Fakten im Überblick
Cristiano Ronaldo kommt für Portugal auf 234 Länderspiele und 146 Tore – beides außergewöhnliche internationale Bestmarken.
Seinen größten Titel mit der Seleção gewann Ronaldo 2016 bei der Europameisterschaft in Frankreich.
Sein bislang letztes Länderspieltor erzielte der 41-Jährige am 3. Juli 2026 beim 2:1 gegen Kroatien in Toronto.
Cristiano Ronaldo ist am Mittwoch aus dem Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft abgereist – und ein einziges Wort lässt Fußballfans weit über Portugal hinaus aufhorchen. Der 41-Jährige schrieb anschließend vom „Abschied“. Ob damit tatsächlich das endgültige Ende seiner mehr als zwei Jahrzehnte langen Laufbahn in der Seleção gemeint ist, bleibt zunächst offen. Sollte seine Karriere im Nationaltrikot tatsächlich beendet sein, endet eine der außergewöhnlichsten Geschichten des internationalen Fußballs: 234 Länderspiele, 146 Tore, Europameister, Rekordjäger, Kapitän und über viele Jahre das Gesicht einer ganzen Fußballnation. Begonnen hatte alles am 20. August 2003 in Chaves. Im Alter von 18 Jahren wurde Ronaldo beim 1:0 gegen Kasachstan zur zweiten Halbzeit eingewechselt – ausgerechnet für Luís Figo, damals Portugals großer Superstar. Der junge Mann mit der Rückennummer 16 konnte noch nicht wissen, dass er selbst einmal nahezu sämtliche Dimensionen portugiesischer Länderspielgeschichte sprengen würde.
Sein erstes Tor folgte weniger als ein Jahr später auf einer Bühne, die kaum größer hätte sein können. Beim Eröffnungsspiel der Heim-EM am 12. Juni 2004 gegen Griechenland köpfte Ronaldo in der Nachspielzeit zum 1:2 ein. Portugal verlor trotzdem. Wenige Wochen später standen sich beide Mannschaften im Finale erneut gegenüber – und wieder gewann Griechenland. Der damals 19-Jährige weinte nach der Niederlage auf dem Rasen. Zwölf Jahre später sollten erneut Tränen fließen, diesmal aber auf dem Weg zum größten Triumph seiner Nationalmannschaftskarriere. Bei der EM 2016 in Frankreich rettete Ronaldo Portugal in der Gruppenphase mit zwei Treffern und einer Vorlage beim 3:3 gegen Ungarn vor dem Ausscheiden. Im Finale gegen Gastgeber Frankreich musste er nach einer Verletzung früh vom Platz. Unter Tränen verließ er den Rasen, kehrte später an die Seitenlinie zurück und trieb seine Mitspieler an. Éders Treffer zum 1:0 nach Verlängerung machte Portugal am 10. Juli 2016 im Stade de France erstmals zum Europameister. Aus dem weinenden Teenager von 2004 war der Kapitän einer historischen portugiesischen Mannschaft geworden.
Dazwischen und danach liegen Spiele, die Ronaldos außergewöhnliche Länderspielkarriere geprägt haben. Am 19. November 2013 erzielte er beim dramatischen WM-Playoff in Schweden einen Dreierpack und gewann das Torjägerduell gegen Zlatan Ibrahimovic – Portugal fuhr zur WM 2014 nach Brasilien. Bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland folgte beim 3:3 gegen Spanien eines seiner spektakulärsten Spiele: Ronaldo traf per Elfmeter, profitierte beim zweiten Treffer von einem Fehler David de Geas und verwandelte kurz vor Schluss einen Freistoß zum Ausgleich. Am 1. September 2021 schrieb er erneut Fußballgeschichte. Mit zwei späten Kopfballtoren beim 2:1 gegen Irland erhöhte Ronaldo seine Bilanz auf 111 Länderspieltore und überholte den Iraner Ali Daei, der lange mit 109 Treffern als internationaler Rekordhalter gegolten hatte. Ronaldos Zähler stieg weiter – bis auf 146. Sein bislang letzter Treffer fiel am 3. Juli 2026 in Toronto: Beim 2:1 gegen Kroatien trat der inzwischen 41-Jährige in der 68. Minute zum Elfmeter an, verzögerte kurz und lupfte den Ball durch die Mitte ins Tor. Sollte kein weiteres Länderspiel mehr folgen, wäre es ein bemerkenswert lässiger Schlusspunkt unter eine Karriere, die nur selten leise war.
