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38 Jahre und drei Touchdowns: Case Keenum feiert sensationelle NFL-Rückkehr

Fast drei Jahre ohne NFL-Start – dann drei Touchdowns: Case Keenum führt die Chicago Bears zu einem überraschend klaren 27:7 gegen Philadelphia.

Fakten im Überblick

Case Keenum brachte 24 von 34 Pässen für 247 Yards an und warf zwei Touchdown-Pässe, ohne eine Interception zu produzieren.

Der 38-Jährige erzielte zusätzlich selbst einen Lauf-Touchdown und war damit an drei der Chicago-Touchdowns direkt beteiligt.

Chicago gewann im Soldier Field 27:7 und fügte den zuvor ungeschlagenen Philadelphia Eagles ihre erste Saisonniederlage zu.

Drei Jahre können im Profisport eine Ewigkeit sein. Case Keenum brauchte am Montagabend in Chicago jedoch nur wenige Minuten, um wieder wie ein NFL-Quarterback auszusehen.

Der 38 Jahre alte Ersatzmann führte die Chicago Bears im Soldier Field zu einem überraschend deutlichen 27:7 gegen die bis dahin ungeschlagenen Philadelphia Eagles. Keenum warf zwei Touchdown-Pässe und lief später selbst in die Endzone. Es war sein erster NFL-Einsatz als Spielmacher seit Weihnachten 2023.

„Ich finde wirklich keine Worte“, sagte Keenum, „die Jungs, mit denen ich spiele, sind unglaublich. Es hat so viel Spaß gemacht. Das werde ich heute Abend feiern.“

Dafür hatte der Routinier allen Grund.

Keenum komplettierte 24 seiner 34 Passversuche für 247 Yards. Zwei Pässe führten zu Touchdowns, kein einziger wurde abgefangen. Dazu kam im Schlussviertel sein eigener Lauf über einen Yard in die Endzone.

Dabei war Keenum eigentlich nur die dritte Option auf der wichtigsten Position im American Football.

Stamm-Quarterback Caleb Williams fiel wegen einer Oberschenkelverletzung aus. Ersatzmann Tyson Bagent hatte nach einer Gehirnerschütterung den Großteil der Trainingswoche verpasst und nur einmal vollständig mittrainiert. Chicago entschied sich deshalb für den erfahrenen Keenum.

Die Entscheidung zahlte sich aus.

Schon im ersten Viertel fand Keenum Luther Burden III mit einem Acht-Yard-Pass in der Endzone. Chicago führte 7:0.

Kicker Cairo Santos erhöhte im zweiten Viertel mit einem Field Goal aus 29 Yards auf 10:0. Philadelphia gelang erst unmittelbar vor der Halbzeit die Antwort: Eagles-Quarterback Jalen Hurts lief aus einem Yard zum Touchdown und verkürzte auf 10:7.

Wer nach der Pause mit einem Comeback Philadelphias gerechnet hatte, sah stattdessen einen immer stärker werdenden Außenseiter.

Santos traf zunächst aus 48 Yards zum 13:7. Dann folgte Keenums spektakulärster Pass des Abends.

Der Veteran bediente Kalif Raymond über 41 Yards zum Touchdown. Chicago führte plötzlich 20:7.

Raymond wurde mit sechs gefangenen Pässen für 90 Yards zum produktivsten Receiver der Bears. Burden kam auf sieben Catches für 61 Yards und einen Touchdown.

Im letzten Viertel setzte Keenum schließlich selbst den Schlusspunkt. Aus einem Yard trug er den Ball über die Linie. Nach dem Extrapunkt stand es 27:7.

Es war Keenums erster eigener Lauf-Touchdown seit 2019. Zugleich erzielte er erstmals seit dem Saisonauftakt 2019 wieder drei Touchdowns in einem NFL-Spiel – bemerkenswerterweise gelang ihm dies damals ebenfalls gegen Philadelphia.

Doch Chicago gewann diesen Abend nicht allein wegen seines Quarterbacks.

Die Bears kontrollierten den Ball fast 37 Minuten und kamen auf 375 Yards Raumgewinn. Philadelphia blieb bei 248 Yards. Besonders schwer wogen für die Eagles drei Turnover, während Chicago keinen einzigen Ballverlust produzierte.

Auch D'Andre Swift entlastete Keenum wirkungsvoll. Der Runningback lief bei 20 Versuchen für 84 Yards.

Philadelphia fand dagegen offensiv kaum Rhythmus.

Jalen Hurts brachte 16 von 25 Pässen für 153 Yards an, warf aber eine Interception. Saquon Barkley kam bei 15 Läufen auf 82 Yards. Die Eagles produzierten zudem zehn Strafen und blieben nach ihrem Touchdown kurz vor der Pause in der gesamten zweiten Hälfte ohne weitere Punkte.

