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Prozessauftakt gegen Kinderarzt wegen Missbrauch in Potsdam

Ein Kinderarzt aus Brandenburg muss sich ab November in Potsdam wegen sexuellen Missbrauchs von über 70 Kindern und Jugendlichen verantworten.

Fakten im Überblick

Vor dem Landgericht Potsdam startet am 2. November ein Missbrauchsprozess gegen einen 45-jährigen Kinderarzt.

Dem Angeklagten werden 130 Straftaten zur Last gelegt, die über einen Zeitraum von zwölf Jahren begangen worden sein sollen.

Mehr als 70 Betroffene im Alter zwischen zwei und 20 Jahren sind laut Staatsanwaltschaft betroffen.

Am Landgericht Potsdam beginnt Anfang November ein Prozess, der Brandenburg erschüttert. Ein Kinderarzt steht im Verdacht, über Jahre hinweg das Vertrauen von Patienten schwer missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft legt dem 45-Jährigen insgesamt 130 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zur Last, unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern. Die mutmaßlichen Vergehen sollen an Klinikstandorten in Rathenow und Nauen zwischen 2013 und 2025 stattgefunden haben – "im Rahmen der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit". Es seien mehr als 70 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zwei und 20 Jahren betroffen, teilte die Staatsanwaltschaft nach Angaben des Gerichts mit. Im Zentrum stehen Taten, die über einen Zeitraum von zwölf Jahren verübt worden sein sollen.

Der Beschuldigte wurde nach einem konkreten Vorfall im November in einer Klinik in Rathenow festgenommen, nachdem eine Mutter Anzeige erstattet hatte. Seit seiner Festnahme sitzt der damals 45-Jährige in Untersuchungshaft. Die Anklage war im August zugelassen worden und markierte den Höhepunkt monatelanger Ermittlungen gegen den Mediziner. Für die Betroffenen, deren Familien und auch das medizinische Umfeld in Brandenburg wiegt der Fall schwer – und viele hoffen nun auf umfassende Aufklärung vor Gericht.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Erschütterndes Vertrauen

Es ist ein unfassbarer Vertrauensbruch, wenn ausgerechnet ein Kinderarzt zum Objekt so schwerer Vorwürfe wird. Ärzte tragen eine besondere Verantwortung gegenüber den Schwächsten der Gesellschaft. Dass mutmaßlich über Jahre hinweg über 70 Kinder und Jugendliche missbraucht wurden, lässt Fassungslosigkeit zurück. Das Ausmaß der Taten, die offenbar an unterschiedlichen Klinikstandorten und im Rahmen der ärztlichen Tätigkeit geschehen sein sollen, erschüttert das Vertrauen in das medizinische System. Umso wichtiger ist nun eine lückenlose Aufklärung im Prozess und ein ehrliches Aufarbeiten der Umstände, die solche Verbrechen ermöglicht haben könnten. Die vielen betroffenen Kinder und Familien haben Antworten verdient. Nur mit Transparenz kann weiteres Leid verhindert werden. Es ist zu erwarten, dass das Verfahren nicht nur juristisch, sondern auch gesellschaftlich weitreichende Diskussionen entfacht – über Kontrollmechanismen, Verantwortlichkeiten und den Schutz der Patientinnen und Patienten. Angesichts dieser Ereignisse wird die Justiz ein klares Signal setzen müssen.

Historischer Hintergrund

Sexueller Missbrauch durch Mediziner hat in Deutschland immer wieder für Erschütterung gesorgt. In Brandenburg ist dies der bislang größte bekannte Fall gegen einen Kinderarzt. Die Ermittlungen konzentrierten sich vor allem auf Klinikstandorte Rathenow und Nauen, an denen der Arzt über mehrere Jahre tätig war. Die Öffentlichkeit erfuhr von dem Fall nach der Festnahme im November, nachdem eine Mutter den Arzt angezeigt hatte.

Zukunftsprognose

Es ist zu erwarten, dass der Prozess in Potsdam großes öffentliches Interesse auf sich ziehen wird. Sollte sich die Anklage bestätigen, könnten die Konsequenzen für die medizinische Aufsicht und die Klinikstrukturen weitreichend sein. Auch Nachbesserungen bei Kontrollmechanismen in Kliniken erscheinen möglich. Für die Gesellschaft könnte dieser Fall Debatten über das Thema Prävention von Missbrauch im Gesundheitswesen und bessere Schutzmaßnahmen für Kinder anstoßen. Das Vertrauen in medizinische Einrichtungen könnte kurzfristig erschüttert bleiben, sich langfristig aber durch verbesserte Kontrollen wieder festigen.

Erklärungen

Was ist sexueller Missbrauch von Kindern

Sexueller Missbrauch von Kindern beschreibt Handlungen, bei denen Erwachsene die sexuelle Selbstbestimmung von Minderjährigen durch Gewalt, Drohung oder Ausnutzen einer Machtposition verletzen. Solche Taten sind in Deutschland strafbar und besonders schwerwiegend, wenn sie von Personen ausgehen, denen Kinder anvertraut werden.

Was ist ein Landgericht

Das Landgericht ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Es entscheidet über schwere Straftaten in erster Instanz. Im Fall des Brandenburger Kinderarztes ist das Landgericht Potsdam zuständig.

OZD-Extras

Ein solcher groß angelegter Missbrauchsprozess ist in Brandenburg selten und hat Strahlkraft über das Bundesland hinaus. Die Ermittlungen liefen über viele Monate. Für die betroffenen Kliniken steht ebenfalls eine Aufarbeitung bevor. Die Auswirkungen auf das Vertrauen in die Ärzteschaft und die Kliniken könnten sich laut Expertenmeinung auch auf das gesamte Bundesgebiet ausweiten. Ein kurzfristiger Einfluss auf den Aktienmarkt, Börsen oder Währungen ist nicht erwartbar, da keine börsennotierten Unternehmen direkt betroffen sind.

Gewinnspiel

In welcher Stadt findet der Prozess gegen den Brandenburger Kinderarzt statt?

A) Potsdam

B) Berlin

C) Cottbus

D) Rathenow

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.