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Neue Machtstruktur beim BVB: Carsten Cramer wird Vorsitzender der Geschäftsführung

Borussia Dortmund ordnet seine Führung neu: Carsten Cramer übernimmt den Vorsitz, Lars Ricken bleibt langfristig Sportchef und Thomas Treß geht 2028.

Fakten im Überblick

Carsten Cramer wird mit sofortiger Wirkung Vorsitzender der BVB-Geschäftsführung und erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2031.

Geschäftsführer Sport Lars Ricken verlängert vorzeitig bis zum 30. Juni 2030.

Finanzgeschäftsführer Thomas Treß bleibt auf eigenen Wunsch bis zum 30. Juni 2028 und scheidet anschließend aus der Geschäftsführung aus.

Borussia Dortmund stellt seine Führung für die kommenden Jahre neu auf und setzt dabei auf personelle Kontinuität. Der Fußball-Bundesligist hat die Verträge mit Carsten Cramer, Lars Ricken und Thomas Treß vorzeitig verlängert. Gleichzeitig steigt Cramer mit sofortiger Wirkung vom bisherigen Sprecher zum Vorsitzenden der Geschäftsführung auf. Damit ist die Spitzenposition wieder besetzt, die nach dem Ausscheiden von Hans-Joachim Watzke aus der Geschäftsführung im November 2025 vakant geblieben war.

Cramer erhält dabei die mit Abstand längste Perspektive. Sein ursprünglich bis zum 30. Juni 2027 laufender Vertrag wird um vier Jahre bis zum 30. Juni 2031 verlängert. Der 57-Jährige verantwortet beim BVB die Bereiche Geschäftsfelder, Digitalisierung und Internationalisierung, Marketing und Vertrieb sowie Kommunikation.

Mit dem Vorsitz erhält Cramer zusätzliche Verantwortung. Nach Angaben des Vereins soll er die Arbeit der Geschäftsführung künftig noch stärker koordinieren, die strategische Gesamtentwicklung vorantreiben und Borussia Dortmund gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen nach innen und außen vertreten. Die fachliche Verantwortung der einzelnen Geschäftsführer für ihre Ressorts bleibt bestehen.

Cramer gehört Borussia Dortmund seit Oktober 2010 an. Im März 2018 wurde er Geschäftsführer, seit November 2025 fungierte er als Sprecher der Geschäftsführung. Seine Beförderung zum Vorsitzenden markiert damit den nächsten Schritt einer langen Karriere innerhalb des Dortmunder Klubs.

Auch im sportlichen Bereich setzt der BVB auf Stabilität. Lars Ricken, seit Mai 2024 Geschäftsführer Sport, verlängert seinen Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2030. Der frühere Dortmunder Profi und Champions-League-Sieger soll damit langfristig die sportische Strategie verantworten. Ein Schwerpunkt liegt nach Darstellung des Vereins auf der Entwicklung eigener Talente und dem Anspruch, Borussia Dortmund dauerhaft in der nationalen und internationalen Spitze zu etablieren.

Ricken ist wie kaum ein anderer Manager mit der Geschichte des BVB verbunden. Als Spieler erzielte er 1997 im Champions-League-Finale gegen Juventus Turin nur Sekunden nach seiner Einwechslung das legendäre Tor zum 3:1. Nach seiner aktiven Karriere arbeitete er viele Jahre im Nachwuchsbereich und leitete das Nachwuchsleistungszentrum, bevor er 2024 in die Geschäftsführung wechselte.

Anders sieht die langfristige Perspektive bei Thomas Treß aus. Der Finanzexperte verlängert seinen ursprünglich 2027 auslaufenden Vertrag auf eigenen Wunsch lediglich um ein Jahr bis zum 30. Juni 2028. Danach will er aus der Geschäftsführung ausscheiden und sich stärker auf Mandate in Aufsichts- und Kontrollgremien anderer Unternehmen sowie eine selbstständige Beratungstätigkeit konzentrieren. Dem BVB soll er bei Bedarf weiterhin beratend zur Verfügung stehen.

Treß gehört bereits seit 2006 der Geschäftsführung an. Er verantwortet Finanzen, Organisation, Recht und Investor Relations und spielte damit über zwei Jahrzehnte eine zentrale Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Klubs.

Keine Veränderung gibt es bei Svenja Schlenker. Ihr Vertrag läuft unverändert bis zum 30. Juni 2028. Sie war im November 2025 zur Geschäftsführerin berufen worden und verantwortet den Personalbereich sowie übergreifend den Mädchen- und Frauenfußball.

BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke begrüßte die Entscheidungen. „Ich habe großes Vertrauen in Carsten Cramer und die gesamte Geschäftsführung. Sie verfügt über die Erfahrung, die Kompetenz und das Verständnis für die besondere Identität unseres Klubs, um Borussia Dortmund erfolgreich in die Zukunft zu führen“, sagte Watzke.

