Fakten im Überblick
Die israelische Armee griff im Viertel Rimal im Gazastreifen gezielt Ali al-Amudi an.
Fünf Menschen wurden getötet, darunter zwei Christen und mehrere Frauen.
Der Angriff erfolgte am Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel.
In den frühen Morgenstunden hat Israels Armee im Viertel Rimal im Gazastreifen eine Wohnung bombardiert und dabei gezielt den als "rechte Hand" des ehemaligen Hamas-Chefs Jahja Sinwar beschriebenen Ali al-Amudi ins Visier genommen. Nach eigenen Angaben der Armee wurde versucht, al-Amudi zu töten. Ob er verletzt oder getötet wurde, ist weiterhin unklar. Die Armee erklärte, "Heute ist al-Amudi der ranghöchste Hamas-Vertreter im Gazastreifen und direkt beteiligt an den Terroraktivitäten der Hamas und am Wiederaufbau der Organisation für Krieg". Die Operation erfolgte am Jahrestag des Angriffs der Hamas auf Israel nach jüdischem Kalender, dem folgenschweren Überfall im Oktober 2023. Majud Bassal vom Zivilschutz berichtete, das betroffene Gebäude sei durch zwei Raketen schwer beschädigt und in Brand gesetzt worden.
Berichten des Zivilschutzes und des Al-Schifa-Krankenhauses zufolge wurden bei dem Luftangriff fünf Menschen getötet, darunter vier Frauen und ein junger Mann. Zwei der Todesopfer waren Christen und wurden in der kleinen griechisch-orthodoxen St.-Porphyrius-Kirche in Gaza bestattet. Die Armee betonte, sie habe "um Schäden für Zivilisten zu verringern, einschließlich des Einsatzes von Präzisionswaffen" gehandelt und bedauere "jeden Schaden, der unbeteiligten Personen zugefügt wurde".
Seit Inkrafttreten der im Oktober vergangenen Jahres vereinbarten Waffenruhe gab es im Gazastreifen weiterhin zahlreiche Angriffe. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums seien mehr als 1440 Menschen durch israelische Streitkräfte getötet worden. Israel berichtet im gleichen Zeitraum von fünf getöteten Soldaten und einem getöteten zivilen Mitarbeiter.
Der andauernde Konflikt begann mit dem Überfall der Hamas und verbündeter Gruppen auf Israel am 7. Oktober 2023. Dabei wurden mehr als 1200 Menschen getötet und 251 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel reagierte mit massiven Angriffen auf das Gebiet. Nach Angaben der Hamas sollen dabei über 74.000 Menschen getötet worden sein.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Gezielte Schläge und bleibendes Leid im Gazastreifen
Der gezielte Luftangriff auf einen hochrangigen Hamas-Vertreter steht sinnbildlich für die Dynamik aus Gewalt und Gegengewalt im Nahen Osten. Die Armee spricht von Präzision und dem Wunsch, zivile Opfer zu vermeiden, doch immer wieder werden Unschuldige getroffen. Besonders tragisch ist der Tod mehrerer Frauen und von Christen, die als Minderheit ohnehin schutzlos zwischen den Fronten stehen. Jede neue Aktion nimmt dabei Bezug auf frühere Traumata und verschärft das Leid der Menschen. Ohne den politischen Willen zu Verhandlungen droht sich die Spirale der Gewalt weiter zu drehen.
Historischer Hintergrund
Der von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Gazastreifen ist seit Jahren Brennpunkt des Nahostkonflikts. Der Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 verursachte über 1200 Todesopfer und führte zur Verschleppung von 251 Menschen nach Gaza. Israels Reaktion und die seither andauernden Kämpfe prägen das Leben der Bevölkerung. Zwischen Hamas und Israel gibt es immer wieder Angriffe und zahlreiche zivile Opfer. Christen im Gazastreifen bilden eine kleine Minderheit.
Zukunftsprognose
Weitere gezielte Angriffe auf Hamas-Führer durch Israel sind wahrscheinlich, solange der Konflikt andauert. Dabei könnten zivile Opfer und Schäden am gemeinsamen Leben der Religionen in Gaza weiterhin zunehmen. Die humanitäre Lage dürfte sich verschärfen, wenn die Gewalt nicht eingedämmt wird. Eine politische oder dauerhafte Entspannung ist in naher Zukunft unsicher.
Erklärungen
Wer ist Ali al-Amudi
Ali al-Amudi gilt laut israelischer Armee als derzeit ranghöchster Hamas-Vertreter im Gazastreifen. Ihm wird direkte Beteiligung an Terroraktivitäten und am Wiederaufbau der Organisation vorgeworfen.
Was ist die St.-Porphyrius-Kirche
Die griechisch-orthodoxe St.-Porphyrius-Kirche in Gaza ist die älteste Kirche im Gazastreifen. Sie dient der christlichen Minderheit für religiöse Feiern und Begräbnisse.
OZD-Extras
Im Gazastreifen leben rund tausend Christen als kleine Minderheit unter etwa zwei Millionen Einwohnern. Zwei Christen wurden bei diesem Angriff getötet und in der St.-Porphyrius-Kirche bestattet.
Die aktuellen Ereignisse haben laut Quellen keinen nachweisbaren Einfluss auf internationale Finanzmärkte.
Gewinnspiel
In welchem Viertel von Gaza schlug der israelische Luftangriff ein
A) Rimal
B) Tal al-Hawa
C) Shejaiya
D) Zeitoun
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.