Fakten im Überblick
Mika Baur wurde gegen Serbien in der 76. Minute zum 1000. Nationalspieler in der Geschichte des DFB.
Bundestrainer Jürgen Klopp wechselte den Profi von Celtic Glasgow für Tom Bischof ein.
Deutschlands erster Nationalspieler war 1908 Torhüter Fritz Baumgarten vom BFC Germania 1888.
Ein Kuss von Jürgen Klopp auf die Schläfe, ein paar letzte Worte – dann begann für Mika Baur ein Moment, der dauerhaft mit seinem Namen verbunden bleiben wird. Im Nations-League-Spiel gegen Serbien in München wechselte der Bundestrainer den Profi von Celtic Glasgow in der 76. Minute für Tom Bischof ein. Damit wurde Baur zum 1000. Spieler in der Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes, der für die deutsche A-Nationalmannschaft zum Einsatz kam. Eine historische Marke, die sich bereits vor der Partie angekündigt hatte: Vor Klopps Amtsantritt hatten insgesamt 991 Spieler für Deutschland gespielt. Durch die zahlreichen Debütanten unter dem neuen Bundestrainer näherte sich die Auswahl innerhalb kurzer Zeit der vierstelligen Zahl. Gegen Serbien war es schließlich Baur, der die Nummer 1000 erreichte.
Für den jungen Nationalspieler selbst kam der entscheidende Moment offenbar schneller, als er ihn verarbeiten konnte. „Es war unbeschreiblich. Der Puls war hoch“, sagte Baur nach seinem Debüt. Dass er tatsächlich eingewechselt werden sollte, hatte er zunächst nicht einmal richtig mitbekommen. Er habe „akustisch gar nicht richtig verstanden“, dass sein Einsatz unmittelbar bevorstand. Wenige Augenblicke später stand er auf dem Rasen und war Teil einer deutschen Fußballgeschichte, die mehr als ein Jahrhundert zurückreicht. Auch sein erster Eindruck von der Nationalmannschaft fiel entsprechend emotional aus. Seine neue Mannschaft sei „von der ersten bis zur letzten Minute wirklich unglaublich“ gewesen, berichtete der Celtic-Profi.
Dass ausgerechnet Baur diese historische Marke erreicht, bringt eine zusätzliche sportliche Familiengeschichte mit sich. Sein Vater Markus Baur war selbst deutscher Nationalspieler – allerdings in einer anderen Sportart. Als Spielmacher der deutschen Handball-Nationalmannschaft wurde er 2007 Weltmeister. Nun hat sein Sohn im Fußball einen Platz in den Geschichtsbüchern des DFB sicher. Für Mika Baur bedeutet die Zahl 1000 zunächst allerdings nur den Beginn seiner eigenen Laufbahn im Nationaltrikot. Die historische Nummer bleibt ihm unabhängig davon, wie viele weitere Länderspiele noch folgen werden.
Zwischen dem ersten und dem 1000. deutschen Nationalspieler liegen 118 Jahre Fußballgeschichte. Am 5. April 1908 trat Deutschland in Basel zum ersten offiziellen Länderspiel gegen die Schweiz an und verlor 3:5. Als erster Nationalspieler wird Torhüter Fritz Baumgarten vom Berliner Klub BFC Germania 1888 geführt. Da damals elf Spieler gleichzeitig ihr Debüt gaben, entscheidet die alphabetische Reihenfolge über die historische Nummerierung. Baumgarten lag mit seinem Nachnamen knapp vor Willy Baumgärtner vom Düsseldorfer SV 04. Für den Berliner blieb es bei diesem einen Länderspiel. Besonders bemerkenswert: Für die Reise in die Schweiz schwänzte der angehende Abiturient damals die Schule. Mehr als ein Jahrhundert später führt die historische Linie von einem Schüler, der für Deutschlands erstes Länderspiel den Unterricht ausfallen ließ, bis zu einem Celtic-Profi, den Jürgen Klopp mit einem Kuss auf die Schläfe zu seinem ersten Einsatz schickte.
OZD/SID
OZD-Kommentar – Die Nummer 1000 gehört Baur für immer
Statistiken im Fußball können manchmal beliebig wirken. Die Marke von 1000 Nationalspielern ist dennoch etwas Besonderes, weil sie 118 Jahre deutsche Fußballgeschichte in einer einzigen Zahl zusammenfasst.