Er verwies zugleich auf grundlegende Veränderungen innerhalb des Vereins. „Mit der neuen Unternehmensstrategie und dem angestoßenen Satzungsprozess sind wichtige Projekte auf den Weg gebracht, die den BVB sportlich, wirtschaftlich, strukturell und kulturell zukunftsfähig aufstellen sollen. Ich bin überzeugt: Borussia Dortmund ist bei dieser Geschäftsführung in sehr guten Händen.“

Cramer selbst kündigte an, die strategische Weiterentwicklung des Klubs voranzutreiben. Er wolle Borussia Dortmund „zukunftsorientiert aufstellen und mit klarer Haltung weiterentwickeln. Unser Anspruch ist es, den BVB sportlich erfolgreich, wirtschaftlich stabil und fest verwurzelt in seinen Werten in die Zukunft zu führen“.

Die Personalentscheidungen sind auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil Borussia Dortmund nicht nur ein Fußballverein, sondern über die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA zugleich ein börsennotiertes Unternehmen ist.

Entsprechend wurden die Entscheidungen zur Geschäftsführung am Montag auch als Insiderinformation nach Artikel 17 der europäischen Marktmissbrauchsverordnung veröffentlicht.

Nach dem Ende von Watzkes Tätigkeit als Geschäftsführer entsteht damit eine klarere Führungsstruktur. Cramer übernimmt die übergreifende Koordination, Ricken besitzt langfristige Verantwortung für den Sport, Treß begleitet die wirtschaftliche Führung noch bis 2028 und Schlenker verantwortet den Personalbereich.

Der BVB verbindet damit Kontinuität mit einem schrittweisen Generationswechsel.

Besonders der angekündigte Abschied von Treß macht deutlich, dass dieser Umbau noch nicht abgeschlossen ist. Spätestens 2028 muss Borussia Dortmund die Verantwortung für Finanzen, Organisation, Recht und Investor Relations neu ordnen.

An der Spitze ist die Perspektive dagegen langfristig geklärt.

Carsten Cramer soll Borussia Dortmund als Vorsitzender der Geschäftsführung bis weit in das kommende Jahrzehnt prägen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Der BVB regelt die Zeit nach Watzke

Borussia Dortmund setzt mit den Personalentscheidungen auf Kontinuität statt auf einen kompletten Führungswechsel.

Die Beförderung Cramers besitzt dabei besondere strukturelle Bedeutung. Seit Watzkes Ausscheiden aus der Geschäftsführung gab es keinen Vorsitzenden mehr. Cramer war zunächst Sprecher, erhält nun aber ausdrücklich die Aufgabe, die Arbeit des gesamten Gremiums stärker zu koordinieren und die strategische Entwicklung voranzutreiben.

Gleichzeitig bleibt das Modell arbeitsteilig. Ricken verantwortet den Sport, Treß zunächst weiterhin Finanzen und Investor Relations, Schlenker das Personal. Der neue Vorsitz bedeutet laut BVB ausdrücklich nicht, dass diese Ressortzuständigkeiten aufgehoben werden.

Bemerkenswert ist zudem die unterschiedliche Vertragsdauer. Mit Cramer bis 2031 und Ricken bis 2030 schafft der BVB langfristige Kontinuität in zwei zentralen Bereichen. Bei Treß steht dagegen bereits fest, dass 2028 ein weiterer Führungswechsel notwendig wird.

Für einen börsennotierten Fußballklub ist eine frühzeitig geklärte Führungsstruktur grundsätzlich ein wichtiger Faktor. Ob daraus sportlicher und wirtschaftlicher Erfolg entsteht, hängt allerdings von weit mehr ab als von Vertragslaufzeiten: Transfers, sportliche Ergebnisse, internationale Wettbewerbe, Vermarktung und Kostenkontrolle bleiben entscheidend.

Die Personalentscheidungen schaffen deshalb vor allem eines: klare Verantwortlichkeiten für die kommenden Jahre.

Historischer Hintergrund

Hans-Joachim Watzke prägte Borussia Dortmund über mehr als zwei Jahrzehnte. 2005 übernahm er in einer schweren finanziellen Krise Verantwortung in der Geschäftsführung und wurde später deren Vorsitzender.

Unter seiner Führung stabilisierte sich Borussia Dortmund wirtschaftlich und entwickelte sich erneut zu einem regelmäßig international spielenden Spitzenklub.

Im November 2025 endete Watzkes Tätigkeit in der Geschäftsführung. Anschließend wurde er Präsident des Vereins. Die Position des Vorsitzenden der Geschäftsführung blieb zunächst unbesetzt, während Cramer als Sprecher fungierte.

Parallel hatte der BVB bereits den sportlichen Bereich neu geordnet. Lars Ricken übernahm im Mai 2024 die Funktion des Geschäftsführers Sport.

Mit Cramers Ernennung zum Vorsitzenden wird die Führung nach dieser Übergangsphase nun wieder klarer hierarchisch strukturiert.