Chicago hatte damit genau das Spiel erzwungen, das ein Ersatz-Quarterback benötigt: eine starke Defensive, ein funktionierendes Laufspiel und keine eigenen Ballverluste.

Keenum machte daraus wesentlich mehr als eine Notlösung.

Der Quarterback befindet sich in seiner 15. NFL-Saison und spielt inzwischen für sein neuntes Team. Vor dem Montagabend hatte er seit seinen beiden Starts für die Houston Texans Ende 2023 keinen Pass mehr in einem NFL-Hauptrundenspiel geworfen.

Nun stand er plötzlich wieder im Rampenlicht des Monday Night Football.

Der Sieg bringt Chicago nach drei Spielen auf eine Bilanz von zwei Siegen und einer Niederlage. Philadelphia steht nach seiner ersten Saisonpleite ebenfalls bei 2:1.

Für die Bears war es damit nicht nur ein überraschender Sieg gegen einen zuvor ungeschlagenen Gegner.

Es war auch eine dieser Geschichten, die die NFL immer wieder hervorbringt: Der dritte Quarterback eines Teams bekommt unerwartet seine Chance – und macht daraus den Abend seiner Saison.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Die perfekte Nacht eines Ersatzmannes

Case Keenums Leistung zeigt, warum Erfahrung auf der Quarterback-Position selbst nach langer Spielpause wertvoll sein kann.

Chicago verlangte von dem 38-Jährigen keinen spektakulären Alleingang. Keenum sollte das System kontrollieren, Entscheidungen treffen und Ballverluste vermeiden.

Genau das gelang.

24 vollständige Pässe bei 34 Versuchen, 247 Yards, zwei Touchdown-Pässe, keine Interception und zusätzlich ein eigener Touchdown sind für einen dritten Quarterback eine bemerkenswerte Bilanz.

Entscheidend war jedoch die Mannschaftsleistung dahinter.

Die Bears hielten Philadelphia lange vom Ball fern, erzwangen drei Turnover und kontrollierten mit ihrem Laufspiel die Uhr. Keenum musste deshalb nicht versuchen, das Spiel mit riskanten Pässen allein zu entscheiden.

Ob er auch in den kommenden Wochen startet, hängt vor allem vom Gesundheitszustand von Caleb Williams und Tyson Bagent ab.

Der Abend gegen Philadelphia hat Chicago aber eine beruhigende Erkenntnis geliefert: Sollte Keenum erneut gebraucht werden, besitzt der erfahrene Ersatzmann noch immer die Fähigkeit, ein NFL-Spiel zu führen.

Historischer Hintergrund

Case Keenum gehört zu den ungewöhnlicheren Quarterback-Karrieren der jüngeren NFL-Geschichte.

Nach seiner College-Zeit an der University of Houston blieb er im NFL-Draft 2012 unberücksichtigt. Trotzdem gelang ihm der Sprung in die Liga.

Im Laufe seiner Karriere spielte Keenum unter anderem für Houston, die Los Angeles Rams, Minnesota, Denver, Washington, Cleveland, Buffalo und Chicago.

Seinen bekanntesten Moment erlebte er mit den Minnesota Vikings in den Playoffs der Saison 2017.

Im Divisional-Playoff gegen die New Orleans Saints warf Keenum in den letzten Sekunden einen Pass auf Stefon Diggs. Der Receiver lief nach dem Fang zum entscheidenden Touchdown.

Der Spielzug ging als „Minneapolis Miracle“ in die NFL-Geschichte ein.

Keenum erreichte mit Minnesota anschließend das NFC Championship Game.

Fast neun Jahre später steht der Quarterback noch immer in der NFL – inzwischen allerdings hauptsächlich in der Rolle des erfahrenen Ersatzmannes und Mentors.

Zukunftsprognose

Für Chicago hängt die Quarterback-Situation der kommenden Wochen maßgeblich von Caleb Williams' Genesung ab.

Der Bears-Starter fällt wegen einer Oberschenkelverletzung aus. Vor dem Philadelphia-Spiel wurde von einer möglichen Pause von mehreren Wochen berichtet.

Tyson Bagent hatte gleichzeitig das Gehirnerschütterungsprotokoll durchlaufen und nur eingeschränkt trainieren können.

Damit hat Keenum seine Position als kurzfristig verlässliche Alternative deutlich gestärkt.

Für die Bears könnte das wichtig werden. Ein Ersatz-Quarterback, der ein Spiel kontrollieren und gleichzeitig explosive Spielzüge produzieren kann, verschafft dem Trainerteam mehr Flexibilität während Williams' Ausfall.

