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Albanien gerät in Aufruhr: Proteste breiten sich im Land aus

Proteste gegen Albaniens Regierung greifen von Tirana auf weitere Städte über. Studierende fordern Veränderungen und kämpfen gegen hohe Kosten.

Fakten im Überblick

Die Proteste gegen die albanische Regierung weiten sich von Tirana auf weitere Städte wie Shkodra und Korca aus.

Demonstranten fordern den Rücktritt von Regierungschef Edi Rama und kritisieren schlechte Studienbedingungen sowie hohe Kosten.

Bei den Zusammenstößen wurden zahlreiche Menschen verletzt und festgenommen, die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein.

In Albanien spitzen sich die Unruhen zu. Ausgehend von der Hauptstadt Tirana haben sich die von Studenten geführten Proteste gegen die Regierung auf mehrere Städte ausgedehnt. Neben Tirana gingen Menschen auch in Shkodra im Nordwesten sowie in Küstenstädten im Süden auf die Straße. In Tirana kam es am Donnerstag bereits zum dritten Mal in Folge zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei. Demonstrierende warfen Steine, zerschlugen Schaufenster, errichteten Barrikaden und zündeten Mülltonnen an. In Shkodra berichteten örtliche Medien, dass Demonstranten Scheiben im Rathaus einschlugen und Steine auf Büros der regierenden Sozialistischen Partei sowie der oppositionellen Demokratischen Partei warfen. In Korca im Südosten wurden Fenster an Schulgebäuden zerstört und Straßen blockiert. An mehreren Orten eskalierte die Lage, Demonstrierende und Polizei gerieten gewaltsam aneinander.

Aus Tirana meldeten Journalisten Zusammenstöße in mehreren Vierteln. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, um die Menschen zu zerstreuen. Am Abend hingen vielerorts Rauch und Tränengas in der Luft, die Straßen waren von Scherben und Überresten übersät. Schon am Dienstag und Mittwoch stürmten Protestierende mehrere Regierungsgebäude, wobei mindestens eines in Brand gesetzt wurde. Nach Polizeiangaben wurden am Mittwoch 65 Menschen wegen "Angriffen auf Polizisten, Behörden, öffentliche Einrichtungen und Privateigentum" festgenommen, am Dienstag waren es zehn. Das Gesundheitsministerium zählte am Mittwoch 89 Menschen mit Verletzungen, darunter 61 Polizisten.

Der Rücktritt von Regierungschef Edi Rama steht im Zentrum der Forderungen. "Wir brauchen echte Veränderungen, keine leeren Versprechungen. Wir wollen eine Regierung, die für ihr Volk arbeitet und nicht gegen es", erklärte die Demonstrantin Teftalia Papa. Besonders Studierende würden sich "von den steigenden Kosten erdrückt" fühlen, betonte die Journalismusstudentin. Die Demonstrierenden setzten Rama eine Rücktrittsfrist bis 13 Uhr, woraufhin sich die Regierung nicht äußerte. Premierminister Rama veröffentlichte hingegen ein Video auf Facebook, das ihn bei der Besichtigung der Schäden in einem Büro in Tirana zeigt. Er erklärte, die Zerstörung könne "nicht von den Händen von Studenten" angerichtet worden sein, und gab der Opposition die Schuld an der Gewalt. "Jeder, der an diesem Chaos beteiligt war, wird dafür bezahlen", betonte Rama.

Die Protestwelle hält seit Ende Mai an und wurde durch Pläne für ein Luxus-Hotelprojekt in einem Küstennaturschutzgebiet ausgelöst. Dieses Projekt steht mit Ivanka Trump und Jared Kushner in Verbindung und sorgte rasch für Proteste gegen mutmaßliche Korruption und mangelnde Transparenz. Hinzu kamen die steigenden Studiengebühren sowie Kritik an schlechten Bedingungen an den Universitäten, die vor allem die Studierenden auf die Straße treiben.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Verlorenes Vertrauen schürt Proteste in Albanien

Die jüngsten Ausschreitungen in albanischen Städten sind Ausdruck eines tiefen Vertrauensverlusts in die Politik. Wenn Studierende und Bürger wiederholt zu Protesten greifen und Barrikaden auf den Straßen brennen, reicht der Frust über die Bedingungen weit über die Universitäten hinaus. Die Regierung Edi Rama steht unter massivem Druck, nicht nur öffentliche Ordnung wiederherzustellen, sondern auch auf die inhaltlichen Forderungen nach grundlegenden Veränderungen zu reagieren. Allein mit Härte wird das Problem kaum zu lösen sein. Nur ein transparenter Dialog und ehrliche Reformbereitschaft können verhindern, dass die Protestwelle das Land weiter spaltet. Sollte die Regierung aber weiterhin vor allem mit Härte reagieren, droht Albanien eine längere Phase der Unruhe.

Historischer Hintergrund

Die Proteste in Albanien entfachten sich an Plänen für ein Luxus-Hotelprojekt in einem Küstenschutzgebiet, das mit Ivanka Trump und Jared Kushner in Verbindung steht. Seit Ende Mai gehen Bürger immer wieder gegen mutmaßliche Korruption, mangelnde Transparenz und unsoziale Politik auf die Straße. Hinzu kommen Proteste gegen hohe Studiengebühren und die schlechten Bedingungen an albanischen Universitäten. Protestierende richten sich damit sowohl gegen wirtschaftliche als auch politische Defizite, die seit Jahren das Land prägen.

Zukunftsprognose

Falls die Regierung nicht auf Rücktrittsforderungen und Reformwünsche eingeht, könnten sich die Proteste weiter ausbreiten. Eine anhaltende Eskalation würde das Investitionsklima und das internationale Ansehen Albaniens verschlechtern. Denkbar ist, dass als Reaktion einzelne Reformen oder Kompromisse angekündigt werden. Bleiben diese aus, ist von wiederkehrenden Konflikten sowie zunehmender gesellschaftlicher Spannung auszugehen. Auch politische Partner könnten sich kritisch positionieren.

Erklärungen

Was passiert in Albanien

Studierende und Bürger protestieren in mehreren Städten gegen die Regierung. Sie werfen ihr mangelnde Transparenz, hohe Kosten und die Verschlechterung der Studienbedingungen vor.

Wer ist Edi Rama

Edi Rama ist seit 2013 Regierungschef von Albanien. Zurzeit steht er wegen mehrerer Protestwellen unter Druck.

OZD-Extras

Das umstrittene Hotelprojekt, das für die Proteste mitverantwortlich gemacht wird, steht in Verbindung zu Ivanka Trump und Jared Kushner. Der anhaltende Protest kann Albaniens Bild im Ausland prägen und sich auf Investitionsentscheidungen auswirken. Für direkte Auswirkungen auf internationale Börsen, Aktien oder Währungen liegen aktuell keine Belege vor.

Gewinnspiel

Wie heißt die Hauptstadt Albaniens?

A) Tirana

B) Shkodra

C) Vlora

D) Korca

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.