Fakten im Überblick
ARD und ZDF sichern alle Länderspiele der DFB-Frauen bis 2031.
Die Rechte betreffen Nations League, Quali- und Vorbereitungsspiele.
Die EM ist nicht Teil, da UEFA die Rechte zentral vergibt.
Der deutsche Frauenfußball bleibt Millionen Fans auch in Zukunft frei zugänglich. Wie ARD, ZDF und der Deutsche Fußball-Bund am Dienstag bekanntgaben, sichern sich die beiden öffentlich-rechtlichen Sender die exklusiven Medienrechte an sämtlichen Länderspielen der DFB-Frauen bis ins Jahr 2031. Dieses umfangreiche Rechtepaket umfasst alle Spiele der Nations League und sämtliche Qualifikations- sowie Vorbereitungsspiele für die Europameisterschaft 2029 und für die Weltmeisterschaft 2031. Lediglich die Endrunde der EM fällt nicht in den neuen Vertrag, da die entsprechenden Rechte weiterhin zentral von der UEFA vergeben werden.
DFB-Generalsekretär Holger Blask betonte: "Wir freuen uns sehr, dass ARD und ZDF ihr langjähriges Engagement für unsere Frauen-Nationalmannschaft fortsetzen" und bezeichnete die Vertragsverlängerung als "Ausdruck eines klaren Bekenntnisses" der Sender zum Frauenfußball. Die für das ZDF verantwortliche Chefredakteurin Bettina Schausten sah in der Verlängerung "ein wichtiges Signal für den Frauenfußball in Deutschland". Auch ARD-Programmdirektorin Christine Strobl sprach von "ein deutliches Statement". All das unterstreicht, wie sehr das öffentlich-rechtliche Fernsehen an der Sichtbarkeit und Wertschätzung des Frauenfußballs arbeitet.
Bereits am kommenden Freitag wird dieser Vertrag in der Praxis sichtbar: Das ZDF überträgt um 20.30 Uhr das Länderspiel gegen Australien aus dem Wildparkstadion in Karlsruhe live. Vier Tage später empfangen die deutschen Fußballerinnen den amtierenden Asienmeister Japan. Auch dieses Spiel ist für Fans einfach zugänglich, diesmal um 17.45 Uhr in der ARD aus dem Bremer Weserstadion. Mit der Verlängerung der Partnerschaft bis 2031 sendet der Frauenfußball damit ein Signal der Kontinuität und Stabilität, das gerade angesichts wachsender Aufmerksamkeit und gesteigerten Interesses am Frauenfußball in Deutschland von besonderer Bedeutung ist.
Die zugesicherte langfristige Präsenz im Free-TV könnte den Frauenfußball in den nächsten Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung weiter stärken. Die Entscheidung sorgt für Planungssicherheit bei TV-Sendern, Spielerinnen und Fans gleichermaßen und weckt Hoffnungen auf mehr Reichweite und Interesse in einem wachsenden Sportbereich.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Frauenfußball gewinnt an Sichtbarkeit
Die Entscheidung von ARD und ZDF, die Rechte an sämtlichen Länderspielen der deutschen Fußballerinnen langfristig zu sichern, ist ein Meilenstein für die Sichtbarkeit des Frauenfußballs in Deutschland. Während einige Ligen im Pay-TV verschwinden und schwieriger zugänglich sind, bleibt die Nationalmannschaft für alle frei empfangbar. Das sendet eine starke Botschaft an Kinder, Jugendliche und Familien: Frauenfußball gehört in die Mitte der Gesellschaft – sichtbar, wertgeschätzt und zugänglich. Die Aussage "Ausdruck eines klaren Bekenntnisses" macht deutlich, dass die Sender diesen Weg bewusst fortsetzen. Kritisch bleibt abzuwarten, ob diese Sichtbarkeit in den kommenden Jahren auch auf die Ligen und den Alltag im Vereinssport abstrahlt. Mittelfristig dürfte die Vereinbarung die Chancen für größere gesellschaftliche Aufmerksamkeit und Nachwuchsförderung erhöhen.
Historischer Hintergrund
Frauenfußball erhält in Deutschland seit Jahren wachsende mediale Aufmerksamkeit. Bereits in der Vergangenheit übertrugen ARD und ZDF die DFB-Länderspiele regelmäßig. Mit der Zentralvergabe der EM-Rechte durch die UEFA liegt ein Teil der Spiele inzwischen außerhalb des Einflusses nationaler Verbände und Sender.
Zukunftsprognose
Die Präsenz der DFB-Frauen im Free-TV dürfte das wachsende Interesse an Frauenfußball in Deutschland weiter beflügeln. Zu erwarten ist eine größere Reichweite in allen Altersgruppen. Es ist möglich, dass auch die Sponsoren- und Vereinslandschaft von der erhöhten Sichtbarkeit profitiert und so mehr Mädchen für den Sport gewonnen werden. International dürften andere Länder das deutsche Modell aufmerksam beobachten, um die eigene Medienpräsenz im Frauenfußball zu stärken.
Erklärungen
Was sind Medienrechte im Fußball?
Der Begriff Medienrechte bezeichnet die exklusiven Übertragungsrechte von Sportereignissen – also das Recht, eine Partie oder ein Turnier im Fernsehen, Radio oder online auszustrahlen. In der Regel verhandeln Sender und Verbände diese Rechte für bestimmte Wettbewerbe oder Zeiträume.
Was ist die Nations League im Frauenfußball?
Die Nations League ist ein UEFA-Wettbewerb für Nationalmannschaften. Sie ersetzt einen Großteil der Freundschaftsspiele und bietet ein Ligasystem mit sportlichem Auf- und Abstieg.
OZD-Extras
Der Frauenfußballmarkt in Deutschland zählt zu den größten Europas. Gerade für Sponsoren und Investoren bleibt eine starke TV-Präsenz entscheidend für Werbewirkung und Reichweite. Die Vereinbarung zwischen DFB, ARD und ZDF dürfte sich positiv auf den Werbemarkt und das Interesse internationaler Sponsoren auswirken. Auch auf den deutschen Medienmarkt hat der Deal Signalwirkung: Die Free-TV-Präsenz könnte mittelbar steigenden Einfluss auf Zuschauerzahlen und die Vermarktung von Spielerinnen und Spielen bedeuten. Konkrete Auswirkungen auf Aktienmärkte, Börsen oder Währungen sind derzeit nicht absehbar oder belegt.
Gewinnspiel
Bei welchem Sender wird das DFB-Länderspiel gegen Japan übertragen?
A) ARD
B) ZDF
C) RTL
D) Eurosport
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.