Fakten im Überblick
Ein Erdbeben der Stärke 7,7 hat Panama am Freitag schwer getroffen.
Mindestens 27 Menschen wurden verletzt, Todesopfer wurden nicht gemeldet.
Der internationale Flughafen von Panama-Stadt stellte den Betrieb vorübergehend ein.
Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,7 hat am Freitag Panama erschüttert, schwere Zerstörungen verursacht und viele Menschen in Angst versetzt. Nach Angaben der Behörden wurden mindestens 27 Personen verletzt, Todesopfer gab es laut Katastrophenschutz nicht. Das Zentrum des Bebens lag laut US-Erdbebenwarte zehn Kilometer von Pitaloza Arriba entfernt und löste über hundert Nachbeben aus, einige mit einer Stärke von mehr als 6,0. Die Erschütterungen sorgten im Land für Ausnahmezustand, in Panama-Stadt und anderen Städten rannten tausende Menschen in Panik auf die Straßen.
Vor allem im Zentrum Panamas stürzten Gebäude ein und Straßen wurden beschädigt. In Penonomé sahen AFP-Journalisten eingestürzte Häuser und eine beschädigte Kathedrale. "Es war schrecklich, so etwas haben wir noch nie erlebt", sagte die Kassiererin Juana Alveo. "Gott sei Dank geht uns aber gut." Der Präsident Panamas, José Raúl Mulino, sprach von einer "großen Katastrophe" und reiste in die betroffene Region, um den Katastropheneinsatz zu leiten. Er appellierte in sozialen Netzwerken an die Bevölkerung: "Was passiert ist, sollte nicht genutzt werden, um Alarm und Chaos auszulösen".
Nach Angaben des Gesundheitsministers war die besonders betroffene Stadt Tonosí auf dem Landweg nicht erreichbar. Behörden versuchten, sie per Luftweg zu versorgen. In Panama-Stadt bebte die Erde etwa eine Minute lang. Im Internet tauchten Videos auf, die Wasser zeigen, das aus einem Hochhauspool schwappte, sowie eine schwankende Brücke über den Panama-Kanal, während Fahrzeuge darüber fuhren. "Ich hatte Angst, weil die Erschütterung sehr stark und lang war. Schwere Möbel wie Kommoden, das Bett und die ganze Küche haben sich bewegt, und die Haustiere waren sehr verängstigt", schilderte Salomon Andion aus Panama-Stadt die Lage während des Bebens.
Der internationale Flughafen von Panama-Stadt stoppte zeitweise alle Flüge, was das Verkehrsnetz zusätzlich belastete. Die Behörde des wichtigen Panama-Kanals teilte mit, der Schiffsverkehr verlaufe "normal". Der Kanal gehört zu den wichtigsten Seeverbindungen der Welt, und rund fünf Prozent des globalen Handels passieren ihn. Die Regierungen von Kolumbien, Ecuador und Guatemala boten Panama Unterstützung an. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die Vereinigten Staaten stünden "an der Seite des panamaischen Volkes" und würden auf Anfrage "schnell Ressourcen und Personal zur Unterstützung" bereitstellen.
Das Auswärtige Amt in Berlin warnte vor weiteren Nachbeben und forderte Deutsche im Land auf, eine Tasche mit dem Notwendigsten zu packen sowie den Anweisungen der Behörden zu folgen. In Panama sind Erdbeben selten. In Lateinamerika gab es in diesem Jahr laut Behörden bereits mindestens vier Erdbeben mit einer Stärke über 7,0.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Panama im Ausnahmezustand nach Erdbeben
Das starke Erdbeben in Panama offenbart, wie schnell selbst ein gewohnt sicheres Land an seine Grenzen kommen kann. Die Bilder von beschädigten Gebäuden, verängstigten Menschen und überlasteten Behörden erzeugen Mitgefühl und gleichzeitig Bewunderung für den Mut der Betroffenen. Präsident Mulinos Aufruf zur Besonnenheit ist in dieser angespannten Lage ein wichtiges Signal gegen Panik. Auch die internationale Solidarität macht Hoffnung und zeigt, dass Krisen nicht an Landesgrenzen enden. Es ist anzunehmen, dass Panama nach diesem Erlebnis nicht nur die direkten Schäden beheben, sondern auch den Katastrophenschutz und seine Infrastruktur neu bewerten wird.
Historischer Hintergrund
In Panama treten starke Erdbeben selten auf, anders als in manchen Nachbarländern. Dennoch kam es in diesem Jahr in Lateinamerika bereits zu mindestens vier Erdbeben mit einer Stärke über 7,0. Der Panama-Kanal ist eine der bedeutendsten Schifffahrtsrouten der Welt und verbindet den Pazifik mit dem Atlantik.
Zukunftsprognose
Es ist möglich, dass weitere Nachbeben auftreten, was für Panama und die betroffenen Städte anhaltende Unsicherheit bedeutet. Der Wiederaufbau könnte sich verzögern, falls zentrale Verkehrswege weiter beeinträchtigt bleiben. Internationale Unterstützungsangebote könnten den Einsatzkräften helfen, die Versorgung rascher wiederherzustellen. Wirtschaftliche Folgen für den Schiffsverkehr werden nach bisherigen Angaben von der Kanalbehörde nicht erwartet, dennoch ist erhöhte Wachsamkeit geboten.
Erklärungen
Was ist ein Erdbeben der Stärke 7,7?
Erdbeben dieser Stärke gelten als schwer. Sie können großflächige Schäden an Gebäuden, Straßen und Infrastruktur verursachen und führen häufig zu Panik.
Was bedeutet Nachbeben?
Nachbeben sind kleinere Erschütterungen, die nach einem Hauptbeben folgen. Sie können weitere Schäden verursachen und treten oft in den Stunden und Tagen nach dem Beben auf.
OZD-Extras
Der Schiffsverkehr durch den Panama-Kanal läuft laut Kanalbehörde "normal". Für die internationale Schifffahrt entstehen nach diesem Beben derzeit keine spürbaren Auswirkungen.
Das Auswärtige Amt warnt Reisende in Panama vor weiteren Nachbeben und mahnt zur Vorsicht beim Betreten beschädigter Gebäude.
Gewinnspiel
Welche Stadt war wegen des Erdbebens auf dem Landweg nicht erreichbar?
A) Tonosí
B) Penonomé
C) Panama-Stadt
D) Chitré
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.