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Zehntausende gehen in Brüssel für Klimaschutz auf die Straße

Tausende fordern in Brüssel entschlossenen Klimaschutz und appellieren an Politik und EU – auch im Vorfeld der wichtigen UN-Klimakonferenz in Antalya.

Fakten im Überblick

Rund 45.000 Menschen demonstrierten in Brüssel für Klimaschutz.

Die Aktion richtete sich an EU-Institutionen und politische Entscheidungsträger.

Die nächste UN-Klimakonferenz beginnt im November in Antalya.

Wenige Wochen vor dem Start der UN-Klimakonferenz in Antalya sind in Brüssel zehntausende Menschen zusammengekommen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Nach Angaben der belgischen Polizei beteiligten sich rund 45.000 Demonstrierende an dem Protestmarsch, zu dem etwa hundert Organisationen und Gewerkschaften aufgerufen hatten. Der Zug führte die Menschen bis ins Europaviertel, an den Sitz der EU-Institutionen – ein bewusst gewähltes Ziel, denn hier wollen viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Verantwortung der europäischen Politik für mehr Klimaschutz in Erinnerung rufen.

Die Sorge angesichts der Erfahrungen dieses Sommers, in dem viele Menschen die ungewöhnlich große Hitze mitbekamen, spiegelte sich in den Stimmen auf dem Marsch wider. Der Wirtschaftswissenschaftler Étienne de Callatay, der selbst teilnahm, beobachtete: "Es gibt eine sehr große Besorgnis in der Bevölkerung, nicht nur unter den Demonstrierenden heute". Er ergänzte, die "große Hitze, die wir in diesem Sommer erlebt haben, haben alle mitbekommen" und forderte, die Politik dürfe nicht nur auf Lobbygruppen hören und keine Angst vor Wahlniederlagen haben, "wenn sie mutige Schritte im Umweltbereich ergreift."

Auch Einzelpersonen wie die Demonstrantin Aurore Schreiber suchten mit ihrer Stimme Gehör. Sie marschierte mit ihrer Familie für mehr Aufmerksamkeit der Politik, "damit die Politiker aufwachen" und die "Forderungen junger und besonders benachteiligter Menschen anhören". Hinter solchen Aussagen steht der Appell, dass soziale Gerechtigkeit Hand in Hand mit konsequentem Klimaschutz gehen müsse.

Im Hinblick auf die im November anstehende Weltklimakonferenz COP31 in Antalya wächst der Druck auf die politischen Entscheidungsträger. Nachdem sich die Delegierten bei der UN-Klimakonferenz des vergangenen Jahres in Brasilien nicht auf einen gemeinsamen Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Energien einigen konnten, stocken die globalen Verhandlungen seitdem. Die diesjährige Konferenz in der Türkei, gemeinsam von der Türkei und Australien ausgerichtet, gilt daher als besonders bedeutend für den weiteren Kurs beim weltweiten Schutz des Klimas.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Klimaprotest als Weckruf für Brüssel und Europa

Tausende Stimmen für mehr Klimaschutz in Brüssel sind weit mehr als ein Zeichen jugendlichen Idealismus. Die hohe Beteiligung und die Vielfalt der Teilnehmenden zeigen, dass Klimaschutz längst im gesellschaftlichen Alltag angekommen ist und große Teile der Bevölkerung bewegt. Die Sorgen über eine sich verschärfende Klimakrise sind real, genau wie die Erwartungen an die politische Verantwortung. Menschen wie Étienne de Callatay oder Aurore Schreiber stehen stellvertretend für viele, die das Gefühl haben, ihre Anliegen nicht ausreichend im Zentrum der Entscheidungen wiederzufinden.

Es ist ein deutliches Signal, das auch auf internationaler Ebene ankommen sollte. Die kommenden Wochen vor der großen Klimakonferenz bieten Gelegenheit für mutige politische Kurswechsel und die Abkehr von reiner Symbolpolitik. Ob dies gelingt, bleibt offen. Möglich ist jedoch, dass der öffentliche Druck und die Stimmen zehntausender Menschen die Debatte wachrütteln und für mehr Bewegung sorgen.

Historischer Hintergrund

Klimaproteste und Klimamärsche haben in Europa eine lange Geschichte, zuletzt gewannen sie durch die Fridays-for-Future-Bewegung enorm an Bedeutung. Die große Demonstration in Brüssel fand im Kontext der anstehenden UN-Klimakonferenz statt. Die COP31 soll in Antalya, Türkei, gemeinsam mit Australien stattfinden. Beim vergangenen Gipfel in Brasilien hatten die internationalen Verhandlungen über den Ausstieg aus fossilen Energien keinen Durchbruch erbracht, woraufhin die Gespräche ins Stocken geraten waren.

Zukunftsprognose

Die gesellschaftliche Debatte um den Klimaschutz könnte in den kommenden Wochen an Fahrt gewinnen, insbesondere, je näher die UN-Klimakonferenz in Antalya rückt. Es ist denkbar, dass der Druck der Straße Einfluss auf Verhandlungspositionen und Beschlüsse der europäischen Politik nimmt. International könnten die Proteste Länder dazu bewegen, ambitioniertere Schritte zu diskutieren. Möglich ist aber auch, dass politische Kompromisse weiterhin schwierig bleiben – nicht zuletzt, weil wirtschaftliche und soziale Interessen gegeneinander abgewogen werden müssen.

Erklärungen

Was ist der Klimamarsch in Brüssel?

Der Klimamarsch in Brüssel ist eine Demonstration, bei der Menschen gemeinsam für mehr Klimaschutz und verbindliche Maßnahmen der Politik eintreten.

Was ist die UN-Klimakonferenz COP31?

Die COP31 ist die 31. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen. Sie findet im November in Antalya, Türkei, statt und soll Fortschritte beim globalen Klimaschutz erreichen.

OZD-Extras

Eine Besonderheit dieses Klimamarschs war die breite Unterstützung durch etwa hundert Organisationen und Gewerkschaften. Die Auswirkungen auf Börsen, Aktien oder Rohstoffe lassen sich aus dem vorliegenden Material nicht ableiten.

Gewinnspiel

In welchem Land findet die UN-Klimakonferenz COP31 2026 statt?

A) Türkei

B) Brasilien

C) Belgien

D) Australien

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.