oberbürgermeister von Hannover. Bei der Stichwahl 2026 wurde er mit 61,5 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

Wer ist Eva Bender?

Eva Bender ist SPD-Politikerin und gewann 2026 die Stichwahl um die Präsidentschaft der Region Hannover. Sie erreichte 69,41 Prozent gegen CDU-Kandidat Oliver Junk. Ihre Amtszeit beginnt am 1. November.

Was ist eine Stichwahl?

Eine Stichwahl findet statt, wenn im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die erforderliche Mehrheit erreicht. Dann treten die beiden Bewerber mit den meisten Stimmen erneut gegeneinander an. Gewählt ist bei der Stichwahl, wer die meisten gültigen Stimmen erhält.

Was ist die Region Hannover?

Die Region Hannover ist ein Kommunalverband aus der Landeshauptstadt Hannover und 20 weiteren Städten und Gemeinden. Mehr als 1,2 Millionen Menschen leben dort. Die Region übernimmt unter anderem Aufgaben bei Nahverkehr, Gesundheitsversorgung, Umwelt, Sozialem und Regionalplanung.

OZD-Extra – Hannover erlebt zwei sehr deutliche Entscheidungen

Spannend waren die Duelle auf dem Papier. Am Ende waren die Abstände groß.

Belit Onay gewinnt das Oberbürgermeisteramt mit 61,5 zu 38,5 Prozent gegen Axel von der Ohe. Das entspricht einem Abstand von 23 Prozentpunkten.

Noch deutlicher fällt die Entscheidung bei der Regionspräsidentschaft aus. Eva Bender erreicht 69,41 Prozent, Oliver Junk 30,59 Prozent – ein Abstand von fast 39 Prozentpunkten.

Gleichzeitig sank die Wahlbeteiligung gegenüber dem ersten Wahlgang deutlich. In Hannover beteiligten sich an der OB-Stichwahl 45 Prozent der Wahlberechtigten. Beim ersten Wahlgang waren es noch 63,3 Prozent gewesen.

Damit liefern die Stichwahlen zwei klare Gewinner – aber auch eine kommunalpolitische Frage für die kommenden Jahre: Wie lassen sich bei entscheidenden zweiten Wahlgängen wieder mehr Menschen an die Urnen bringen?

Gewinnspiel

Wer gewann die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in Hannover?

A: Axel von der Ohe

B: Oliver Junk

C: Belit Onay

D: Eva Bender

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.