Fakten im Überblick
Papst Leo XIV. wird heute im Gemelli-Krankenhaus in Rom an der Lunge operiert.
Dem Papst wird ein Knoten aus der Lunge entfernt, der früh erkannt wurde.
Alle Audienzen des Papstes wurden wegen des Klinikaufenthalts abgesagt.
Papst Leo XIV. hat sich am Dienstag in Rom ins berühmte Gemelli-Krankenhaus begeben, wo ihm noch am Nachmittag ein Knoten aus der Lunge entfernt werden soll. Bereits bei seiner Ankunft begrüßte der 71-jährige Pontifex die wartenden Menschen mit einem Lächeln und einem Winken. Wie der Vatikan bekannt gab, soll die Operation von einem Team unter Leitung des erfahrenen Chirurgen Stefano Margaritora durchgeführt werden. Die Klinik im Nordwesten der italienischen Hauptstadt ist seit Langem bevorzugte Anlaufstelle für die medizinische Versorgung von Päpsten und hält eine spezielle Suite für solche Zwecke bereit. Diese wird derzeit renoviert, weshalb Leo XIV. in andere Räumlichkeiten des obersten Stockwerks gezogen ist.
Schon am Sonntag hatte Leo XIV. nach dem Angelusgebet offen gemacht, dass er sich "in den kommenden Tagen" operieren lasse. Den Angaben zufolge wurde der Knoten "in einem sehr frühen Stadium" entdeckt, weshalb die Ärzte zur baldigen Entfernung geraten hatten. Nach Einschätzung von Medizinern sind Lungenknoten in den meisten Fällen harmlos, können aber in seltenen Fällen auch bösartig sein. Das öffentliche Interesse war daher groß: Dennoch zeigte sich der Papst gegenüber Vertrauten und Kardinälen "sehr gelassen" und weiterhin „sehr entspannt“, wie die Geistlichen nach Gesprächen Anfang der Woche berichteten. Wie gewohnt habe der Papst außerdem seinen Humor behalten. Ein offizieller Sprecher teilte mit, dass der Pontifex voraussichtlich rund eine Woche im Krankenhaus bleiben werde. Alle laufenden Audienzen sind bis zum 20. Oktober abgesagt.
Ob sich die geplante Südamerikareise des Papstes Anfang bis Mitte November verschiebt, bleibt zunächst unklar. Ursprünglich wollte Leo XIV. Uruguay, Argentinien und Peru besuchen. Seit Mai vergangenen Jahres ist Leo XIV. Oberhaupt der katholischen Kirche. Er trat damit die Nachfolge von Franziskus an, der mit 88 Jahren verstarb. Besonders hervorzuheben ist: Leo XIV. ist der erste Papst mit US-amerikanischen Wurzeln und war zuvor als Missionar und Erzbischof in Peru tätig.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Besonnen durch Krankheit
Die Nachricht von Papst Leo XIV. Lungenoperation sorgt weltweit für Anteilnahme, doch die Reaktionen aus dem Vatikan lassen einen besonnenen Umgang mit der Situation erkennen. Während die Öffentlichkeit beunruhigt auf mögliche Auswirkungen für die katholische Kirche blickt, zeigt sich der Papst laut Kardinälen "sehr gelassen" und humorvoll. Das ist ein wichtiges Signal für Gläubige und Beobachter, denn es unterstreicht Stabilität an der Spitze der Kirche in Zeiten persönlicher Herausforderungen. Dennoch bleibt verständlicherweise Unsicherheit über seine künftigen Amtsgeschäfte und internationale Pläne. Sollte der Gesundheitsverlauf wie angekündigt positiv verlaufen, könnte sich Leo XIV. bald wieder im Amt zeigen. Andernfalls wird sich insbesondere die internationale Rolle kurzfristig verringern und der Vatikan unter Beobachtung stehen.
Historischer Hintergrund
Das Gemelli-Krankenhaus in Rom ist seit Jahrzehnten eng mit der medizinischen Versorgung der Päpste verbunden und verfügt über Einrichtungen, die speziell für den Kirchenführer eingerichtet wurden. Die Wahl von Leo XIV. zum Papst im Mai des Vorjahres markierte einen neuen Abschnitt: Er ist der erste US-Amerikaner an der Spitze der Kirche. Sein Vorgänger Franziskus verstarb mit 88 Jahren und war ebenfalls für Offenheit in gesundheitlichen Fragen bekannt.
Zukunftsprognose
Kommt es zu Komplikationen bei der Genesung, könnten internationale Reisen des Papstes verschoben oder abgesagt werden, darunter die geplante Südamerikareise.
Bei gutem Verlauf wird Leo XIV. voraussichtlich ab Ende Oktober wieder Audienzen geben.
Für die katholische Kirche wäre eine längere Abwesenheit des Oberhaupts weltweit spürbar, insbesondere für die lateinamerikanischen Gemeinden.
Erklärungen
Was ist ein Lungenknoten?
Ein Lungenknoten ist eine kleine Verdichtung des Gewebes in der Lunge. In den meisten Fällen sind solche Knoten harmlos, manchmal können sie jedoch Anzeichen für bösartige Veränderungen sein.
Wer ist Papst Leo XIV.?
Papst Leo XIV. ist das aktuelle Oberhaupt der katholischen Kirche. Er stammt aus den USA und war zuvor Missionar und Erzbischof in Peru. Seit Mai vergangenen Jahres ist er Papst.
OZD-Extras
Die Suite im Gemelli-Krankenhaus, gewöhnlich für Päpste reserviert, wird gerade renoviert. Der Papst nutzt daher andere Räume auf der obersten Etage. Die Gemelli-Klinik war in der Vergangenheit bereits Anlaufstelle für mehrere Vorgänger Leos XIV., etwa für Johannes Paul II. Auswirkungen auf Finanzmärkte sind durch den Krankenhausaufenthalt des Papstes nicht zu erwarten.
Gewinnspiel
Welches Land ist die Heimat von Papst Leo XIV.?
A) USA
B) Italien
C) Peru
D) Frankreich
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.