Fakten im Überblick
Belit Onay gewinnt die Oberbürgermeister-Stichwahl in Hannover mit 61,5 Prozent gegen Axel von der Ohe mit 38,5 Prozent.
Eva Bender von der SPD setzt sich mit 69,41 Prozent gegen CDU-Kandidat Oliver Junk durch und wird neue Präsidentin der Region Hannover.
Onays zweite Amtszeit als Oberbürgermeister der niedersächsischen Landeshauptstadt beginnt am 1. November und dauert acht Jahre.
Belit Onay bleibt Oberbürgermeister von Hannover. Der Grünen-Politiker setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag deutlich gegen seinen SPD-Herausforderer Axel von der Ohe durch. Nach dem vorläufigen Endergebnis der Landeshauptstadt erhielt Onay 61,5 Prozent der Stimmen, von der Ohe kam auf 38,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 45 Prozent. Damit erhält der seit 2019 amtierende Oberbürgermeister das Mandat für weitere acht Jahre. Seine neue Amtszeit beginnt am 1. November.
Onay war bereits mit einem deutlichen Vorsprung aus dem ersten Wahlgang am 13. September hervorgegangen. Damals erreichte er 45,6 Prozent, von der Ohe 21,5 Prozent. Weil keiner der Kandidaten die notwendige absolute Mehrheit erhielt, mussten die beiden Erstplatzierten zwei Wochen später erneut gegeneinander antreten. In der Stichwahl genügte die einfache Mehrheit.
Für Onay bedeutet das Ergebnis die Fortsetzung einer Amtszeit, die 2019 begonnen hatte. Politisch bestätigt die Wahl zugleich die starke Position der Grünen in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Im neu gewählten Stadtrat stellen sie nach dem Ergebnis der Kommunalwahl die stärkste Fraktion.
Nicht nur in der Stadt Hannover fiel am Sonntag eine wichtige Personalentscheidung. Auch die rund 1,2 Millionen Einwohner umfassende Region Hannover wählte ihre künftige politische Spitze. Dort setzte sich SPD-Kandidatin Eva Bender mit 69,41 Prozent gegen Oliver Junk von der CDU durch, der 30,59 Prozent erreichte. Die Wahlbeteiligung betrug 42,08 Prozent. Bender ist für acht Jahre gewählt und soll ihre Arbeit ebenfalls am 1. November aufnehmen.
Die Region Hannover besitzt eine in Deutschland besondere Verwaltungsstruktur. Sie umfasst die Landeshauptstadt und 20 weitere Städte und Gemeinden. Die Regionspräsidentin führt eine Verwaltung mit mehr als 3300 Beschäftigten und ist unter anderem für Bereiche wie Nahverkehr, Gesundheitsversorgung, Regionalplanung, Umwelt, Wirtschaftsförderung und Teile der Sozialpolitik verantwortlich.
Bender folgt auf den SPD-Politiker Steffen Krach, der nicht erneut für das Amt angetreten war. Damit bleiben sowohl das Rathaus der Landeshauptstadt als auch die Führung der Region in Händen von Kandidaten aus dem rot-grünen politischen Spektrum – allerdings mit vertauschten Parteifarben: Hannover wird weiterhin von Grünen-Politiker Onay geführt, die Region künftig von SPD-Politikerin Bender.
Auch in anderen großen niedersächsischen Städten wurden am Sonntag kommunale Spitzenämter entschieden. In Braunschweig setzte sich SPD-Amtsinhaber Thorsten Kornblum nach den Angaben aus der Auszählung deutlich gegen CDU-Herausforderer Maximilian Pohler durch. In Oldenburg gewann der von der CDU unterstützte Grünen-Kandidat Jascha Rohr knapp gegen SPD-Bewerber Ulf Prange. In Osnabrück behauptete sich die amtierende Oberbürgermeisterin Katharina Pötter von der CDU gegen Grünen-Kandidat Volker Bajus.
Die Stichwahlen bildeten den Abschluss der niedersächsischen Kommunalwahlen vom 13. September. Landesweit war die CDU dabei stärkste Kraft geworden. Dahinter folgten SPD, AfD und Grüne. Gewählt wurden unter anderem fast 2200 Stadt- und Gemeinderäte sowie Kreistage.
Die kommunalen Entscheidungen zeigen zugleich, dass landesweite Parteiergebnisse und die Wahl konkreter Persönlichkeiten an der Spitze von Städten und Regionen unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen können. Bei Direktwahlen entscheiden die Bürger unmittelbar zwischen einzelnen Kandidaten.
In Hannover war die Entscheidung besonders klar.
Onay hatte bereits im ersten Wahlgang mehr als doppelt so viele Stimmenanteile wie sein SPD-Herausforderer erreicht. Zwei Wochen später baute er seinen Vorsprung in der Stichwahl weiter aus.
Der Wahlausschuss stellt das amtliche Endergebnis am 1. Oktober fest. Nach dem vorläufigen Ergebnis steht jedoch fest: Belit Onay bleibt an der Spitze des hannoverschen Rathauses.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Hannover bestätigt seinen bisherigen Kurs
Das Ergebnis in Hannover ist zahlenmäßig eindeutig. Belit Onay erhält 61,5 Prozent, Axel von der Ohe 38,5 Prozent. Die Wählerinnen und Wähler haben damit dem Amtsinhaber ein weiteres Mandat gegeben.