Mika Baur hat sich diese Nummer nicht ausgesucht. Er stand schlicht zur richtigen Zeit im richtigen Kader und wurde im richtigen Moment eingewechselt. Trotzdem wird sein Name künftig immer mit dieser Marke verbunden sein.
Besonders schön ist der Kontrast zwischen Nummer eins und Nummer 1000. Fritz Baumgarten schwänzte 1908 als angehender Abiturient die Schule, um für Deutschland in die Schweiz zu reisen. Baur spielt heute professionell bei Celtic Glasgow und wird von einem weltweit bekannten Trainer wie Jürgen Klopp auf seinen ersten Einsatz vorbereitet.
Für Baur selbst dürfte nun allerdings etwas anderes zählen. Die Nummer 1000 kann ihm niemand mehr nehmen. Ob daraus eine lange Nationalmannschaftskarriere wird, entscheidet sich erst in den kommenden Monaten und Jahren.
Historischer Hintergrund
Die Geschichte der deutschen Fußball-Nationalmannschaft begann offiziell am 5. April 1908. Deutschland trat in Basel gegen die Schweiz an und verlor die Partie mit 3:5.
Da alle elf eingesetzten deutschen Spieler an diesem Tag ihr Länderspieldebüt feierten, wird die Reihenfolge der ersten Nationalspieler alphabetisch bestimmt.
Dadurch gilt Fritz Baumgarten als Nummer eins. Willy Baumgärtner folgt unmittelbar dahinter.
Seitdem spielten Generationen von Fußballern für Deutschland – darunter Weltmeister von 1954, 1974, 1990 und 2014.
Wer ist Mika Baur?
Mika Baur ist deutscher Fußballprofi und steht bei Celtic Glasgow unter Vertrag.
Mit seiner Einwechslung gegen Serbien feierte er sein Debüt für die deutsche A-Nationalmannschaft und wurde gleichzeitig zum 1000. Nationalspieler der DFB-Geschichte.
Sein Vater Markus Baur gehörte zu den bekanntesten deutschen Handballspielern seiner Generation und gewann 2007 mit Deutschland die Weltmeisterschaft.
Wer war Fritz Baumgarten?
Fritz Baumgarten war Torhüter des Berliner Vereins BFC Germania 1888 und gehörte 1908 zur Mannschaft beim ersten offiziellen deutschen Fußball-Länderspiel.
Deutschland verlor damals in Basel mit 3:5 gegen die Schweiz.
Für Baumgarten blieb dieser Einsatz das einzige Länderspiel seiner Karriere. In die Geschichtsbücher ging er dennoch als erster deutscher Nationalspieler ein.
Wie wird bestimmt, wer Nationalspieler Nummer 1000 ist?
Entscheidend ist das Debüt eines Spielers für die deutsche A-Nationalmannschaft. Feiern mehrere Spieler im selben Spiel gleichzeitig ihr Debüt, muss für die historische Nummerierung eine Reihenfolge festgelegt werden.
Bei Deutschlands erstem Länderspiel standen naturgemäß elf Debütanten gleichzeitig auf dem Platz. Deshalb wird für diese Spieler die alphabetische Reihenfolge herangezogen.
Bei Einwechslungen lässt sich die Reihenfolge dagegen unmittelbar über den Zeitpunkt bestimmen.
OZD-Extra – Vater Weltmeister, Sohn DFB-Nummer 1000
Die Familie Baur besitzt nun eine ungewöhnliche Verbindung zu zwei deutschen Nationalmannschaften.
Markus Baur wurde als Spielmacher der deutschen Handball-Auswahl 2007 Weltmeister. Sein Sohn Mika hat sich nun im Fußball einen eigenen Platz in der deutschen Sportgeschichte gesichert.
Dabei könnte sein erster Einsatz kaum symbolträchtiger sein. Mika Baur ist nicht irgendein weiterer Debütant, sondern offiziell der 1000. Fußballer, der für die deutsche A-Nationalmannschaft eingesetzt wurde.
Vom Weltmeister-Vater zur historischen Nummer 1000 des DFB: Die Familie Baur verbindet damit zwei bemerkenswerte Kapitel deutscher Sportgeschichte.
Gewinnspiel
Wer gilt als erster Nationalspieler in der Geschichte des DFB?
A: Sepp Herberger
B: Fritz Baumgarten
C: Fritz Walter
D: Willy Baumgärtner
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.