Zukunftsprognose

Sportlich wird insbesondere Lars Ricken daran gemessen werden, ob Borussia Dortmund dauerhaft zur deutschen und europäischen Spitze gehört und gleichzeitig eigene Talente erfolgreich in den Profibereich integriert.

Cramer wiederum trägt als Vorsitzender verstärkt Verantwortung für die Gesamtstrategie, Internationalisierung, Digitalisierung und Vermarktung des Klubs.

Wirtschaftlich wird spätestens 2028 eine weitere wichtige Personalentscheidung notwendig. Dann scheidet Thomas Treß planmäßig aus der Geschäftsführung aus. Wer anschließend die Verantwortung für Finanzen und Investor Relations übernimmt, ist bislang nicht bekannt.

Für die BVB-Aktie bedeuten die Vertragsverlängerungen zunächst vor allem Planungssicherheit auf Managementebene. Konkrete Kursbewegungen lassen sich daraus nicht seriös ableiten. Für die Unternehmensbewertung bleiben sportlicher Erfolg, Champions-League-Einnahmen, Transfers, Sponsoring und die allgemeine Geschäftsentwicklung wesentlich bedeutsamer.

Direkte Auswirkungen auf Rohstoffe oder Währungen sind nicht zu erwarten.

Wer ist Carsten Cramer?

Carsten Cramer gehört seit Oktober 2010 zu Borussia Dortmund und wurde im März 2018 Geschäftsführer.

Er verantwortet unter anderem Marketing und Vertrieb, Kommunikation, Internationalisierung und Digitalisierung. Im November 2025 wurde er Sprecher der Geschäftsführung.

Seit dem 28. September 2026 ist er Vorsitzender der Geschäftsführung. Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2031.

Wer ist Lars Ricken?

Lars Ricken ist ehemaliger Fußballprofi und seit Mai 2024 Geschäftsführer Sport von Borussia Dortmund.

Sein Name ist eng mit dem größten internationalen Erfolg der Dortmunder Vereinsgeschichte verbunden. Im Champions-League-Finale 1997 gegen Juventus Turin erzielte er kurz nach seiner Einwechslung das entscheidende 3:1.

Später arbeitete Ricken viele Jahre im Nachwuchsbereich des BVB. Sein neuer Vertrag als Geschäftsführer Sport läuft bis zum 30. Juni 2030.

Wer ist Thomas Treß?

Thomas Treß gehört seit 2006 der BVB-Geschäftsführung an.

Er verantwortet Finanzen, Organisation, Recht und Investor Relations. Vor seinem Wechsel nach Dortmund arbeitete der studierte Betriebswirt in der Wirtschaftsprüfung.

Treß bleibt bis zum 30. Juni 2028 Geschäftsführer und will anschließend unter anderem als selbstständiger Berater sowie in Aufsichts- und Kontrollgremien tätig sein.

Welche Rolle hat Hans-Joachim Watzke jetzt?

Watzke ist nicht mehr Vorsitzender der Geschäftsführung. Seine operative Tätigkeit dort endete im November 2025.

Anschließend wurde er Präsident von Borussia Dortmund. In dieser Funktion begleitet er die strategische Entwicklung des Vereins weiterhin, während die operative Unternehmensführung bei Cramer, Ricken, Treß und Schlenker liegt.

OZD-Extra – Warum der BVB die Personalentscheidung als Börsenmeldung veröffentlichen musste

Borussia Dortmund besitzt eine Besonderheit im deutschen Profifußball: Das operative Fußballunternehmen ist börsennotiert.

Die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA wird an der Börse gehandelt. Entscheidungen, die für Anleger erheblich sein könnten, unterliegen deshalb kapitalmarktrechtlichen Informationspflichten.

Die Verlängerungen mit Cramer, Ricken und Treß sowie Cramers Ernennung zum Vorsitzenden wurden am 28. September um 17.06 Uhr als Insiderinformation nach Artikel 17 der EU-Marktmissbrauchsverordnung veröffentlicht.

Damit ist die Neuordnung der Dortmunder Führung nicht nur eine Vereinsnachricht, sondern zugleich eine kapitalmarktrelevante Unternehmensmeldung.

Mögliche Auswirkungen auf die BVB-Aktie

Die langfristigen Verträge mit Cramer und Ricken reduzieren zunächst Unsicherheit über die künftige Führung des Unternehmens.

Für Anleger dürfte die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung allerdings stärker von sportlichen und finanziellen Kennzahlen abhängen. Besonders wichtig sind die regelmäßige Qualifikation für die Champions League, Transfererlöse, Spieltagseinnahmen, Sponsoring und internationale Vermarktung.

Der angekündigte Abschied von Thomas Treß 2028 schafft zugleich eine absehbare Nachfolgefrage im Finanzressort.

Aus den Personalentscheidungen allein lässt sich keine belastbare Prognose für den Aktienkurs ableiten.

Gewinnspiel

Bis zu welchem Jahr läuft der neue Vertrag von BVB-Chef Carsten Cramer?

A: 2028

B: 2029

C: 2030

D: 2031

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.