Welche politischen Schlüsse daraus gezogen werden, hängt von der Perspektive ab. Für die Grünen bestätigt das Ergebnis ihre starke kommunale Stellung in Hannover. Für die SPD zeigt es zugleich, dass ihre landesweite und regionale Verankerung nicht automatisch ausreicht, um das Oberbürgermeisteramt der Landeshauptstadt zurückzugewinnen.
Interessant ist der Vergleich mit der Region Hannover. Dort gewinnt mit Eva Bender wiederum eine SPD-Kandidatin ausgesprochen deutlich.
Die Ergebnisse unterstreichen damit vor allem die Bedeutung der jeweiligen lokalen Kandidaten, Themen und politischen Konstellationen. Kommunalwahlen folgen nicht zwingend demselben Muster wie Landes- oder Bundestagswahlen.
Für Onay beginnt nun eine weitere achtjährige Amtszeit. Entscheidend wird sein, wie sich Mehrheiten im neuen Stadtrat bilden und welche Projekte daraus entstehen. Eine Prognose über die langfristige parteipolitische Entwicklung Hannovers lässt sich aus einer einzelnen Stichwahl nicht belastbar ableiten.
Historischer Hintergrund
Belit Onay wurde 2019 erstmals zum Oberbürgermeister von Hannover gewählt. Mit seinem damaligen Erfolg übernahm erstmals ein Grünen-Politiker die Spitze der niedersächsischen Landeshauptstadt.
Bei der Kommunalwahl am 13. September 2026 trat Onay erneut an. Mit 45,6 Prozent lag er im ersten Wahlgang klar vor SPD-Kandidat Axel von der Ohe mit 21,5 Prozent, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Deshalb wurde eine Stichwahl notwendig.
Das niedersächsische Kommunalwahlrecht sieht eine solche zweite Runde vor, wenn bei einer Direktwahl niemand im ersten Wahlgang mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhält. Dann treten die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen erneut gegeneinander an.
Parallel wurde die Spitze der Region Hannover gewählt. Dieses kommunale Gebilde umfasst 21 Städte und Gemeinden einschließlich der Landeshauptstadt und mehr als 1,2 Millionen Einwohner.
Zukunftsprognose
Politisch beginnt in Hannover nun eine neue kommunale Phase mit einem bekannten Oberbürgermeister, aber einem neu gewählten Stadtrat. Für Onay wird entscheidend sein, für zentrale Vorhaben tragfähige Mehrheiten zu organisieren.
Auch Eva Bender muss als neue Regionspräsidentin mit unterschiedlichen politischen Kräften und 21 Kommunen zusammenarbeiten. Zu ihren Aufgaben gehören zentrale Bereiche wie öffentlicher Nahverkehr, Gesundheitsversorgung, Umwelt, Regionalplanung und Wirtschaftsförderung.
Wirtschaftlich sind kommunale Wahlergebnisse vor allem dort relevant, wo Entscheidungen über Verkehr, Wohnungsbau, Flächenentwicklung, Infrastruktur und Unternehmensansiedlungen getroffen werden. Unmittelbare Auswirkungen auf Aktien, Rohstoffe oder Währungen sind aus den Stichwahlergebnissen nicht abzuleiten.
Gesellschaftlich dürfte besonders interessant werden, wie Stadt Hannover und Region bei Themen zusammenarbeiten, die über die Stadtgrenzen hinausreichen.
Wer ist Belit Onay?
Belit Onay ist Politiker von Bündnis 90/Die Grünen und seit 2019 Oberbürgermeister von Hannover. Bei der Stichwahl am 27. September 2026 wurde er mit 61,5 Prozent für eine weitere Amtszeit bestätigt.
Wer ist Axel von der Ohe?
Axel von der Ohe ist SPD-Politiker und trat bei der Oberbürgermeisterwahl gegen Onay an. Im ersten Wahlgang erreichte er 21,5 Prozent, in der Stichwahl 38,5 Prozent.
Wer ist Eva Bender?
Eva Bender ist SPD-Politikerin und wurde mit 69,41 Prozent zur neuen Präsidentin der Region Hannover gewählt. Ihre Amtszeit beginnt am 1. November und dauert acht Jahre.
Was ist die Region Hannover?
Die Region Hannover verbindet die Landeshauptstadt mit 20 weiteren Städten und Gemeinden. Sie hat mehr als 1,2 Millionen Einwohner und übernimmt kommunale Aufgaben, die teilweise weit über einzelne Stadtgrenzen hinausreichen.
OZD-Extra – Stadt und Region entscheiden unterschiedlich
Der Wahlabend rund um Hannover brachte zwei deutliche Ergebnisse hervor.
In der Landeshauptstadt gewann Grünen-Politiker Belit Onay mit 61,5 Prozent. In der Region Hannover setzte sich SPD-Kandidatin Eva Bender sogar mit 69,41 Prozent durch.
Damit werden Stadt und Region künftig von Politikern unterschiedlicher Parteien geführt.
Bemerkenswert ist auch die Wahlbeteiligung. In Hannover lag sie bei der Stichwahl bei 45 Prozent. Beim ersten Wahlgang am 13. September waren es noch 63,3 Prozent gewesen.
In der Region Hannover beteiligten sich 42,08 Prozent an der Stichwahl um die Regionspräsidentschaft.
Gewinnspiel
Mit welchem Stimmenanteil gewann Belit Onay die Oberbürgermeister-Stichwahl in Hannover?
A: 48,5 Prozent
B: 52,7 Prozent
C: 61,5 Prozent
D: 69,4 Prozent
Zum großen OZD-Gewinnspiel 2026 – Gutscheine gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.