Philadelphia muss dagegen vor allem die Fehler des Spiels aufarbeiten. Drei Turnover und zehn Strafen erschwerten jede Aufholjagd.

Nach drei Spieltagen stehen beide Mannschaften bei 2:1. Für langfristige Aussagen über den weiteren Saisonverlauf ist es zu diesem frühen Zeitpunkt noch zu früh.

Wer ist Case Keenum?

Case Keenum ist ein US-amerikanischer Quarterback und einer der erfahrensten Ersatz-Spielmacher der NFL.

Der 38-Jährige kam 2012 ungedraftet in die Liga und hat für zahlreiche NFL-Teams gespielt.

Vor seinem Start gegen Philadelphia hatte Keenum 66 NFL-Spiele als Starter absolviert.

Besonders bekannt wurde er 2017 mit den Minnesota Vikings und dem legendären „Minneapolis Miracle“.

2026 steht Keenum bei den Chicago Bears unter Vertrag und ist hinter Caleb Williams und Tyson Bagent als erfahrener Quarterback eingeplant.

Was ist ein Backup-Quarterback?

Der Quarterback steuert einen großen Teil des offensiven Spiels einer American-Football-Mannschaft.

Fällt der Stammspieler aus, übernimmt normalerweise der Backup-Quarterback.

Chicago befand sich gegen Philadelphia in einer ungewöhnlichen Situation: Stammspieler Caleb Williams war verletzt, während Nummer zwei Tyson Bagent nach einer Gehirnerschütterung kaum trainiert hatte. Deshalb kam mit Keenum sogar die nominelle Nummer drei zum Einsatz.

Was bedeutet 24 von 34 Pässen?

Ein Quarterback versucht, den Ball zu einem Mitspieler zu werfen.

Keenum brachte gegen Philadelphia 24 seiner 34 Passversuche erfolgreich an.

Das entspricht einer Quote von rund 70,6 Prozent.

Dabei erzielte er 247 Passing Yards und zwei Touchdowns. Besonders wichtig: Keenum warf keine Interception.

Was ist Monday Night Football?

Monday Night Football bezeichnet traditionell das große NFL-Spiel am Montagabend in den USA.

Die Begegnungen finden zur besten amerikanischen Fernsehzeit statt und erhalten entsprechend große nationale Aufmerksamkeit.

Das Spiel zwischen Philadelphia und Chicago wurde im Soldier Field ausgetragen und war für Keenum damit eine besonders prominente Bühne für sein Comeback.

OZD-Extra – Ein kurioser Kreis schließt sich gegen Philadelphia

Eine Statistik macht Keenums Comeback besonders bemerkenswert.

Sein letzter NFL-Auftritt mit insgesamt drei Touchdowns lag sieben Jahre zurück.

Am ersten Spieltag der Saison 2019 gelangen ihm für Washington drei Touchdowns gegen die Philadelphia Eagles.

Am Montagabend 2026 wiederholte er dieses Kunststück erstmals – erneut gegen Philadelphia.

Auch sein eigener Lauf in die Endzone war außergewöhnlich.

Keenum hatte seit 2019 keinen Rushing-Touchdown mehr erzielt. Nun lief der 38-Jährige im vierten Viertel aus einem Yard selbst über die Linie.

Sieben Jahre nach seinem letzten Drei-Touchdown-Spiel schloss sich damit ausgerechnet gegen denselben Gegner ein bemerkenswerter Kreis.

Mögliche wirtschaftliche Auswirkungen

Ein einzelnes NFL-Spiel hat normalerweise keine unmittelbare Bedeutung für Aktienmärkte, Rohstoffe oder Währungen.

Für die Chicago Bears kann die sportliche Entwicklung dennoch wirtschaftlich relevant sein. Erfolgreiche Primetime-Spiele erhöhen Aufmerksamkeit und können sich positiv auf Medienreichweite, Merchandising und Ticketnachfrage auswirken.

Auch für Spieler kann ein unerwartet starker Auftritt finanzielle Bedeutung besitzen. Besonders Ersatzspieler können durch überzeugende Einsätze ihren Wert für spätere Vertragsverhandlungen erhöhen.

Bei einem 38-jährigen Quarterback wie Keenum steht allerdings weniger ein langfristiger Marktwert als seine kurzfristige Bedeutung als erfahrener Ersatzspieler im Mittelpunkt.

Gewinnspiel

Wie viele Touchdowns erzielte Case Keenum gegen Philadelphia insgesamt durch Pässe und einen eigenen Lauf?

A: Einen

B: Zwei

C: Drei

D: Fünf

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.