OZD/SID
OZD-Kommentar – Eine Ära, die Portugal verändert hat
Cristiano Ronaldos Bedeutung für Portugal lässt sich nicht allein mit 234 Spielen und 146 Toren erklären. Als er 2003 debütierte, war Luís Figo das große Gesicht der Seleção. Ronaldo übernahm diese Rolle und trug sie über mehr als zwei Jahrzehnte durch Europameisterschaften, Weltmeisterschaften, Triumphe und Enttäuschungen. Seine Karriere erzählt dabei nicht nur von Torrekorden, sondern auch von einer portugiesischen Nationalmannschaft, deren Anspruch sich verändert hat. Das verlorene EM-Finale 2004 war eine nationale Enttäuschung, der Triumph 2016 machte aus dem ewigen Traum einen Titel. Sollte das Wort „Abschied“ tatsächlich das Ende seiner Länderspielkarriere ankündigen, steht Portugal vor einer Aufgabe, die sich statistisch kaum lösen lässt: 146 Tore müssen nicht durch einen neuen Ronaldo ersetzt werden, sondern durch eine neue Generation, die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt.
Historischer Hintergrund
Portugal brachte bereits vor Ronaldo Weltklassespieler wie Eusébio und Luís Figo hervor, doch der große Titel mit der A-Nationalmannschaft blieb jahrzehntelang aus. Bei der WM 1966 erreichte Portugal mit Eusébio den dritten Platz. 2004 schien bei der Europameisterschaft im eigenen Land der erste große Triumph möglich, ehe Griechenland das Finale in Lissabon mit 1:0 gewann. Ronaldo war damals gerade 19 Jahre alt. Zwölf Jahre später führte er Portugal als Kapitän zum EM-Titel in Frankreich. 2019 folgte der Triumph in der erstmals ausgetragenen UEFA Nations League. Parallel entwickelte sich Ronaldo zu einem der erfolgreichsten Torjäger der Fußballgeschichte.
Zukunftsprognose
Sollte Ronaldo seinen Abschied aus der Nationalmannschaft bestätigen, beginnt für Portugal endgültig eine neue Ära. Die Seleção verfügt weiterhin über zahlreiche international etablierte Spieler und muss ihre offensive Verantwortung deshalb nicht auf einen einzelnen Nachfolger übertragen. Gleichzeitig verschwinden mit Ronaldo enorme Erfahrung, Führungspräsenz und eine über Jahrzehnte gewachsene Torgefahr. Für den portugiesischen Verband wäre sein Abschied zudem ein Einschnitt in der internationalen Vermarktung der Nationalmannschaft. Seine Rekorde dürften dagegen lange Bestand haben: 234 Einsätze und 146 Tore bilden eine Größenordnung, die selbst für kommende Generationen außergewöhnlich schwer erreichbar sein wird.
Wer ist Cristiano Ronaldo?
Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro wurde am 5. Februar 1985 auf Madeira geboren. Der Portugiese spielte auf Vereinsebene unter anderem für Sporting Lissabon, Manchester United, Real Madrid und Juventus Turin. Er gewann mehrfach die Champions League und wurde mehrfach mit dem Ballon d’Or ausgezeichnet. Für Portugal debütierte er 2003.
Wann gewann Ronaldo mit Portugal die Europameisterschaft?
Portugal wurde am 10. Juli 2016 in Frankreich Europameister. Im Finale besiegte die Seleção Gastgeber Frankreich im Stade de France nach Verlängerung mit 1:0. Ronaldo musste früh verletzt ausgewechselt werden, unterstützte seine Mannschaft anschließend von der Seitenlinie.
Wie wurde Ronaldo zum Länderspiel-Rekordtorschützen?
Am 1. September 2021 traf Ronaldo in der WM-Qualifikation gegen Irland zweimal spät per Kopf. Damit überholte er Ali Daeis damalige Marke von 109 Länderspieltoren. Ronaldo baute seinen eigenen Wert in den folgenden Jahren weiter aus und kommt nach den vorliegenden Angaben auf 146 Treffer.
OZD-Extra – Sieben Daten einer außergewöhnlichen Karriere
August 2003: Debüt gegen Kasachstan.
Juni 2004: Erstes Länderspieltor gegen Griechenland.
November 2013: Dreierpack im WM-Playoff gegen Schweden.
Juli 2016: Europameister mit Portugal.
Juni 2018: Dreierpack beim WM-Klassiker gegen Spanien.
September 2021: Ronaldo überholt Ali Daeis Länderspiel-Torrekord.
Juli 2026: Treffer Nummer 146 gegen Kroatien – möglicherweise sein letztes Tor für Portugal.
Gewinnspiel
Gegen welches Land erzielte Cristiano Ronaldo 2004 sein erstes Tor für Portugal?
A: Spanien
B: Frankreich
C: Griechenland
D: England
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.